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Wadgasser Rundschau
Ausgabe 9/2026
Sonstige amtliche Mitteilungen
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Heidis GRüne Ecke

Liebe Garten- und Naturfreunde!

Heute möchte ich Ihnen u. a. ein paar Tipps zur richtigen Düngung von Weihnachtssternen geben. Als natürliche Nährstoffquelle eignet sich BIPLANTOL® Guano – ein organisch-mineralischer Dünger, der die Erde schonend mit wertvollen Nährstoffen versorgt und die Bodenfruchtbarkeit verbessert. Eine Düngung alle zwei Wochen (in halber Konzentration) genügt, um den Weihnachtsstern vital zu halten. Es wurde von Ihrer Seite schon öfter nachgefragt, ob auch Brennnesseljauche ein geeigneter Dünger für den Christstern sein könnte. Dazu ist folgendes zu sagen: Da die Brennnesseljauche ein sehr stickstoffhaltiger Dünger ist, ist sie nicht wirklich optimal für den Christstern, denn zuviel Stickstoff hat bei ihm unter anderem ein weiches Längenwachstum zur Folge. Das heißt, die Pflanze „schießt regelrecht ins Kraut“ und vernachlässigt noch zusätzlich die Ausbildung der farbigen Hochblätter und der Blüten. Deutlich stabiler wächst die Pflanze mit einem kaliumbetonten Dünger. Der richtige Zeitraum für die Düngung ist das Frühjahr. So ab März/April bis einschließlich August lauter hier die Empfehlung. Aber Vorsicht auch hier gilt: besser etwas weniger als zu viel Düngemittel! Denn eine Überdüngung schadet der Pflanze, indem sie u. a. deren Wurzeln schädigen kann. Die Düngung sollte auch keinesfalls zur Blüteninduktion (= der biologische Prozess, bei dem sich die Blütenbildung vollzieht) erfolgen. Die eigentliche „Blütenanreizung“ beginnt ab September/Oktober und geht wie folgt vonstatten: Da der Weihnachtsstern eine sogenannte Kurztagpflanze ist, braucht sie um die typische Rotfärbung der Blätter zu fördern, ab September/Oktober täglich mindestens 14 Stunden lang absolute Dunkelheit. Diese wird erreicht, indem man die Pflanze von ca. 18:00 am Abend bis 8:00 Uhr am nächsten Morgen mit einem Karton oder einem großen dunklen Eimer abdeckt. Also ganz einfach und ohne großen Aufwand, dürfte Ihnen so ein erneutes Blühwunder beschert werden!

Kommen wir noch zu der Möglichkeit Christsterne selbst heranzuziehen, zu vermehren. Dies gelingt ebenfalls recht einfach, indem man zunächst Stecklinge schneidet. Der beste Zeitpunkt um sogenannte Weichholzstecklinge zu schneiden ist im Frühjahr, also dann, wenn Sie Ihren Weihnachtsstern sowieso zurückschneiden. Wie schon erwähnt gelingt dieses Unterfangen auch noch im Frühsommer. Schneiden Sie dabei die Stecklinge des Weihnachtssterns kurz unter dem Nodium (Sprossknoten = verdickte Stelle) auf acht bis zehn Zentimeter Länge zurecht. Ziehen Sie zuvor unbedingt Gummihandschuhe an, denn der austretende Milchsaft kann Ihre Haut reizen. Entfernen Sie von den zurechtgeschnittenen Triebstücken noch die unteren Blätter. Waschen Sie nun den milchigen Saft zunächst mit frischem Wasser ab, und lassen Sie ihre Stecklinge dann kurz antrocknen. Stecken Sie danach dieselben entweder in eine Anzuchtschale oder einen Topf mit Anzuchterde (= ganz wichtig da diese nicht gedüngt ist!). Es kann auch grober, gewaschener Sand sein. Als weitere Möglichkeit für die Bewurzelung bietet sich ein einfaches Glas mit leicht lauwarmem Wasser an. Stellen Sie ihre Stecklinge einfach dort hinein. Dabei sollte das Wasser bis knapp über den Blattansatz reichen, jedoch nicht über das erste Blatt selbst! Die Umgebungstemperatur sollte bei etwa 22°C liegen. Die ersten Würzelchen zeigen sich oft bereits nach etwa 10 bis 14 Tagen. Eine solide Bewurzelung dauert meist so drei bis vier Wochen. Sie können die Wurzelbildung allerdings auch selbst beschleunigen, indem Sie für eine hohe Luftfeuchtigkeit (z. B. durch eine Plastikhaube), für Wärme (s.o.) und für einen hellen, aber absonnigen Standort sorgen. Wenn die weißen, zarten Würzelchen dann eine ungefähre Länge von ca. 7 - 9 cm erreicht haben, können Sie die Stecklinge einzeln in Blumentöpfe (mit Anzuchterde) einpflanzen. Bis zur Adventszeit oder bis zum Weihnachtsfest werden sich schon recht ansehnliche Pflanzen entwickelt haben, die Sie an Freunde und Ihre Lieben verschenken können. Welche Bedeutung hat es heutzutage Jemandem einen Weihnachtsstern zu schenken? Während sie von den alten Azteken als Symbole der Reinheit angesehen wurden, bedeuten es in der heutigen Blumensprache: Sie wünschen den Beschenkten gute Laune und Erfolg. Des Weiteren sollen sie Wünsche nach Heiterkeit und Feierlichkeit übermitteln.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der eigenen Anzucht dieser wunderschönen, mehrjährigen „Winterblüher“!

Ihre Heidemarie Traut