Titel Logo
Wadgasser Rundschau
Ausgabe 23/2024
Sonstige amtliche Mitteilungen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Liebe Garten- und Naturfreunde,

als erstes möchte ich Ihnen heute das „Grünmehl“ aus getrockneten Meldeblättern (s. „Heidis grüne Ecke“ von voriger Woche) in Form eines wunderbaren Rezepts näherbringen.

So können Sie eine Kartoffelsuppe mit Grünmehl aus Melde ganz einfach zubereiten: Zutaten: 7 mittelgroße Kartoffeln, 1 Zwiebel, 1 Stange Lauch, 3/4 l Gemüsebrühe, 100 ml Sahne

Salz, Pfeffer, Majoran, Muskat, 50g Butter, 3 – 4 EL Grünmehl aus Melde

Zubereitung:

Als erstes die Zwiebel und die Kartoffeln schälen und würfeln, anschließend die Butter in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin glasig dünsten. Die Kartoffeln und den Lauch zufügen und kurz mit andünsten, dann mit Gemüsebrühe ablöschen und 20-25 Minuten kochen lassen. Dann den Pfeffer, Salz und Muskat dazugeben und mit Sahne abschmecken. Je nach Geschmack und Vorliebe kann man die Suppe dann pürieren oder gleich das Grünmehl einrühren. Drei bis vier Esslöffel Grünmehl aus Melde braucht man für die angegebene Menge an Zutaten. Geben Sie kurz vor dem Servieren noch etwas frischen Majoran mit in die Suppe. Das rundet den Geschmack ganz wunderbar ab. Jetzt wünsche ich Ihnen gutes Gelingen bei diesem Gericht und natürlich auch einen recht guten Appetit!

Und nun stelle ich Ihnen noch eine Art „Spinat-Pflanze“ vor. Vielleicht haben Sie ja schon von ihr gehört, aber meines Wissens ist sie noch nicht in vielen Gärten hier bei uns als gängiges Gemüse zu finden…?!? Ich will Sie nicht länger auf die Folter spannen, es geht um den sogenannten Baumspinat! Kennen Sie ihn?

Ich selbst habe ihn nun im vierten Jahr hier in meinem Garten, und ich bin begeistert. Allerdings sollte man auch einiges beachten. An meinen eigenen Erfahrungen lasse ich Sie, wie immer, sehr gerne teilhaben.

Fangen wir von vorne an: Die meisten von Ihnen wissen, dass unser Garten nicht wirklich groß ist. Und wenn ich an „normalen“ Spinat denke, dann braucht man da schon ein halbes Beet, wenn man für eine vierköpfige Familie dieses tolle Gemüse auf den Tisch bringen will…

Als ich dann von dem Baumspinat hörte, dachte ich: Wow, ein Spinat, der wie ein Baum wächst?! Das wäre doch etwas für mich/ für uns. Statt in die Fläche wächst der in die Höhe und braucht dadurch doch vermutlich viel weniger Platz!?! Und als ich dann noch die Information bekam, dass dieser Baumspinat über die ganze Saison öfter beerntet werden kann, war ich restlos begeistert. Auf kleiner Fläche ansehnliche Mengen eines leckeren und gesunden Gemüses erzeugen, das war genau mein Ding! Und so habe ich mir zwei Pflanzen Baumspinat (Fagopyrum cymosum) bestellt. Mittlerweile weiß ich einiges mehr über diese Pflanze: Der Name ist insoweit Programm, dass der Baumspinat bis zu 3 m groß wird – bei mir waren es bislang knapp 2,60 m. Aber es handelt sich nicht wirklich um einen Baum, wie wir ihn kennen, und die von mir bezogenen Pflanzen sind auch nicht die einzige Art die unter dem Namen „Baumspinat“ firmieren. Der Begriff „Baumspinat“ ist vielmehr ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe von „Spinat-Ersatz-Pflanzen“, die zwar genau wie Spinat in der Küche verwendet werden können, aber um etliches mehr in die Höhe wachsen. Mit „Baumspinat“ werden unter anderem der Riesengänsefuß (Chenopodium giganteum) und andererseits der Wilde oder Ausdauernde Buchweizen (Fagopyrum cymosum) bezeichnet. Letzterer ist der, den ich im Garten habe. Beide oben benannten Sorten können ganz prima als geschmackvoller und nahrhafter Spinat in der Küche verwandt werden. Und sie haben wunderbare Eigenschaften, die sie nicht nur als Gemüsepflanze besonders empfehlen, denn sie besitzen zudem gesundheitsfördernde und sogar heilende Wirkungsweisen. Ich werde in meine Ausführungen allerdings nur auf den von mir genutzten und mittlerweile auch bekannten Baumspinat, der eigentlich ein „Ausdauernder Buchweizen“ ist, eingehen.

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich Ihnen verspreche, es wird noch spannend mit „meinem“ Baumspinat. Dann bis nächste Woche

Ihre Heidemarie Traut