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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 24/2021
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Heidis grüne Ecke

Liebe Garten- und Naturfreunde,

hier zeige ich Ihnen nun auf, wie die bezaubernden Hasenglöckchen in Ihrem Garten heimisch werden können.

Am einfachsten ist es, wenn Sie diese Frühjahrsblüher durch Samen vermehren. Diesen gibt es käuflich zu erwerben. Vielleicht haben Sie in Ihrem Umfeld aber auch nette Gärtnersleut` mit einem Hasenglöckchen-Bestand, die Ihnen Samen abgeben. Dann sind sie auf der der sicheren Seite. Denn ich musste feststellen, dass es auch einige dubiose Angebote gibt. Da werden dann Blumenzwiebeln, Knollen & Rhizome von Hasenglöckchen im Internet angeboten. „Knollen & Rhizome von Hasenglöckchen“ – das ist Unsinn. Lassen Sie sich nicht darauf ein! Das Hasenglöckchen ist ein Zwiebelgewächs, aber seine Blumenzwiebeln sind sehr zart und sie trocknen recht schnell aus, von daher mein Rat, es besser mit Samen zu versuchen, zumindest wenn Sie darauf angewiesen sind, dieselben käuflich zu erwerben.

Schauen wir uns jetzt an was man bei der Aussaat beachten sollte. Wählt man den Hochsommer als Aussaattermin (das ist auch der Zeitpunkt an dem sich die Pflanze selbst versamt), so ist es ganz wichtig, dass die Samenkörner in sommerlicher Hitze nicht völlig vertrocknen, denn dann wäre der Erfolg gleich Null! Der deutlich bessere Zeitpunkt für die Aussaat ist der Herbst. Da entfällt die Gefahr der Austrocknung und die Samen sind dann einer Kälteperiode ausgesetzt, die das Wachstum im Frühling erst ermöglicht. Eine weitere Bedingung, dass die Aussaat Erfolg hat ist, dass sich bereits die Samen an dem von Ihnen ausgesuchtem Ort richtig wohl fühlen.

Wie sieht ein solcher Ort aus? Bei dieser Frage, egal bei welcher Pflanze auch immer, orientiert man sich am besten jedes Mal an den Bedingungen der Ursprungsheimat der besagten Gewächse. Im Fall der Hasenglöckchen hatte ich dieses Thema bereits in der vorigen Woche ausführlich erläutert.

Neben der Aussaat gibt es noch die Möglichkeit Hasenglöckchen durch Teilung zu vermehren. Das sieht dann wie folgt aus: Mit der Zeit entwickeln die Zwiebeln der Hasenglöckchen Tochterzwiebeln, die direkt an der Mutterpflanze wachsen und gedeihen. Möchte man das Hasenglöckchen vermehren, indem man es teilt, gilt es, die Zwiebeln zu trennen. Dies geschieht bestenfalls im Spätsommer bis Herbst, wenn das Laub der Pflanze bereits gelb gefärbt und verwelkt ist. Die Pflanze ist zunächst im Gesamten aus dem Boden zu graben und dann vorsichtig herauszuheben. Hierbei trägt man besser Handschuhe, um sich vor diversen Reizungen der Pflanze auf der Haut zu schützen und deren Stoffe nicht aus Versehen zu den Schleimhäuten, wie am Mund oder der Nase, zu übertragen. Man trennt Mutter- und Tochterzwiebel mit einem sauberen, scharfen Messer voneinander und pflanzt beide danach sofort wieder ein. Die Tochterpflanze ist nun genauso zu behandeln, wie man die bereits erwachsenen Hasenglöckchen ohnehin schon pflegt.

Wenn man das Hasenglöckchen durch Teilung vermehren möchte, sollte man sich bereits beim ersten Pflanzen der Muttergewächse darauf konzentrieren, diese dort zu pflanzen, wo die Zwiebel sich ungestört entwickeln kann. Der Boden sollte also größtenteils in Ruhe gelassen werden und die Pflanze eher für sich sein, um Tochterzwiebeln überhaupt erst auszubilden.

Werte Leserinnen und Leser, ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit eine gute Handhabung für die Vermehrung Ihrer Hasenglöckchen geben. Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg damit.

Lassen Sie die Blumen, oder richtiger die Blütenstiele lange genug stehen, damit die Samen reifen können und sich diese Frühlingswunder selbst versamen können. Wenn das gelingt, werden Ihre Bestände auch von Jahr zu Jahr größer und Ihre Freude, ganz sicher, ebenso!

Ihre Heidemarie Traut