Der Weihnachtsstern besticht immer wieder mit seinen schönen, roten Hochblättern, die sehr oft fälschlicherweise für die Blüten gehalten werden. Die wirklichen Blüten sind recht klein. Sie sind gelb-grün und sie sitzen in der Mitte dieser farbigen Hochblätter, welche auch Brakteen genannt werden, und erscheinen zwischen November und Januar. Die Hochblätter sind übrigens von Natur aus bei dem Weihnachtsstern mit ihrer leuchtend roten Farbe ausgestattet, um in der Natur Insekten anzulocken.
Sind sie verblüht, werden die Pflanzen bei uns allzu oft einfach weggeworfen. Das muss aber nicht sein, denn dieses Wolfsmilchgewächs kann jedes Jahr erneut blühen. Was halten Sie davon Ihren Weihnachtsstern ganzjährig als Zimmerpflanze zu halten?! Dann kann er, bei richtiger Pflege, 10 oder sogar 20 Jahre alt werden. Wenn Sie sich darauf einlassen, dieses wunderschöne Gewächs nach den Feiertagen nicht auf den Kompost zu werfen sondern zu „übersommern“, dann gebe ich Ihnen jetzt ein paar Tipps, wie Ihnen das recht gut gelingen kann.
Warten Sie, bis bei Ihrem Weihnachtsstern nach dem Ende seiner Blütezeit (das wird spätestens im März der Fall sein) die roten Hochblätter zunächst etwas vergrünen und dann abgeworfen werden. Das ist zu diesem Zeitpunkt kein Pflegefehler, sondern der Beginn eines ganz normalen Erneuerungsvorgangs des Weihnachtssterns. Jetzt heißt es zunächst deutlich weniger gießen. Ein heller, etwas kühlerer Standort ist zu diesem Zeitpunkt ideal. Er sollte aber in keinem Fall unter 12° liegen. Sind diese Gegebenheiten erfüllt, tritt die Pflanze in eine gewollte Ruhephase.
Ab März/April sollte dann er beherzter Rückschnitt erfolgen. Kürzen Sie alle Triebe auf etwa 15 - 20 cm ein. Schneiden Sie dabei stets kurz über einem Blattknoten, so fördern Sie ein wunderbar buschiges Wachstum. Ganz wichtig hierbei ist eine scharfe Schere, denn die unverholzten Triebe sind recht weich und sollten nicht gequetscht werden! Ziehen Sie bei dieser Arbeit auch unbedingt Handschuhe an, denn der austretende Milchsaft ist leicht giftig und reizt die Haut.
Jetzt ist auch der Zeitpunkt die Pflanze in frische Erde umzutopfen. Verwenden Sie hierzu einen nur leicht größeren Topf (3-5 cm mehr Durchmesser) mit Abflusslöchern. Nehmen Sie nun die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf, und lockern Sie den meist stark verdichteten Wurzelballen leicht mit den Händen. Setzen Sie Ihre gestutzte Pflanze nun mittig in diesen neuen Topf. Die Pflanzerde sollte locker und luftig sein. Bitte benutzen Sie aus Gründen gelebter Nachhaltigkeit torffreie Erden aus nachwachsenden Rohstoffen wie Rindenhumus, Holzfasern, Kompost oder eine Mischung aus diesen Dreien. Der Verzicht auf Torf dient primär dem Klimaschutz und dem Erhalt von Mooren. Während Torfabbau diese wertvollen Moore zerstört, die einmal hochwichtige CO2-Speicher sind, und zudem vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Außerdem ist torffreie Erde für den Weihnachtsstern auch noch deutlich besser geeignet, da sie Staunässe verhindert. Es gibt im Handel spezielle Weihnachtsstern-Erde, basierend auf torffreien Substraten, die meist auf Kompost- oder Holzfaserbasis beruhen und eine richtig gute Drainage bieten, was der gefürchteten Wurzelfäule Ihres Christsterns durch Staunässe vorbeugt. Gut bewährt hat sich auch Kakteenerde zur Kultur der Adventssterne. Diese ist ebenfalls schön locker und lässt überschüssiges Wasser sehr gut abfließen. Wenn Sie keine Kakteenerde zur Hand haben, können Sie auch hochwertige Blumenerde mit Sand oder Lavagranulat mischen und Ihren Weihnachtsstern dort hinein pflanzen. Drücken Sie zum Abschluss Ihrer Umpflanzaktion die Erde zunächst leicht an. Jetzt die Pflanze noch mit zimmerwarmem Wasser gut angießen - dabei überschüssiges Wasser unbedingt abfließen lassen.
Das Durchstarten Ihres Weihnachtssterns (Euphorbia pulcherrima) in ein weiteres Lebensjahr dürfte so gelungen sein.
Wie und was Sie im Sommer beachten sollten, welche Standorte und Düngegaben sinnvoll sind, und wie Sie im Herbst weiter verfahren sollten damit Ihr Christstern wieder zur vollen Farbenpracht gelangt, das erfahren Sie hier an gleicher Stelle in der nächsten Woche.