am Ende des letzten Jahres ging es bei uns im Kreistag traditionell um eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt: den Haushalt. Er ist mehr als Zahlen und Tabellen – er ist ein politischer Kompass. Er zeigt, was uns wichtig ist, wo wir investieren und wie wir Verantwortung für unseren Landkreis übernehmen. In seiner letzten Sitzung des Jahres hat der Kreistag den Haushalt für 2026 beschlossen – nach intensiven Beratungen, mit einigen Änderungsanträgen, am Ende aber einhellig und geschlossen. Das ist in diesen Zeiten alles andere als selbstverständlich.
Der Haushalt 2026 steht unter schwierigen Vorzeichen. Steigende Kosten, hohe Anforderungen, enge finanzielle Spielräume – all das prägt die kommunale Ebene seit Jahren. Umso wichtiger ist es, dass es uns gelungen ist, die finanzielle Handlungsfähigkeit des Landkreises Schmalkalden-Meiningen zu sichern und zugleich klare Schwerpunkte zu setzen: für Bildung, Sicherheit und Infrastruktur.
Mit einem Gesamtvolumen von 278,2 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 33,5 Millionen Euro im Vermögenshaushalt ist der Landkreis solide aufgestellt. Besonders wichtig: Neue Kredite sind nicht vorgesehen – weder für den Kreis noch für unseren Eigenbetrieb KITS. Wir bleiben als eine der ganz wenigen Landkreise in Deutschland schuldenfrei! Wir investieren dennoch kräftig, aber gleichzeitig auch mit Augenmaß und übernehmen Verantwortung für kommende Generationen.
Eine wichtige Nachricht für unsere Städte und Gemeinden: Die Kreisumlage bleibt stabil. Mit einem Hebesatz von 33,717 Prozent bleibt sie nicht nur auf dem Niveau des Vorjahres, sondern weiterhin die niedrigste in ganz Thüringen. Ich muss allerdings eingestehen, dass ich eine leichte Erhöhung der Kreisumlage befürwortet hätte, da wir nun in den kommenden Jahren unter Umständen mit größeren Sprüngen rechnen müssen, sollten Bund und Land nicht an den entscheidenden Stellschrauben drehen.
Denn bei aller Stabilität bleibt eine große Herausforderung bestehen – die stark steigenden Sozialausgaben. Sie sind längst zum größten Kostenblock im Kreishaushalt geworden. Ob Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe oder Sozialhilfe: Der Zuschussbedarf wächst Jahr für Jahr, ohne dass wir als Landkreis darauf entscheidenden Einfluss hätten. Die Ursachen sind strukturell. Deshalb sage ich weiterhin klar und deutlich: Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen. Wenn Bund und Länder Aufgaben ausweiten oder neue Standards festlegen, ohne die Kommunen auskömmlich zu finanzieren, dann gefährdet das die kommunale Selbstverwaltung. Hier braucht es dringend Reformen – beim Kommunalen Finanzausgleich und bei den Standards des Sozialstaats.
Im Mittelpunkt des Haushalts 2026 stehen Investitionen von rund 22,9 Millionen Euro. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf unserer Schulinfrastruktur. Rund 7,8 Millionen Euro fließen in Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Zusätzlich investieren wir 2,8 Millionen Euro in die Digitalisierung von Schulen und Verwaltung. Bildung ist und bleibt eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben – und dafür stellen wir bewusst Mittel bereit.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherheit. Rund 4,3 Millionen Euro investieren wir in den Brand- und Katastrophenschutz sowie in den Rettungsdienst. Hinzu kommen Mittel für unsere Kreisstraßen und 5,2 Millionen Euro im Bereich der Abfallwirtschaft, insbesondere für Maßnahmen an der Deponie, die aus zweckgebundenen Rücklagen finanziert werden.
Gleichzeitig blicken wir nach vorn: Der Landkreis bereitet sich bereits auf das kommunale Investitionsprogramm von Bund und Land für die Jahre 2026 bis 2029 vor. Mitte kommenden Jahres soll der Kreistag hierzu einen Grundsatzbeschluss fassen und Prioritäten definieren – etwa mit Blick auf Brandschutz und bauliche Mängel an kreiseigenen Gebäuden. Auch das ist verantwortungsvolle Haushaltspolitik: heute planen, was morgen notwendig wird.
Der Haushalt 2026 zeigt: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen steht der Landkreis Schmalkalden-Meiningen solide da. Wir investieren, ohne uns zu verschulden. Wir entlasten unsere Kommunen. Und wir setzen klare Prioritäten für die Zukunft. Das ist nur möglich, weil wir gemeinsam Verantwortung tragen.
Dafür danke ich unseren Kreistagsmitgliedern, unserem Kreiskämmerer und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung. Und Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verspreche ich: Wir werden auch weiterhin sorgfältig, verantwortungsvoll und mit klarem Blick für das Machbare handeln – im Interesse unseres Landkreises. Möge uns dies gemeinsam gelingen, und möge das Jahr 2026 für uns alle ein gesundes, glückliches und friedlicheres Jahr werden. Ich wünsche Ihnen wertvolle Begegnungen, Sorglosigkeit, spannende Erlebnisse und Aufgaben, die Sie erfüllen. Bleiben Sie gesund!
Ihre
Peggy Greiser