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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 28/2026
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Heidis grüne Ecke

Liebe Garten- und Naturfreunde,

jetzt habe ich Ihnen schon Vieles über eine unserer beliebtesten Gemüsesorten, den Erbsen, berichtet, und jetzt landete wiederholt die Frage bei mir an: „Was ist eigentlich mit den Kichererbsen, die sollen doch auch so gesund sein? Sind die genauso zu handhaben wie die bereits besprochenen Erbsensorten?“ Diese Frage muss ich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Gut, dass Sie gefragt haben!

Also - zum Ersten gehören Kichererbsen nicht zu unseren klassischen Erbsen. Rein botanisch gesehen sind sie nicht einmal mit diesen verwandt. Sie gehören lediglich zur selben übergeordneten Familie der Hülsenfrüchte, zu den Leguminosen. Zum Zweiten, während die klassische Erbse meist „unreif“ als Gemüse verzehrt wird, handelt es sich bei Kichererbsen um gänzlich ausgereifte Samen, die eher nussig schmecken und typischerweise für Gerichte wie Hummus oder Falafel verwendet werden. Zum Dritten, unsere sogenannten klassischen Erbsen können wir gerne auch roh essen, z. B. direkt im Garten aus der Schote…genau das erweckt wunderschöne Kindheitserinnerungen in mir… Die Kichererbsen hingegen dürfen in keinem Fall roh gegessen werden da sie in diesem Zustand stark giftig sind! Sie enthalten nämlich den Giftstoff Phasin. Das ist ein Eiweiß, welches dazu führen würde, dass unsere roten Blutkörperchen verklumpen, was wiederum zu schweren Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen und Durchfall führen würde. Dieser Giftstoff kann jedoch ganz einfach „unschädlich“ gemacht werden, indem man die Kichererbsen ausreichend lange kocht! Die richtige Zubereitung ist also ganz entscheidend. Gehen Sie dabei am besten wie folgt vor: Weichen Sie die getrockneten Kichererbsen mindestens 12 Stunden (am besten über Nacht) in reichlich Wasser ein. Dadurch werden sie weicher und besser verdaulich. Zum anschließenden Kochen sollten Sie unbedingt frisches Wasser verwenden! Das Einweichwasser muss weggeschüttet werden, da in ihm etliche der Giftstoffe enthalten sind. Kochen Sie die Kichererbsen nun in diesem frischen Wasser auf, und lassen Sie diese dann bei mittlerer Hitze noch für 1 bis 1 ½ Stunden leicht weiter köcheln. Wenn Sie die Kichererbsen leicht mit einer Gabel zerdrücken können (wie eine gekochte Kartoffel), sind sie genießbar und das Phasin ist vollständig zerstört. Kichererbsen aus der Dose oder aus Gläsern, sind völlig unbedenklich. Denn diese sind bereits industriell gegart worden und somit verzehrfertig.

Jetzt zu den gesundheitlichen Aspekten der Kichererbsen: Sie sind eine ganz hervorragende Quelle für Proteine (pflanzliches Eiweiß), Eisen, B-Vitamine, Kalium, Zink und Folsäure. Ein weiterer Vorteil ist ihr hoher Ballaststoffgehalt. Er bewirkt unter anderem eine schnelle Sättigung und eine gute Verdauung. Mangan, ein essenzielles Spurenelement, ist ebenfalls reichlich in Kichererbsen vorhanden. Es unterstützt im menschlichen Körper Enzyme, die für den Energiestoffwechsel, den Knochenaufbau, die Bindegewebsbildung und den Zellschutz wichtig sind. Und das ist immer noch nicht alles… Sekundäre Pflanzenstoffe wie Sitosterin und Saponine finden wir ebenfalls in diesen großartigen Kichererbsen! Diese Stoffe hemmen die Cholesterinaufnahme im Blut. Das wiederum beugt Gefäßverkalkungen vor und senkt das Risiko für Herzerkrankungen!

Noch ein Tipp zum Ballaststoffgehalt: Diese Ballaststoffe sind in den Kichererbsen sehr reichlich vorhanden (s.o.) – prinzipiell eine gute Sache, aber wenn Sie keine Hülsenfrüchte gewohnt sind, könnte ein plötzlicher und massiver Verzehr (z.B. über 300 Gramm täglich) zu Blähungen oder Bauchschmerzen führen. Steigern Sie die Verzehrmenge daher langsam, damit sich Ihr Körper daran gewöhnen kann. Und nicht vergessen! …unbedingt reichlich Wasser oder Tee trinken, da die enthaltenen Ballaststoffe im Magen-Darm-Trakt aufquellen.

In der nächsten Woche können Sie hier nachlesen, welche tollen Gerichte man mit diesem großartigen Produkt, das oft als wahres Nährstoffwunder bezeichnet wird, zaubern kann. Lassen Sie es sich bis dahin gut gehen, und passen Sie bei der wieder zu erwartenden Hitze gut auf sich auf!

Ihre Heidemarie Traut