Das Backhaus Helbing, das Mühlrad der Dorfmühle, die Scheune von Haltenhofs Gehöft, (wo heute das alte Spritzenhaus steht) wurden total zerstört. Der Schaden zeigte sich nicht sogleich, erst später mussten noch Häuser gestützt werden, weil die Keller einfielen. Der Schaden im Dorf belief sich auf über 310.000 Mark. Außer den eingefallenen Gebäuden sind noch 12 Häuser geräumt worden und etwa 60 sind abgestützt worden. Aber auch zahlreiche Keller sind eingebrochen.
Auch bei der Eisenbahn trat eine Verkehrsstörung ein, der Zug fuhr nur bis 400m vor Grabe und der Zug von Schlotheim konnte nur bis Grabe fahren. An verschiedenen Stellen wurde der Bahnkörper zerstört. In Österkörner kommen mehrere hundert Schafe, zwei Fohlen sowie etliches Kleinvieh in den Fluten um. Man bat die umliegenden Ortschaften um Hilfe. Auch Körner erbat von Schlotheim Hilfe, die jedoch nicht gewährt werden konnte, da auch Schlotheim vom Unwetter stark beschädigt wurde, 15 Gebäude sind eingestürzt und 62 Familien obdachlos. Männer der Freiwilligen Feuerwehr Schlotheim und einige mutige Männer retteten Bewohner aus den schlimmsten bedrohten Häusern, so das auch hier keine Menschenleben zu beklagen waren.
Laut Zeitungsberichten erhöhte sich auch hier der Schaden in den folgenden Tagen noch erheblich. Im Körnerschen- und Schlotheimer Überschwemmungsgebiet ist seit Donnerstag ein überaus starker Besucherverkehr von auswärts eingetreten. Selbst aus weiter liegenden Städten wie Leipzig, Dresden, Weimar, Erfurt usw. trafen Besucher mittels Autos ein um die Unglückstätte in Augenschein zu nehmen. Auch die Eisenbahn konnte in den letzten Tagen einen starken Verkehr feststellen. Fotografen sind ständig bei der Arbeit, um die Unglückstätte im Bild festzuhalten oder diese den Illustrierten Zeitungen zugänglich zu machen.
Ende
Helmut Groß