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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 7/2026
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Faasend-mehr als nur die fünfte Jahreszeit

Wenn die fünfte Jahreszeit beginnt, dann schlägt das Herz vieler Närrinnen und Narren höher. Bunte Kostüme, Schunkellieder, Büttenreden und fröhliches Miteinander – das ist Faasend, wie man sie kennt und liebt.

Faasend ist aber auch mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden: die frisch gebackenen Faasendkichelcher der Mama, das selbstgenähte Kostüm, das erste Kennenlernen und die erste Verliebtheit – und so vieles mehr.

Der besondere Reiz der Faasend lag zu allen Zeiten darin, dass für eine kurze Weile andere Regeln gelten. Man darf laut sein, bunt, übertrieben, kritisch und närrisch. Humor wird zur Sprache, Masken erlauben es, Dinge auszusprechen, die sonst keinen Platz hätten, und gemeinsames Lachen wirkt befreiend. Gerade darin liegt die besondere Bedeutung der Faasend. Sie ist mehr als Brauchtum oder Unterhaltung – sie ist ein Ventil, ein Innehalten und ein gemeinsames Durchatmen.

In den 1950er-Jahren bot die Faasend nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren die Möglichkeit, Sorgen für einen Moment zu vergessen und wieder Leichtigkeit zu verspüren. Vereine gründeten sich neu, Umzüge wurden wieder organisiert und Prunksitzungen fanden erneut ihren festen Platz im Jahreskalender. Gefeiert wurde herzlich und zünftig – mit selbstgemachten Kostümen, selbstgebastelter Dekoration und einem Hauch von Improvisation.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 1960er- und 1970er-Jahre veränderte sich auch die Faasend. Sie wurde größer, bunter und zunehmend professioneller. Wagenbau, Musik und Kostüme entwickelten sich weiter und spiegelten den gesellschaftlichen Wandel wider.

Diese Entwicklung setzte sich in den 1980er-Jahren fort. Die Faasend wurde mehr und mehr zu einem Zusammenspiel aus gewachsener Tradition und moderner Veranstaltungsorganisation.

Seit den 1990er-Jahren wurde die Gesellschaft insgesamt vielfältiger, Lebensentwürfe individueller und Freizeitangebote zahlreicher. In diesem Umfeld behauptete sich die Faasend als verbindendes Kulturgut, indem sie offen blieb für neue Einflüsse und Ausdrucksformen.

Der Blick in die vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass sich Formen und Ausdrucksweisen der Faasend immer wieder gewandelt haben. Was jedoch gleichgeblieben ist, ist ihr Kern: Sie ist ein Fest der Freude, der Gemeinschaft und des Humors. Sie bringt Menschen zusammen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Status.

Möglichkeiten, um Erinnerungen aufleben zu lassen:

backen, z. B. Konfetti-Kuchen, Berliner oder Quarkbällchen

zur Einstimmung passende Musik zur Jahreszeit hören

einen der vielfältigen Umzüge besuchen, z. B. am Faasendsamstag in Wadgassen

eine der vielen Prunksitzungen im Fernsehen anschauen – die dritten Programme zeigen jedes Jahr Zusammenschnitte aus vergangenen Jahrzehnten

Viel Spaß an der Faasend und Alleh Hopp!