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Amtsblatt der Stadt Nottertal-Heilinger Höhen
Ausgabe 4/2026
Nichtamtlicher Teil
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Aus Körners Vergangenheit

Auszüge aus der Chronik der Feuerwehr von Körner. Aus meinem Heft 1

Druckerei Wagner 27.04. 2013.

Wann die Erste Feuerlöschspritze in Körner angeschafft wurde, lässt sich zurzeit nicht genau bestimmen. In einer Inventurliste kann man jedoch lesen, das Körner 1866 drei Feuerspritzen besaß, davon 2 Rohrspritzen und eine Schlauchspritze. Diese Gerätschaften waren im Dorf verteilt, so ist es zu verstehen, dass es hier auch drei Spritzenhäuser gab. Im Spritzenhaus auf dem Anger stand die Schlauchspritze. Das Spritzenhaus trug die Nummer 3 und den Schlüssel hatte Christoph Degenhardt in Verwahrung. Diese moderne Spritze wurde vom Glockengießer Koch in Mühlhausen gefertigt. Eine Umfangreiche Dokumentation ist überliefert. Im Spritzenhaus auf dem Schäfereihof stand eine Rohrspritze aus dem Jahr 1717, gefertigt von der Firma Bahrt in Erfurt, den Schlüssel besaß Bernhard Stützer. Das Spritzenhaus auf dem Plan (Friedenslinde) stand auf der linken Seite in Richtung „Rotes Tor“, den Schlüssel hatte die Witwe Möhrstedt in Verwahrung. Hier standen uns lange Zeit keine Angaben zu Verfügung. Mittlerweile sind doch einige Daten bekannt geworden, sie stammt aus dem Jahr 1697 und wahrscheinlich noch früher. 100 Jahre waren in der damaligen Zeit kein Alter für eine Spritze. Sie wurde 1697 bei einem Brand in Bothenheilingen eingesetzt. Ihre Bauweise lässt auf ein noch älteres Datum schließen. Über die Einrichtung und Bauweise der Gerätehäuser ist leider nichts überliefert. Jedoch waren wohl durch begrenzte Lagermöglichkeiten und vielleicht auch durch schnelleres Herbeischaffen zum Brandplatz in verschiedenen Straßen und Gassen Halterungen angebracht, auf denen Leitern und Haken zu Löschzwecken ruhten.

Immer wieder durchsuchte ich Rechnungsbücher, um weitere Belege für die Anschaffungen von Spritzen und Zubehör zu finden. 1885 fand ich in einem Rechnungsbuch, das eine Spritze bei der Firma Baldauf in Chemnitz gekauft wurde. Es war eine Zweirädrige Rohrspritze, vielleicht entsprach sie nicht den Vorstellungen, oder wie auch immer, man schaffte sich 1911 eine Größere an. Sie wurde in Nürnberg gefertigt, kostete 1725 Mark. Sie wurde mit der Bahn bis Körner geliefert. Die Transportkosten betrugen 53,45M Hugo Zienert, Christoph Zienert und ein Wichmann bekamen für das Ausladen 9,30M. Hier handelt es sich um die noch heute existierende Handdruckspritze von 1911. Man kann 5 Handruckspritzen nachweisen. Körner war über viele Jahre doch sehr gut ausgerüstet.

Durch den immer voranschreitenden technischen Fortschritt kamen die Motorspritzen mehr und mehr in Gebrauch. Sie verdrängten immer mehr die alten Handdruckspritzen. In dem am 1. Mai 1920 gegründeten Land Thüringen, wurde Körner dem Kreis Sondershausen zugewiesen. 1923 am 11. August, zum Thüringer Verbandstag in Gera, wurde der Hauptmann Wegerich vom Landesbranddirektor Herold zum Bezirksbrandmeister Stellvertreter ernannt, nach dem zuvor der Bezirksbrandmeister Walter wegen Auflösung des Schlotheimer Feuerwehrbezirkes von seinem Amte enthoben und der Bezirk dem Körnerschen Bezirk zugeteilt wurde. „so steht nun die Stadt Schlotheim bzw. Ihre Feuerwehr, dem dörflichen Körner unter“. Politisch, wirtschaftliche Hintergründe trugen bestimmt dazu bei, dass Körner am 9. März 1925 eine Motorspritze der Firma Ewald - Küstrin für 6800 RM erhielt. Eine interessante Tatsache ist noch zu erwähnen. Schon 3Tage nach der Übergabe und in Betriebnahme der neuen Spritze kam es zum ersten Brandeinsatz. Aber ihre größte Bewährungsprobe leistete die neue Motorspritze am 2. und 3. September gleichen Jahres, beim Brand auf der Domäne in Österkörner. Das Ende der schon erwähnten Spritzenhäuser wurde mit dem Hochwasser 1926 endgültig besiegelt. Ein modernes zentrales Gerätehaus ließ die alten Scheunen und Schuppen verschwinden. Das Wohnhaus an der Notterbrücke war nach dem Hochwasser so beschädigt, dass nur der Abriss erfolgen konnte, so entstand der Bauplatz für das neue Gerätehaus. Die Einweihung des neuen Gerätehauses erfolgte am Nikolausabend 1930. Auch ein paar Daten die unsere Feuerwehr betreffen, sollen hier noch erwähnt werden. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1922 gegründet, lediglich ein Schreiben, eine Einladung von 1932 weist auf dieses historische Ereignis hin. Albert Reiher wird Ortskommandant der Feuerwehr, bei der Einteilung in Löschbezirke wird Körner dem Löschbezirk Schlotheim zugewiesen, unter Führung des Bezirksbrandmeister August Wegerich.

 —  Fortsetzung folgt