heute möchte ich Ihnen eine Pflanze nahe bringen, die in unserer vielfach so stressigen Zeit eine wahre Labsal ist. Ihr Name verrät schon sehr deutlich, wo ihre Hilfe ansetzen kann. Denn der wichtigste Einsatzbereich für das echte Herzgespannkraut ((Leonurus cardiaca): sind Herzbeschwerden in vielen Variationen. Vor allem wenn die Herzprobleme mit Stress, Unruhe und Ängsten in Verbindung stehen, ist das Herzgespann genau die richtige Pflanze. Herzgespann hilft gegen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen. Man kann es auch bei Angina pectoris verwenden und man kann damit, so die Wissenschaft, sogar einem Herzinfarkt vorbeugen.
Ganz wichtig an dieser Stelle: Sollten Sie ernste Probleme mit Ihrem Herzen haben, ist natürlich zuerst der Gang zu einer Ärztin/einem Arzt Ihres Vertrauens angesagt. Lassen Sie sich untersuchen und erläutern Sie Ihre Beschwerden. Bei dieser Gelegenheit können Sie dann auch das Herzgespannkraut ansprechen.
Dieses großartige Kraut kann man auch bei anderen Beschwerden einsetzen. Dank der insgesamt beruhigenden und krampflösenden Wirkung wirkt es gegen Ängste und Nervosität. Auch gegen Schlafstörungen kann man Herzgespann verwenden. Oftmals typische Wechseljahresbeschwerden, wie Reizbarkeit und Schlafprobleme, kann man ebenfalls mit dem Herzgespann behandeln. Und bei Magenkrämpfen und anderen krampfartigen Verdauungsproblemen, wie Blähungen und Koliken, verhilft die krampflösende Wirkung ebenso zu einer Besserung. Weil das Herzgespann zudem die Aktivität einer überaktiven Schilddrüse senkt, kann man es auch gegen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) einsetzen. Somit hilft es dann auch automatisch gegen dieses beängstigende Herzrasen, das wiederum typisch für eine Schilddrüsenüberfunktion ist.
Nicht verwenden sollten Herzgespann Schwangere, denn dieses Kraut regt die Gebärmutter zu Kontraktionen an. Hilfreich ist diese Wirkungsweise allerdings bei der Geburt selbst. Wenn diese zu langsam fortschreitet, kann man einen Tee mit Herzgespannkraut trinken - natürlich nur in Absprache mit der Hebamme oder der/dem behandelnden Ärztin/Arzt.
Die chinesische Heilkunde, weltweit bekannt als die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) verwendet die asiatischen Arten des Herzgespanns gegen Ödeme, Ekzeme, Menstruationsbeschwerden, Abszesse und Nierenprobleme.
All diese Erkenntnisse mussten aber erst gewonnen werden. Die Geschichte erzählt, dass Dioskurides das Herzgespannkraut zwar bereits im 1. Jahrhundert empfahl, damals aber ausschließlich als Mittel gegen Magenbeschwerden. Auch Theophrastos von Eresos (ab 371 v. Chr.) sah in dem Herzgespann lediglich ein Magenmittel. Erst im Mittelalter wurde bekannt, dass Herzgespann auch gegen Herzbeschwerden helfen kann. So wurde es von den Kräuterautoren Matthiolus und Fuchs in deren Schriften benannt. Leonhart Fuchs schrieb 1543 in seinem „Kreutterbuch“: "Herzgespan ist fürtrefflich gut zu dem Klopffen des Herzens. Item zu dem Krampf und lemung der Glider." Auch Paracelsus empfahl das Herzgespann, unter anderem in Wein eingelegt, gegen Herzklopfen und Krämpfe. Das Wort "gespann" bedeutete im damaligen Sprachgebrauch "Krampf". Das zeigt, wie sehr das Herzgespann für seine krampflösende Wirkung bereits vor Jahrhunderten geschätzt wurde. Von dieser Zeit des Mittelalters an, wurde das Herzgespann gerne und vielfach als Heilpflanze verwendet. Es wurde in vielen Klostergärten angepflanzt und von dort aus „floh“ es häufig in die zunächst näheren Regionen und später in immer weitere Gegenden, wo es letztlich verwilderte. Warum auch immer - allmählich geriet es dann irgendwann zwischen damals und heute in Vergessenheit. Erst als im 20. Jahrhundert begonnen wurde, die Heilwirkung von Pflanzen wissenschaftlich zu untersuchen und zu belegen, wurde das Herzgespann sozusagen „wieder entdeckt“. Erfreulicherweise belegte die Forschung recht eindeutig, dass dieses Kraut tatsächlich wirksam ist. So konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass das Herzgespann den Blutdruck senkt und Kontraktionen der Gebärmutter fördert. Und so empfahl die Kommission E das Herzgespann gegen nervöse Herzbeschwerden.
Wie Sie nun zu diesem Kraut kommen können, und wie Sie es pflegen sollten, damit Sie jahrelang Freude daran haben, genau davon berichte ich Ihnen in der nächsten Woche.