haben Sie Ihren Spinat schon ausgesät? Wenn nicht, so wird es langsam Zeit, wenn Sie in diesem Frühjahr noch welchen ernten wollen. Da es ab dieser Woche mit den Temperaturen deutlich noch oben gehen soll, rate ich Ihnen jetzt auf das Saatgut von sogenannten schossfesten Sommersorten zuzugreifen. Während sich Winterspinat über ein paar wärmende Sonnenstrahlen freut, dürfen bei jetzt ausgesätem Spinat und voller Sonnen, die Wassergaben nicht vergessen werden. Schauen wir weiter ins Jahr, so liegt der günstigste Aussaattermin für die Spinat-Herbsternte in der dritten bis vierten Augustwoche. Für den Winteranbau kann dieses Gemüse ungefähr zwischen Mitte September bis spätestens Anfang Oktober ausgesät werden. Diese Pflanzen der letztgenannten Aussaat können dann ungefähr ab Mitte November bis Anfang April, an frostfreien Tagen, geerntet werden. Allerdings gilt anzumerken, dass Herbst- und Winterspinat mehr Oxalsäure enthält als es bei dem Frühlingsspinat der Fall ist.
Aber kommen wir wieder zurück zur Jetztzeit und zum Frühlingsspinat. Durch seine kurze Kulturzeit ist er eine geradezu ideale Wahl zur Vorkultur für anderes Gemüse. Hinzu kommt, dass die nach der Ernte im Boden belassenen Wurzeln ein wunderbar lockeres Substrat liefern, in dem andere Gemüsearten wieder ganz hervorragend gedeihen können. Als sehr gut geeignete Nachkulturen sind z. B. Erdbeeren und Zwiebeln, auch Kohlrabi, Kohl und Bohnen zu nennen. Sie alle vertragen sich in Mischkultur ganz wunderbar mit unserem „Spinacia oleracea“. Wichtig zu wissen an dieser Stelle ist die Tatsache, dass man bei der Fruchtfolge beachten sollte, dass Spinat sowohl mit sich selbst, als auch mit anderen Gänsefußgewächsen, wie z. B. Mangold und Rote Bete, unverträglich ist. Es ist daher ratsam möglichst immer eine Anbaupause von vier Jahren einzuhalten. Denn bei einer zu engen Fruchtfolge kommt es einmal in den meisten Fällen zu einem geringeren Ertrag, aber es können auch Krankheiten wie z. B. Wurzelbrand auftreten.
Und noch etwas ist wichtig! Ernten Sie Spinat möglichst an sonnigen Tagen, und dann am besten auch noch nachmittags oder abends, denn dann ist der Nitrat-Gehalt deutlich geringer. Achten Sie auch darauf, Spinat nur zu ernten, solange er nicht in Blüte steht! Sobald die ersten Blüten zu sehen sind, schmeckt Spinat bitter und sollte nicht mehr verwendet werden. In größeren Mengen kann er dann sogar gesundheitsschädigend sein, dies insbesondere für Kleinkinder. Reißen Sie diese Pflanzen am besten direkt aus dem Boden, auch damit diese keine weiteren Nährstoffe mehr aus dem Erdreich ziehen können.
Kommen wir zur Zubereitung von Spinat. Er ist nicht nur gekocht, gedünstet oder gebraten ein beliebtes Gemüse, sondern auch roh ein wirklich toller Genuss. So schmeckt frischer roher Spinat in Blattsalaten, als leckeres Pesto zu Nudeln oder in selbst gemachten Smoothies. In der rohen Form ist dieses grüne Blattgemüse, unser Spinat, nicht nur eine gute Quelle für Ballaststoffe, sondern auch für Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe. Er enthält z. B. Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium und Mangan sowie Vitamine. Vor allem im rohen Gemüse ist auch reichlich Vitamin C enthalten. Ebenso gesund und zahlreich vertreten sind die Karotinoide, welche die Macula im Auge vor Degeneration schützen. Und beim Kochen würden nicht wenige dieser gesunden Nährstoffe verloren gehen. Das alleine ist schon ein guter Grund, Spinat möglichst roh zu essen. Dieser Tatsache muss ich allerdings ein ABER hinzufügen: Roher Spinat sollte nicht regelmäßig und nicht in größeren Mengen gegessen werden, denn er enthält einmal Oxalsäure und mitunter größere Mengen Nitrat. Dieser letztgenannte Stoff ist an sich für uns relativ unbedenklich, er kann sich jedoch
in unserem Körper in das gesundheitsschädliche Nitrit umwandeln. Und dieses Nitrit kann den Sauerstofftransport im Blut hemmen. Für Babys und Kleinkinder kann dies lebensgefährlich sein - sie sollten daher Spinat niemals roh zu essen bekommen!
Was man tun kann um die viel benannte Oxalsäure zu reduzieren, werde ich Ihnen in der nächsten Woche darlegen. Haben Sie bis dahin eine wunderschöne Zeit.