Die veränderten klimatischen Rahmenbedingungen sind längst auch in Wadgassen angekommen. Mit den immer öfter auftretenden Hitzewellen und Dürreperioden bilden sich auch oft kurzfristig auftretende Gewitterzellen in Verbindung mit Sturm, Hagel und Starkregen. Das Starkregenereignis im August 2024 und vor allem das Pfingsthochwasser 2024 sollte uns dabei in Erinnerung bleiben.
Wir können diese Ereignisse nicht verhindern, aber wir sollten uns im Rahmen der Möglichkeiten vor den Auswirkungen schützen. Daher lässt die Gemeinde Wadgassen derzeit ein umfassenden Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept erstellen, bei dem die Bürgerinnen und Bürger aktiv mit eingebunden werden sollen. Im Rahmen von Workshops sollen die aktuellen Ergebnisse aus den Starkregengefahrenkarten für jeden Ortsteil vorgestellt und zusammen mit den Bürgern Ideen für Maßnahmen zur Reduzierung von Überflutungen gesammelt und diskutiert werden. Vor allem Ihre Erfahrungen zu den oben genannten Ereignissen können dabei wertvolle Hinweise geben, wo Gefahrenpunkte existieren, und wie man dort wirksam Vorsorge treffen kann. Im Workshop werden die Ergebnisse der Vor-Ort-Begehungen vom Januar 2026 vorgestellt und mögliche Präventionsmaßnahmen besprochen.
Aus diesem Grund lädt die Gemeinde Wadgassen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zu den Bürgerworkshops in den Ortsteilen ein.
Bürgerworkshop für die Ortsteile Werbeln, Differten und Friedrichweiler
Dienstag, 22.9.2026 ab 18:00 Uhr, im DGH Werbeln „Kapeller Eck“
Bürgerworkshop für den Ortsteil Wadgassen
Mittwoch, 23.9.2026 ab 18:00 Uhr im Abteihof Wadgassen
Bürgerworkshop für den Ortsteil Schaffhausen
Dienstag, 29.9.2026 ab 18:00 Uhr im DGH Werbeln „Kapeller Eck“
Bürgerworkshop für den Ortsteil Hostenbach
Mittwoch, 30.9.2026 ab 18:00 Uhr im Kulturhaus Kaiserstraße
Gefragt sind jetzt die Erfahrungen, Hinweise und Ideen aus der Bürgerschaft. Sie sind ein wichtiger Bestandteil für ein wirkungsvolles Vorsorgekonzept.
Was passiert bei Starkregen?
Durch Starkregen verursachte Überschwemmungen haben in der Vergangenheit vielerorts erhebliche Schäden angerichtet. Als Starkregenereignis wird ein Regenereignis bezeichnet, das sich durch große Niederschlagsmengen und eine hohe Intensität (>15 l/m2 pro Stunde) auszeichnet. Charakteristisch sind zudem eine geringe räumliche Ausdehnung, eine kurze Dauer der Regenereignisse sowie eine unsichere Vorhersage und dadurch im Vergleich zum Flusshochwasser sehr geringe Vorwarnzeiten. Durch die Klimaerwärmung wird eine Zunahme solcher Extremniederschläge erwartet.
Bedingt durch die hohen Niederschlagsintensitäten fließen bei Starkregen große Teile des Niederschlags oberirdisch ab. Dabei sind nicht nur gewässernahe Orte betroffen, die Abflussprozesse können überall auf der Geländeoberfläche stattfinden. Die Straßen bilden dabei häufig Abflusswege und durch hohe Strömungskräfte werden Treibgut und Geröll mitgerissen. So kann es zu großen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, aber auch zu Gefahr für Leib und Leben kommen.
Was bedeutet Starkregenvorsorge?
Ziel der Starkregenvorsorge ist es, die Risiken bei unvermeidbaren Extremniederschlägen möglichst gering zu halten und aus in der Vergangenheit entstandenen Schäden zu lernen. Die Gemeinde Wadgassen hat daher die Erarbeitung eines solchen Starkregenvorsorgekonzeptes, welches vom Land zu 90 Prozent gefördert wird, bei dem Fachbüro Weber-Ingenieure in Auftrag gegeben. Eine Auftaktveranstaltung mit dem Ingenieurbüro Weber-Ingenieure GmbH hat hierzu bereits in der Vergangenheit stattgefunden.
Im Rahmen der Erarbeitung von Starkregengefahrenkarten wurden Anfang des Jahres Ortsbegehungen zusammen mit der Verwaltung der Gemeinde Wadgassen, Vertretern der Feuerwehr, den verantwortlichen Ortsvorstehern sowie dem Ingenieurbüro durchgeführt, in denen die neuralgischen Bereiche und Punkte dokumentiert und modelltechnisch berücksichtigt wurden.
Während aktuell auf Grundlage der Gefahrenkarten eine Defizitanalyse durchgeführt wird, werden abschließend verschiedene Maßnahmen zur Risikoreduzierung das Ergebnis des Vorsorgekonzeptes sein. Diese umfassen sowohl bauliche als auch verhaltensbezogene Maßnahmen und liegen teilweise im direkten Verantwortungsbereich der Gemeinde, betreffen aber auch die Risikokommunikation sowie die Bereitstellung von Informationen zur Unterstützung von Eigentümern, eigenverantwortlichen Objektschutz zu betreiben.