Liebe Garten- und Naturfreunde,
erkennen Sie die auf diesen Fotos dargestellten Pflanzen?
Dies ist ein Topinambur u n d dies ein Rauer Sonnenhut.
Diese beiden Pflanzen sehen sich zumindest auf diesen Bildern recht ähnlich (wenn man von dem Blütenkorb, auch Blütenboden benanntem Inneren, der jeweiligen Blütenarten absieht). Was die Gesamtform der Blüten betrifft, so ist diese frappierende Ähnlichkeit auch in natura gegeben. Dort ist allerdings das Größenwachstum höchst unterschiedlich, was eine Verwechselung dieser beiden Pflanzen geradezu unmöglich macht. Der Topinambur wird in der Regel so 3 bis 4 Meter hoch, während der Raue Sonnenhut bei einer Größe von ungefähr 80 cm deutlich kleiner im Wuchs ist. Aber das ist nicht der einzige Unterschied. Während der Raue Sonnenhut uns alljährlich „lediglich“ mit seinen kleinen, sehr lange blühenden „Sonnenblumen“ erfreut, ist der Topinambur eine ganz großartige, erntefähige Nutzpflanze. Sie gehört botanisch zur Familie der Korbblütler und zählt somit zur selben Gattung wie die Sonnenblume. Die Sprossknollen des Topinamburs kann uns als ganz großartiges „Wurzelgemüse“ dienen. Aus derselben Familie stammt übrigens auch die Yacon, deren süße Knollen ebenfalls ähnlich genutzt werden können.
Die Knollen der Topinambur sind von richtig großem Nutzen für uns, vor allem für Menschen mit Diabetes sind sie ganz besonders geeignet! Man hat ihnen deshalb sogar den Beinamen „Diabetiker-Kartoffel“ gegeben! Der Grund: sie enthält den Ballaststoff Inulin, der vom Körper insulinunabhängig verwertet wird. Das heißt: der Blutzuckerspiegel steigt nach dem Verzehr nicht an! Zudem machen diese Ballaststoffe von Topinambur schnell satt, sie zügeln somit den Appetit und sie wirken sich auch noch günstig auf die „gesunden“ Darmbakterien aus! Wieso „gesunde Bakterien“? werden Sie sich jetzt vielleicht fragen, nun das ist schnell beantwortet: Diese Bakterien wirken einmal entzündungshemmend, sie unterstützen die Verdauung und sie stärken auch noch unser Immunsystem.
Diese „tolle Knolle“ lässt sich vielseitig roh aber auch gegart mit oder ohne Schale essen. Man kann sie ganz ähnlich wie Kartoffeln als Püree, in der Suppe oder als Ofengemüse zubereiten. Wie schon angedeutet, die sehr dünne Schale muss dabei nicht zwingend entfernt werden. Waschen Sie die geernteten Knollen gründlich mit einer Gemüsebürste unter Wasser, denn in den Unebenheiten der Knolle sammelt sich oft noch Erde an. Sollten Sie mit dieser Art der Säuberung nicht zufrieden sein, so können Sie die Schale mit auch mit einem kleinen Messer oder einem Löffel abkratzen. Noch ein Tipp und ein dazugehörender Trick: Geschnittene rohe Stücke der Topinambur verfärben sich recht schnell an der Luft und sehen dann nicht mehr sehr appetitlich aus. Ein paar Tropfen Zitronensaft verhindern das.
Und noch etwas sollten Sie unbedingt wissen! Vorsicht ist bei erblicher Fructose-Intoleranz (Unverträglichkeit) geboten! Das bedeutet, bei empfindlichen Personen kann der hohe Inulingehalt unter Umständen zu Blähungen führen. Mein Rat: Beginnen Sie zunächst einfach mit kleineren Portionen.
Mehr Tipps und Infos zur Topinambur finden Sie nächste Woche hier, an gleicher Stelle. Haben Sie bis dahin eine gute Zeit.
Ihre Heidemarie Traut