diese Woche geht es mit der Pflanze weiter, deren unterirdische Ausläufer den Kartoffeln ähnliche Knollen bilden. Hier zu sehen: die Knollen der Topinambur, die oftmals höchst unterschiedliche Ausformungen entwickeln können. So gibt es sie z. B. birnen-, apfel- bis spindelförmig.
In unserer Agrarwirtschaft hat die Topinambur noch nicht so recht Fuß gefasst. Es gibt lediglich ein paar kleinere Anbaugebiete in Niedersachsen und Baden, ansonsten findet man sie in unseren deutschen Regionen eher selten. Aber zum Glück kann man dieses tolle Wurzelgemüse mittlerweile in einigen Supermärkten oder auf Wochenmärkten kaufen. Die dort angebotenen Topinamburknollen wurden zumeist aus Frankreich oder Israel importiert. Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, dass die Knollen fest, knackig und ohne Runzeln sind! Die frischen Knollen halten sich, in einem feuchten Tuch einschlagen, drei bis vier Tage im Kühlschrank.
Sie können die Topinambur aber auch ganz einfach in Ihrem heimischen Garten selbst anbauen. Vom Grundsatz her soll das sogar fast ganzjährig möglich sein. Ich selbst bevorzuge das Auslegen der Knollen im Frühjahr – so von März bis Mai. Man legt die Knollen dann etwa 10 cm tief in die Erde, mit einem Abstand von Knolle zu Knolle und zur nächsten Reihe von je ca. 50 cm. Denn um sich richtig gut entwickeln zu können, brauchen sie relativ viel Platz! Ansonsten ist die Topinambur äußerst pflegeleicht. Sie hat keine hohen Ansprüche an den Boden – sandig und locker genügt. Auch beim Standort ist die Topinambur nicht wählerisch. Sie gedeiht sowohl in der Sonne, als auch im Halbschatten. Und winterhart ist sie außerdem auch noch! Ja man kann sogar sagen: Die Knollen sind extrem frosthart – bis zu Minus 30°C halten sie aus, während der oberirdische Spross nur Minus 5 °C aushält!
Auch die Frage „Wann ist der geeignete Erntezeitpunkt?“ - ist schnell beantwortet: Ab Spätsommer/Herbst können die Knollen geerntet werden. Ernten Sie „bedarfsgerecht“ – will heißen: entnehmen Sie nur so viel Knollen, wie Sie diese zeitnah verbrauchen. Das Gute an diesen Knollen, sie können auch über den ganzen Winter -bei frostfreiem Boden- ausgegraben und am besten sofort verwendet werden!
Jetzt komme ich zu einem Punkt, dem Sie eine etwas höhere Aufmerksamkeit schenken sollten. Die Topinambur treibt aus den kleinsten zurückgelassenen Knollen im nächsten Frühjahr wieder sicher aus. Ja! sogar schon Bruchstücke der Rhizomknollen reichen, um neu auszutreiben. Es ist unbestritten, die Topinambur hat eine enorme Wuchskraft! Daher meine ganz dringende Empfehlung, wenn Sie nicht möchten, dass sich die Pflanze unkontrolliert ausbreitet: Legen Sie eine stabile Rhizomsperre an! Dieser starke Ausbreitungsdrang hat sogar dazu geführt, dass in der Schweiz die Topinambur auf die Liste der gebietsfremden Neophyten gesetzt wurde. Als „Neophyten“ werden alle gebietsfremden Pflanzenarten bezeichnet, die nach dem Jahr 1492 (der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus) direkt oder indirekt durch den Menschen in Regionen eingeführt wurden, in denen sie vorher nicht heimisch waren.
So, das wars für heute. Haben Sie bis nächste Woche eine gute Zeit!