Mülltrennung gehört zum Alltag. Das Prinzip scheint einfach. Doch so ganz einfach ist richtiges Recyceln dann doch nicht: Wie entsorgt man eigentlich Zahnbürsten? Wohin mit der Alufolie? Was passiert mit abgelaufenen Medikamenten?
Laut Statistischem Bundesamt werden insgesamt etwa 70% des Mülls recycelt. Warum ist dann die Trennung des Mülls zuhause bereits so wichtig? Für die effektive Nutzung der Sortieranlagen in den Abfallwirtschaftsbetrieben ist es notwendig, dass der Müll zuvor in den Haushalten richtig getrennt wurde.
Richtig recyceln: Was kommt wohin?
Wertstoffe: Die gelbe Tonne oder der gelbe Sack ist vor allem für das Verpackungs-Recycling gedacht. Dazu gehören Leichtverpackungen (LVP) aus Kunststoff, Alu, Weißblech oder Verbundmaterialien, wie Getränkekartons. Die Behältnisse sollten löffel-,spachtelrein und tropffrei sein. Das bedeutet, sie sollen nicht extra ausgewaschen werden, sondern größere Reste sollten grob herausgekratzt werden. Jedoch sollten unterschiedliche Materialien, wie z.B. Alu-Deckel, getrennt werden, da die Sortieranlagen immer nur ein Material erkennen können.
Eine umfassende Merkliste des Grünen Punkts findet sich hier: bit.ly/41hOmG4
Altglas: Altglas wird in die jeweiligen Container nach braun, grün u. weiß sortiert. Doch was ist, wenn die Flasche mal eine andere Farbe hat? Andersfarbige Flaschen sollten in den Grünglas-Container geworfen werden, da grünes Glas die Verunreinigung am ehesten verträgt. Wird Altglas sortenrein getrennt, kann es zu beinahe 100% recycelt werden.
Gläser sollten ebenfalls nur entleert und löffelrein sein. Die Deckel können entfernt werden, müssen aber nicht. Sie gehören dann in die gelbe Tonne, ebenso Kunststoffkorken.
Nicht ins Altglas dürfen: Trinkgläser, Spiegel, Fensterglas oder Porzellan.
Altpapier: Alte Zeitungen, Papiertüten oder Versandkartons sollen ins Altpapier. Nicht ins Altpapier sollen: Kassenbons, Restmüll, beschichtetes Backpapier, Post-It`s, beschichtetes Geschenkpapier, Taschentücher, sondern in die Restmülltonne.
Eierkartons und Pizzakartons – ohne Essensreste- können in die Altpapiertonne.
Biotonne: In die Biotonne darf vieles, aber nicht hinein dürfen: Tierkot, Asche, Öl und andere Flüssigkeiten, Holzprodukte.
Biomüllbeutel aus Bioplastik gehören ebenfalls nicht hinein, da sie nicht richtig recycelt werden und aufwendig aussortiert werden müssen.
Elektroschrott: Für Elektroschrott gilt die Faustregel: Alles, was mit einem Stromkabel oder mit Batterien/Akku (fest/austauschbar) betrieben wird, darf nicht in den Hausmüll. Geräte mit elektronischen Bauteilen können beim Wertstoffhof oder ausgewiesenen Sammelstellen abgegeben werden.
Kaputte Kleidung entsorgen: Generell können und dürfen kaputte Textilien in die Altkleidersammlung. Doch es wird empfohlen, verschmutzte, sehr alte oder stark beschädigte Kleidung und Wäsche im Hausmüll zu entsorgen, da sie einen unnötigen Mehraufwand für die Sortierung in der Altkleidersammlung bedeuten.
Medikamente entsorgen: Abgelaufene und nicht mehr benötigte Medikamente können bei vielen Apotheken oder bei Schadstoffsammelstellen der Entsorgungsunternehmen abgegeben werden.
Vor der Mülltrennung steht die Müllvermeidung. Dies ist das oberste Ziel in der Abfallhierarchie und daher sollte dies beim Einkauf bzw. Konsum stets mitgedacht, und versucht werden, Wegwerfprodukte, Verpackungen und anderen Abfall zu vermeiden.