in der vorigen Woche hatte ich Ihnen die bei uns am häufigsten angebauten Erbsensorten aufgezeigt. Heute möchte ich noch etwas ins Detail gehen, damit Sie eine wirkliche Entscheidungshilfe beim Aussuchen Ihres Saatguts haben.
1. Die Palerbsen (auch Schalerbsen oder Schälerbsen genannt) – ihr botanischer Name lautet Pisum sativum convar. sativum
Die besonderen Merkmale dieser Gruppe der Speiseerbsen sind u. a. ihre glatten, runden Samenkörner. Diese sind sehr stärkereich und schmecken eher herzhaft-mehlig. Sie sind deutlich weniger süß als unsere Markerbsen.
Was für den Anbau wichtig zu wissen ist: Sie sind insgesamt sehr robust und kälteresistent (Achtung! Nicht frostresistent!). Und so können Sie diese Sorte schon früh im März aussäen.
Diese Erbsenart kann frisch oder getrocknet verwendet werden. Sie eignen sich ganz hervorragend für Suppen und Eintöpfe, denn sie werden beim Kochen wunderbar weich.
2. Die Markerbsen – ihr botanischer Name lautet Pisum sativum subsp. sativum convar. medullare
Von den Palerbsen unterscheidet sich diese Erbsenart hauptsächlich in ihrem Stärkegehalt, dem großartigen Geschmack und der Konsistenz. Markerbsen enthalten auch deutlich mehr Zucker als die erstgenannten Palerbsen. Markerbsen schmecken ganz wunderbar zart-nussig-süß, einfach unvergleichlich! Sie werden in aller Regel direkt frisch geerntet und dann umgehend zubereitet, oder aber, man nascht sie gleich vom Strauch weg! Das ist höchst gesunder Genuss pur! Die Hülsen dieser Erbsensorte können allerdings nicht mitgegessen werden, denn sie sind recht fest und sehr faserig. Der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist gekommen, wenn die Kerne in der Hülse gut sichtbar und prall sind. Da sie beim Trocknen schrumpeln und dann hart bleiben, gilt, wie oben schon erwähnt, bei dieser Sorte die Regel: sofort nach der Ernte essen oder verarbeiten. Markerbsen sind auch die klassischen Erbsen, die man oft als Konserven- oder Tiefkühlware (z. B. in Gemüsepfannen) kaufen kann. Denn die Landwirte und der Handel haben sehr schnell erkannt, dass diese, im reifen Zustand, sehr aromatischen und zuckrigen Erbsen für viele Menschen, und sogar für Kinder, zu einem äußerst beliebten Gemüse gehören.
3. Zuckererbsen (auch Zuckerschoten oder Kaiserschoten genannt) – ihr botanischer Name lautet: Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium.
Der Hauptunterschied zwischen Mark- u. Zuckererbsen liegt darin, dass bei den Zuckererbsen die Hülsen weich bleiben und somit komplett mitgegessen werden können.
Zuckererbsen sind zudem sehr leicht bekömmlich. Sie sorgen erfreulicherweise nicht für Blähungen wie andere Hülsenfrüchte.Somit belasten sie weder den Magen noch den Darm.
Und mit ca. 5 g Ballaststoffen (pro 100 g) sorgen diese Zuckerschoten zudem für eine gute und leichte Verdauung.
Noch einmal zur Verdeutlichung: Bei den Zuckererbsen wird die gesamte Schote mitsamt den unreifen, kleinen Kernen gegessen. Ihre Hülse ist zart und bildet kein inneres Pergamenthäutchen. Sie schmecken besonders knackig und leicht süßlich. Für den Anbau und den Erntezeitpunkt im Garten bedeutet das: Zuckererbsen werden früh geerntet, solange ihre Schoten flach sind.
Die Zuckererbsen sollten im Frühjahr etwa 5 cm tief direkt ins Beet ausgesät werden, sobald der Boden vorbereitet ist. Sie keimen bei 15°C nach etwa 15 Tagen, bei 5°C erst nach etwa 30 Tagen. Zuckererbsen sind ein Gemüse für die kühlere Jahreszeit und sie vertragen sogar leichten Frost, selbst dann, wenn die Pflanzen noch klein sind. Im Herbst können Zuckererbsen noch in den letzten 8 bis 10 Wochen vor dem ersten zu erwartendem Frost ausgesät werden. Sogar dann darf man noch auf eine reiche Ernte hoffen.
Jetzt wünsche ich wieder viel Erfolg beim Gärtnern und dann, zu gegebener Zeit – einen ganz tollen Genuss Ihrer selbst angebauten Erbsen!