heute erfahren Sie hier noch ein paar Dinge warum Ihr Weihnachtsstern womöglich viel zu früh seine Blätter verliert und dann letztlich eingeht. In der vorigen Woche habe ich Sie auf seine Empfindlichkeit bei kühlen oder gar kalten Temperaturen und die Unverträglichkeit von Zugluft aufmerksam gemacht.
Ein weiterer Punkt, der ihm nicht gefällt, ist mangelnde Helligkeit. Denn der Weihnachtsstern ist eine lichtliebende Pflanze. Aber leider ist bei uns, besonders im Winter, die Tageslichtausbeute für die hiesige Pflanzenwelt generell stark reduziert. Stellen Sie die Poinsettie, so wird der Weihnachtsstern auch genannt, deshalb möglichst hell auf, aber bitte nicht in die direkte Sonne. Auch der Couchtisch mitten im Wohnraum oder ein Badezimmer mit kleinerem Fenster sind nicht die richtigen Standorte, denn hier ist es in der Regel einfach zu dunkel. An einem zugfreien hellen Fenster, ohne direkte Sonneneinstrahlung, ist der Weihnachtsstern so richtig gut platziert, dort fühlt er sich sichtbar wohl.
Eine möglicherweise falsche Bewässerung könnte ein weiterer Aspekt sein, dass es Ihrem „Christstern“ nicht gut geht. Es ist oftmals so, dass wir viele exotische Topfpflanzen, so auch unseren Christ- oder Weihnachtsstern häufig übergießen. Und das passiert nicht nur im Haushalt, sondern oft auch bereits im Handel. Die Tropenpflanze reagiert auf Staunässe aber leider sehr empfindlich, will heißen, sie verliert dann schnell die ersten Blätter. Gießen Sie Ihren Weihnachtsstern also lieber etwas weniger als zu viel. Am besten bekommt der Pflanze ein kurzes Tauchbad, welches Sie alle 7 - 10 Tage wiederholen sollten. Nehmen Sie für dieses Tauchbad leicht überschlagenes, lauwarmes Wasser. Und stellen Sie den Weihnachtsstern nach dem Tauchbad in einen Untersetzer oder einen Topf mit Drainage, damit überschüssiges Gießwasser gut ablaufen kann. Sollte die Pflanze einmal zu trocken stehen, so zeigt sie das mit leicht hängenden Blättern an. Dann sollte sie möglichst direkt wieder Wasser bekommen. Übrigens Trockenheit schadet der Pflanze deutlich weniger als zu viel Nässe. Noch ein Tipp: Verzichten Sie während der Blühphase der Poinsettie auf Dünger. Denn dies würde lediglich zur falschen Zeit zu Größenwachstum führen und die farbigen Hochblätter verdrängen.
Wäre noch der Punkt mit dem Reifegas „Ethylen“ zu benennen. Es lässt die Weihnachtssterne vorzeitig altern. Sie kennen das sicher von Äpfeln, die es ebenfalls abgeben. Daher sollte man diese z. B. nicht mit Bananen zusammen in eine Obstschale legen. In der Vorweihnachtszeit werden Weihnachtssterne aber in großen Mengen dicht gedrängt und meist auch noch in Folie verpackt im Pflanzenhandel angeboten. Dabei entsteht ein „Überangebot“ an Ethylen, das sich nicht ausreichend verflüchtigen kann. Und so sorgt es bereits nach wenigen Stunden der Anreicherung für eine vorzeitige Alterung. Nehmen Sie Ihre Poinsettie zu Hause also gleich aus der Verpackung und vermeiden Sie unbedingt Dekorationen, bei denen das Gas nicht gut entweichen kann, wie zum Beispiel die Ausstellung der Pflanze in einem hohen Glasgefäß.
Das sieht leider nur kurzfristig schön aus, aber der Welkeprozess beginnt hier viel zu schnell!
Werte Garten- und Naturfreunde, wenn Sie es bis jetzt geschafft haben Ihren Weihnachtsstern zu erhalten, werfen Sie ihn nicht auf den Kompost. In der nächsten Woche verrate ich Ihnen, wie Sie ihn weiter kultivieren können und so für viele Jahre Ihre Freude an ihm haben dürfen!
Ihre Heidemarie Traut