Liebe Garten- und Naturfreunde,
bevor ich Ihnen noch ein Gewächs vorstelle, dass aufgrund der deutlich höheren Temperaturen in unseren Gefilden jetzt auch hier gedeiht, möchte ich Ihnen noch einen letzten, nicht ganz unwichtigen Hinweis zum Amaranth geben. Hierbei geht es um das Nitrat. Amaranth kann unter bestimmten Anbaubedingungen Nitrat anreichern. Für den gesunden Erwachsenen ist das in der Regel unbedenklich, jedoch sollte nitrathaltiges Gemüse nicht zu lange warmgehalten, nicht aufgewärmt und am besten nicht an Babys und Kleinkinder „verfüttert“ werden.
Amaranth kann wie andere Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae), wie Spinat, Mangold oder Rote Bete, viel Nitrat in den Blättern anreichern, wenn die Stickstoffaufnahme aus dem Boden höher ist als das eigentliche Wachstum und der Abbau in der Pflanze selbst. Und genau das passiert vor allem bei folgenden Bedingungen:
Hoher Stickstoffgehalt im Boden - durch übermäßige Düngung mit mineralischem Stickstoff oder bei sehr kompostreichen Böden.
Bei Lichtmangel - einmal durch trübes Wetter oder zu schattige Standorte. Aber auch bei zu dichten Beständen, denn diese reduzieren die Photosynthese, wodurch die Pflanze das Nitrat nicht richtig abbauen kann!
Kühle Temperaturen (unter 8 ° – 10° C) führen zumeist zu einem Wachstumsstopp oder zumindest zu verlangsamtem Wachstum, was wiederum den Abbau des Nitratgehalts verlangsamt.
Auch Trockenheit, also Wassermangel, bremst den Stoffwechsel in der Pflanze und führt so zu einer höheren Nitratkonzentration im Pflanzengewebe.
Man wird es kaum glauben, aber sogar die Tageszeit, in welcher das Gemüse geerntet wird, spielt eine Rolle bei dem Nitratgehalt in den Pflanzen. In den Morgenstunden ist der Nitratgehalt in den Blättern naturgemäß am höchsten, da über Nacht ununterbrochen Nitrat aufgenommen, aber ohne Licht nicht verarbeitet wird. Folglich ist eine Ernte dieser Gemüsearten zur Mittags- oder Abendzeit die deutlich bessere Wahl!
Jetzt zum Nitrat selbst. Wieso kann es sich schädlich auf unseren Körper, auf unsere Gesundheit auswirken? Nun eigentlich ist das Nitrat an sich für den Menschen weitgehend harmlos, jedoch kann es im Körper durch Bakterien in das giftige Nitrit umgewandelt werden.
Wieso ist Nitrit gefährlich für uns? Was bewirkt es?
Erstens: Es kann z.B. zu einem Sauerstoffmangel in unserem Blut führen. Punkt zwei: Die Gefahr für Säuglinge scheint besonders groß, da diese noch kein vollständiges Enzymsystem und einen noch nicht sauren Magen haben. Daher bilden sich bei ihnen besonders leicht Bakterien, die dann das Nitrat in Nitrit umwandeln können. Und das könnte dann eine lebensgefährliche Blausucht (Methämoglobinämie) auslösen.
Drittens: Nicht wenige Wissenschaftler haben den Verdacht, dass Nitrit im Magen-Darm-Trakt mit Eiweißbausteinen (Aminen) derart reagiert, dass bei diesem Vorgang Nitrosamine entstehen können. Diese wiederum sind laut Ergebnissen in Tierversuchen stark krebserregend.
• Und jetzt die guten Nachrichten: Sie selbst können den Nitratgehalt in Speisen bei der Zubereitung schon alleine durch einfaches Waschen, Schälen und Kochen deutlich verringern. Auch das Wegschneiden von Strünken, dicken Blattrippen und der äußeren Blätter ist sehr hilfreich, denn gerade dort ist das meiste Nitrat zu finden. Da Nitrat wasserlöslich ist, geht ein großer Teil beim Kochen in das Wasser über. Schütten Sie deshalb das Kochwasser nach der Zubereitung unbedingt weg, und verwenden Sie es nicht für Soßen. Bewahren Sie gekochte Speisen mit viel Nitrat (wie Spinat, Amaranth, Mangold oder Rote Bete) nicht lange bei Raumtemperatur auf. Kühlen Sie Reste schnell im Kühlschrank ab. Das stoppt Bakterien, die Nitrat in Nitrit umwandeln. Kombinieren Sie vitamin-C-reiche Lebensmittel, wie z. B. Orangenfilets oder Zitronensaft mit diesen Gemüsen, denn das Vitamin C hemmt die Bildung unerwünschter Verbindungen in unserem Körper.
Das war jetzt doch wieder eine Menge Text, aber nun sind Sie umfassend informiert und wissen was zu tun ist, um mögliche gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Das wärmeliebende Gewächs, das ich oben angekündigt hatte, stelle ich Ihnen nächste Woche vor. Heute nur so viel – es geht um die Wassermelonen und deren Anbau in unseren Gärten! Bis dahin