über einige Wochen waren wir mit dem Thema „Erbsen“ beschäftigt. Wenn Sie alle Artikel lesen konnten, sind Sie jetzt sicher mit dem überragenden, ernährungsphysiologischen Wert der Erbsen bestens vertraut. Fehlen nur noch die Infos wie Sie diese großartigen Hülsenfrüchte bei sich im Garten anbauen können, und was dabei beachtet werden sollte.
Sie sind überrascht? Da haben Sie Recht, zumindest was die Vergangenheit betrifft, denn da fand der Hauptanbau in subtropischen Klimazonen z. B. in Indien, der Türkei und Spanien statt. Aber heutzutage kann man Kichererbsen tatsächlich auch bei uns in Deutschland anbauen. In der Landwirtschaft nimmt der Anbau vor allem im Bio-Bereich durch die steigende Nachfrage sogar ständig zu, denn der Trend zu heimischem Eiweiß hat eine immer größere Bedeutung.
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Und so wird die Kichererbse aktuell von Deutschlands Landwirten immerhin schon auf ungefähr 550 Hektar angebaut. Hierbei hat der Klimawandel einmal eine „gute Rolle“, denn durch die wesentlich wärmeren Temperaturen in den Sommermonaten wird das Wachstum dieser anspruchsvollen, wärmeliebenden Leguminosen erheblich begünstigt. So richtig ideal sind sonnige und trockene Gegebenheiten. Bisherige Anbaugebiete für die Kichererbsen waren vor allem in der Rheinebene, am Kaiserstuhl, aber auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg, aber das wird sich jetzt vermutlich noch deutlich ausweiten.
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Und jetzt schauen wir uns die Bedingungen an, die in Ihrem eigenen Garten vorherrschen sollten, damit Sie sich über eine gelungene Ernte freuen können. Die Kichererbsen oder ein guter Ertrag sind nämlich auch abhängig von lockerem, durchlässigem und eher sandigem Boden. Was die Pflanzen überhaupt nicht vertragen ist Staunässe! Bei zuviel Nässe würden die Hülsen recht schnell wegfaulen. Von daher kann man auch recht gut nachvollziehen, dass Experten der Ansicht sind, dass es für den Privatmann am sinnvollsten sei, seine Kichererbsen in einem Gewächshaus zu kultivieren. Denn dann kann diesen Pflanzen auch Starkregen mit größeren Wassermassen nichts anhaben!
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Die Aussaat im Beet sollte gegen Mitte Mai, wenn der Boden frostfrei und schon etwas erwärmt ist, erfolgen. Sie können die Pflanzen aber auch schon ab April im Gewächshaus oder auf der Fensterbank vorziehen. Die Saattiefe sollte bei 3 – 4 cm liegen. Der Reihenabstand im Beet sollte etwa 40 bis 50 cm betragen. Aufgegangen, entwickeln sich die Kichererbsen-Pflanzen zu einem krautigen, aufrechten und stark verzweigten Gewächs, dass eine Höhe von etwa 40 bis 60 cm (selten bis zu 1 m) erreichen wird. Als Leguminosen gehen die Kichererbsen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein. Das bedeutet, dass sie den Stickstoff aus der Luft im Boden binden. Von daher ist zusätzlicher Dünger ist in der Regel nicht notwendig. Und da Kichererbsen eine lange Pfahlwurzel besitzen, kommen sie mit Trockenheit richtig gut zurecht. Wichtig ist allerdings besonders in der frühen Wachstumsphase die Unkrautbekämpfung, denn die Pflanze ist in dieser Zeit noch sehr „konkurrenzschwach“. Während der Blütezeit trägt die Pflanze kleine, zarte, meist weiße bis hellrosa Schmetterlingsblüten. Manchmal sind die Blüten aber auch violett oder bläulich gefärbt. Nach der Blüte bildet die Pflanze kleine, „aufgeblasene“, grünliche Hülsen aus. Diese Schoten sind kurz, eiförmig und leicht behaart. In ihrem Inneren befinden sich typischerweise nur 1 – 2 Kichererbsen. Diese sind rundlich bis unregelmäßig geformt und laufen an einer Seite oft in einer kleinen Spitze aus. Am bekanntesten sind die hellbeigen bis gelblichen Sorten, es gibt aber auch kleinere, dunklere oder braune Sorten. Geerntet wird im Spätsommer, wenn die Pflanzen abtrocknet und gelb geworden sind. Erst wenn ihre Blätter vertrocknet sind, und die kleinen Kichererbsen in den Schoten beim Schütteln rasseln, ist die Ernte wirklich reif. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen!
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Ihre Heidemarie Traut