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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 24/2024
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Baumspinat und seine Kulturbedingungen

Liebe Garten- und Naturfreunde,

heute schauen wir uns die im Handel als Baumspinat (Fagopyrum cymosum) benannte Pflanze genauer an. Sie ist hochinteressant und hat viele gute Eigenschaften. Sie ist sowohl ein nahrhaftes und wohlschmeckendes Gemüse, ein Getreideersatz, als auch eine Heilpflanze. Ursprünglich stammt dieser Baumspinat aus dem asiatischen Raum. Von China über den Himalaya bis nach Thailand wird er traditionell als Lebensmittel genutzt und, wen wundert´s, auch in der Chinesischen Medizin findet er Verwendung.

Sehen wir uns zuerst die Anbaubedingungen an. Erfreulicherweise macht er hierbei wenig Arbeit. Man kann sagen: er ist im Grunde recht anspruchslos. Zwar bevorzugt er lockere und tiefgründige Böden, gedeiht aber ebenfalls auf nährstoffarmen, schweren und sogar sauren Böden. Er wächst gern im Halbschatten und ist somit auch für sogenannte „Waldgärten“ bestens geeignet. Den höchstmöglichen Ertrag erreichen Sie allerdings bei optimalen Bedingungen. Wenn Sie ihn in nährstoffreiche Erde setzen und seinem relativ hohen Wasserbedarf gerecht werden, werden Sie viel Freude und einen entsprechend hohen Ertrag an diesen Pflanzen haben. Ein weiteres Plus, vor allem in diesem Jahr, ist die Tatsache, dass er für Schnecken und anderes Getier nicht sehr attraktiv scheint! Seine Blütezeit ist in der Regel im September, und damit ist dieser Baumspinat für Bienen und weitere Insekten eine ganz wichtige Futterquelle besonders für deren Wintervorrat, denn zu dieser Zeit ist das natürliche Futterangebot leider meist schon sehr begrenzt.

Gehen wir weiter im Jahr, und denken wir an den Winter, so kann ich Sie beruhigen, denn dieser Baumspinat soll bis -20 °C winterfest sein. Von solchen Minustemperaturen waren wir die letzten Jahre recht weit weg. Wenn es dennoch einmal zu einem strengen Frost kommen sollte, so können die unterirdischen Wurzelstücke ganz einfach mit einer Mulchschicht geschützt werden. Als junges Pflänzchen ist der Baumspinat allerdings recht frostempfindlich. Sollte es also nach dem Austrieb im Frühjahr zu Spätfrösten kommen, welche den Pflanzen dann schon arg zusetzen, so brauchen Sie sich trotzdem keine Sorgen zu machen, denn normalerweise treiben die Wurzelstöcke recht schnell wieder neu aus. Und genau diese Eigenschaft kann Segen und Fluch zugleich sein…Womit wir, wenn wir an den Fluch denken, bei der Vermehrung wären. Diese kann sowohl über Samen, als auch über Wurzelstücke erfolgen. Wenn Ihr Garten nicht sehr groß ist, und wenn Sie in den nächsten Jahren keinen kleinen Wald von Spinatbäumen haben möchten, so kann ich Ihnen nur raten, die Wurzeln dieser Pflanze mit einer sogenannten Rhizomsperre einzugrenzen! Oder, so habe ich es gelöst, Sie setzen Ihren Baumspinat einfach in große Kübel.

Kommen wir zu den Samen. Diese können im Herbst geerntet und ebenfalls in der Küche verwendet werden. Einmal eignen sie sich ganz hervorragend, um den Winterspeiseplan mit frischem Grün aufzuwerten. Dazu müssen Sie diese Samen nur in einer Schale mit etwas Wasser auf einem Küchentuch zum Keimen bringen. Die so entstehenden Sprossen können Sie und Ihre Lieben ganz wunderbar roh – z.B. auf einem Butter- oder Käsebrot – genießen. Auf eine Suppe gestreut oder in einem Salat machen sich die Sprossen auch sehr gut! Sie können die Samen, die sehr reich an Vitamin B 6 sind, aber auch trocknen und dann zu einem Mehl vermahlen. So vorbereitet, eignen sie sich als natürliches Verdickungsmittel für Suppen und Soßen. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit ist das Kochen der ganzen Samen, ob sie dann als Zutat für einen Eintopf oder als Beilage beim Mittagstisch dienen, Sie werden mit Sicherheit begeistert sein!

Mein persönliches, ganz eindeutiges Fazit: Der Baumspinat ist eine sehr pflegeleichte und ertragreiche Pflanze, an der man sich gesundessen kann. Apropos gesundessen, dazu erfahren Sie mehr in der nächsten Woche.

Ihre Heidemarie Traut