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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 33/2026
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Der Garten im Klimawandel - 2. Pflanze - der Amaranth

Liebe Garten- und Naturfreunde,

Als 2. Pflanze in dieser Reihe, der für unsere bislang wetter- und temperaturmäßig gemäßigten Region, etwas ungewöhnlichen Pflanzen, möchte ich Ihnen ein weiteres vormals eher tropisches Gewächs vorstellen. Heute schauen wir uns den Amaranth etwas genauer an.

Der Amaranth ist eine sehr alte Pflanze, sie stammt aus Süd- und Mittelamerika, und auch sie liebt warmes Klima und sonnige Standorte. Bereits die Inkas erkannten seine Vorteile und wussten ihn zu nutzen. Bei uns in Europa war er lange Zeit in Vergessenheit geraten, aber mittlerweile erlebt er eine regelrechte Renaissance. Der Amaranth gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen und ist mit seinen winzig kleinen Körnern eigentlich ein sogenanntes Pseudo-Getreide, das aber aufgrund seiner Fülle an Nährstoffen als echtes Superfood gehandelt wird. Es ist reich an pflanzlichem Protein (Eiweiß), essenziellen Aminosäuren, Mineralstoffen (wie Eisen, Magnesium und Kalzium) sowie gesunden Ballaststoffen. Durch seinen hohen Eisengehalt, der hervorragend für die Blutbildung und den Sauerstofftransport zeichnet, sind seine Körner besonders empfehlenswert für Schwangere und Vegetarier. Der hohe Eiweißgehalt und das vorteilhafte Aminosäureprofil machen dieses Pseudo-Getreide im Weiteren zu einem ganz hervorragenden Muskelbaustein. Und die vielen Ballaststoffe sorgen einmal für langes Sättigungsgefühl. Im Weiteren regulieren sie den Blutzuckerspiegel und fördern zudem die Verdauung. Da dieses Pseudogetreide zusätzlich glutenfrei ist, ist es eine geradezu ideale, nährstoffreiche Alternative bei Zöliakie oder Weizensensitivität. Die hohen Kalzium- und Magnesiumanteile stärken zusätzlich unsere Knochen, ebenso unsere Zähne und letztlich auch unsere Nerven. Soviel zu den wichtigsten gesundheitlichen Vorteilen dieses Pseudo-Getreides…

Und nun muss ich Ihnen leider die Nachteile aufzeigen: Man braucht alleine für ein einziges Müsli aus diesen winzig kleinen Getreidekörnchen unglaublich viele Gewächse! Und somit auch eine entsprechende Anbaufläche! Als 2. Nachteil möchte ich darauf aufmerksam machen, dass z. B. die Deutsche Gesellschaft für Ernährung von dem Verzehr der rohen Samen, sowie der Gabe an Kleinkinder, abrät. Dieser Rat der Gesundheitsexperten erfolgt auf der Erkenntnis, dass die unverarbeiteten Samen schwer verdauliche Gerbstoffe und sogenannte Saponine enthalten k ö n n e n.

Zurück zur hauseigenen Handhabung bei uns: Der Amaranth, auch „Fuchsschwanz“ genannt, wird in unseren Landen allzu oft lediglich als sehr schöne, bunte Zierpflanze genutzt. Einmal sind es seine auffälligen, bogenförmig herabhängenden oder aufrechten Blütenrispen in Purpurrot, Pink, Goldgelb oder Grün, die sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen. Und zum Zweiten bewirkt auch die lange Blütezeit von Juni bis zum ersten Frost, so etwa Ende Oktober oder November, dass viele Gartenfreunde ihn nicht mehr missen möchten.

 

Vielfach ist nicht bekannt, dass man ihn auch ganz wunderbar als Blattgemüse verwenden kann! Dazu einfach die jungen Triebe abknipsen und als Salat genießen. Die älteren Blätter werden wie Spinat zubereitet. Im Übrigen ist der Amaranth auch bekannt als „Chinesischer Spinat“. Als Blattgemüse stellt er eine gesunde Bereicherung für den Speiseplan dar, denn auch seine Blätter sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Es gibt allerdings auch ein paar Vorbehalte: Wie viele andere, uns sehr bekannten Blattgemüse, wie z.B. Spinat, Mangold oder auch Rhabarber, so enthält auch der Amaranth Oxalsäure. In großen Mengen kann die Oxalsäure die Nieren belasten und die Aufnahme von Kalzium oder Eisen hemmen. Ein kleiner, richtig guter Tipp zu diesem Problemfeld: Geben Sie einfach Milchprodukte (Joghurt, Sahne, Quark oder auch Milch selbst) zu diesen oxalhaltigen Gemüsen. Denn laut Ernährungswissenschaftlern bindet das Kalzium in den Milchprodukten erfreulicherweise diese Oxalsäure und neutralisiert sie.

Was man noch alles mit Amaranth machen kann, und wie man ihn anbaut, dazu mehr in der nächsten Woche.

Ihre Heidemarie Traut