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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 26/2026
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Eine schwere Geburt - aber der Haushalt 2026 steht

Manchmal beschreibt ein Bild die politische Realität ziemlich gut. Der Haushalt 2026 war für Wadgassen tatsächlich eine schwere Geburt.

Die Ausgangslage war alles andere als einfach. Die politische Situation im Gemeinderat ist angespannt, die finanziellen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd und die Erwartungen an einen genehmigungsfähigen, verantwortungsvollen Haushalt waren entsprechend hoch.

Umso wichtiger ist: Am vergangenen Donnerstag ist es gelungen, einen Kompromiss zu finden. Mit vielen Gesprächen, mit Bewegung auf mehreren Seiten und mit einigen „Geburtshelfern“ konnte der Haushalt 2026 schließlich mit nur einer Gegenstimme im Gemeinderat verabschiedet werden.

Das ist in der aktuellen Lage kein kleines Signal. Es zeigt: Auch wenn die Diskussionen schwierig sind und die politischen Unterschiede deutlich bleiben, kann Verantwortung für Wadgassen am Ende stärker sein als parteipolitische Blockade.

Jetzt bleibt allerdings abzuwarten, ob und wie schnell die Kommunalaufsicht diesen Kompromisshaushalt 2026 auch genehmigt. Erst mit der Genehmigung haben wir die notwendige Sicherheit, um viele Dinge auch tatsächlich umsetzen zu können.

Der beschlossene Haushalt ist kein Wunschkonzert und sicher auch kein Haushalt, bei dem jeder Punkt allen gefällt. Auch ich bin mit einzelnen Beschlüssen alles andere als glücklich. Das gilt insbesondere für den vom Gemeinderat beschlossenen 25-prozentigen Stellenabbau in der Verwaltung. Bei allem Verständnis dafür, Optimierungspotenziale zu suchen und vorhandene Strukturen kritisch zu prüfen, stellt uns ein solcher Beschluss vor enorme Herausforderungen. Denn es ist nur schwer vorstellbar, wie wir in den kommenden Jahren bei gleichbleibenden und teilweise sogar steigenden Aufgaben auf jeden vierten Mitarbeiter verzichten sollen.

Dass die Kommunen insgesamt längst am Limit sind, hat der bundesweite Aktionstag „Kommunen am Limit“ sehr deutlich gemacht. Immer mehr Aufgaben, immer höhere Erwartungen, immer komplexere Vorgaben - und gleichzeitig immer weniger finanzieller Spielraum und immer weniger Personal. Genau das ist die Realität, mit der Städte und Gemeinden in ganz Deutschland täglich umgehen müssen.

 

Bild: Kommunen am Limit: Ansprache vor den Gemeinde-Mitarbeitern

Wenn dann zusätzlich ein massiver Stellenabbau umgesetzt werden soll, ist das mehr als ambitioniert. Darüber werden wir in den kommenden Monaten noch sehr ernsthaft sprechen müssen. Ich hoffe aber, dass wir auf dem jetzt gefundenen Kompromiss aufbauen können und auch hier eine Lösung finden, die für alle Beteiligten tragbar ist: für den Gemeinderat, für die Verwaltung, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - und vor allem für die Bürgerinnen und Bürger, die zu Recht erwarten, dass ihre Gemeinde verlässlich funktioniert.

Denn am Ende geht es nicht um abstrakte Stellenpläne, sondern um konkrete Leistungen für die Menschen in Wadgassen: um Bürgerdienste, um Kitas, um Bauangelegenheiten, um Ordnung und Sicherheit, um Veranstaltungen, um Infrastruktur, um Ehrenamt, um Zukunftsprojekte und um all die vielen kleinen und großen Dinge, die eine Gemeinde jeden Tag leisten muss.

Trotz aller schwierigen Themen möchte ich diese Woche aber auch mit einem positiven Blick nach vorne abschließen. Am Freitag beginnen die Sommerferien. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern, allen Familien und natürlich auch allen Lehrerinnen und Lehrern eine schöne, erholsame und sonnige Ferienzeit.

Die aktuellen hohen Temperaturen zeigen ja bereits deutlich: Der Hochsommer ist da. Für alle, die nicht verreisen oder ihre freien Tage zu Hause verbringen, lädt unser schönes Parkbad Wadgassen geradezu dazu ein, die heißen Tage dort zu genießen.

40. Schaffhauser Brunnenfest

Und pünktlich zum Start in die Ferien beginnt an diesem Wochenende auch das große traditionelle Brunnenfest in Schaffhausen - das größte Straßenfest in unserer Gemeinde. Auch das ist ein Stück Wadgassen: Begegnung, Gemeinschaft, Ehrenamt und Lebensfreude mitten in unseren Ortsteilen.

 

Aufgrund der Urlaubszeit und der angespannten Personalsituation wird auch die Wadgasser Rundschau in den Ferien etwas dünner ausfallen. Und auch Greibers Woche geht jetzt in die Sommerpause.

Ich freue mich darauf, wenn wir nach den Ferien gut erholt weitermachen - mit klarer Haltung, mit Verantwortungsbewusstsein und hoffentlich mit vielen weiteren positiven Schritten für unsere Gemeinde Wadgassen.

Ihr
Sebastian Greiber
Bürgermeister