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Amtsblatt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen
Ausgabe 11/2024
Nichtamtlicher Teil
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Informationen

Die Teilnehmer der zweiten Dialogkonferenz diskutierten über die bisher erarbeiteten Ziele und Maßnahmen auf dem Weg zum Kommunalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Zweite Dialogkonferenz:

Kommunaler Aktionsplan auf der Zielgeraden

Zur zweiten Dialogkonferenz „Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)“ waren kürzlich Betroffene, Interessenvertreter und Akteure aus Politik, Verwaltung sowie Zivilgesellschaft im Saal des Landratsamtes in Meiningen zusammengekommen, um sich über alle bisher erarbeiteten Ziele und Maßnahmen auf dem Weg zum Kommunalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK zu informieren.

Im April dieses Jahres hatten dazu schon Betroffene, Interessierte und Akteure aus dem Landkreis über die Herausforderungen in der Bewältigung des Lebensalltags von Menschen mit Behinderungen diskutiert. Dabei entstanden erste Visionen, Ziele und Maßnahmen.

Das fertige Ergebnis soll in einen Kommunalen Aktionsplan für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen münden, der eine gesetzliche Vorgabe des Landes Thüringen ist. Die volle und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft ist das große Ziel. Um die Barrieren, die Inklusion verhindern, abzubauen, braucht es dabei konkrete Ziele und Maßnahmen.

„Nicht ohne uns - über uns!“

„Nicht ohne uns - über uns!“ Das ist das Motto für das breite Beteiligungsverfahren bei der Erstellung des Aktionsplans. Von Beginn an wurde gemeinsam mit den Menschen mit Behinderungen, deren Interessenvertretern und den Angehörigen an den Lösungen für Barrierefreiheit und Inklusion gearbeitet.

In den ausgewählten Handlungsfeldern „Teilhabe am öffentlichen und politischen Leben, Bewusstseinsbildung“, „Bildung, Ausbildung, Kinder mit Behinderungen“, „Bauen, Wohnen und Mobilität“, „Kultur, Freizeit und Sport“ und „Arbeit und Beschäftigung“ trafen sich von Mai bis September Interessierte aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft in insgesamt 15 Sitzungen, um den Entwurf des Kommunalen Aktionsplans mit seinen Zielen und Maßnahmen zu erarbeiten.

Zu Beginn der zweiten Dialogkonferenz stellte die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Tamara Wedel, die bisher geleistete Arbeit noch einmal kurz vor. „In den vergangenen Monaten ist wirklich viel passiert“, berichtete Tamara Wedel. „Nicht alles war für alle immer sichtbar, aber für das Erreichte kann ich allen Mitgliedern der Arbeitsgruppen nur meinen großen Dank aussprechen. Die Interviews, die Zuarbeiten, die fachliche Expertise und die Diskussionen in den Sitzungen haben uns die Bedarfe der Menschen mit Behinderungen hier im Landkreis erkennen lassen, sodass wir gute Maßnahmen zur Umsetzung von Barrierefreiheit und Inklusion gefunden haben.“

Im Gallery Walk miteinander ins Gespräch kommen

Im zweiten Teil der Konferenz waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefordert. Mit der Aufforderung „Wir brauchen Ihr Wissen als Expertin und Experte“ schickte Tamara Wedel die Anwesenden in die Arbeitsphase. Dabei wurde sie von der Moderatorin Simone Rieth unterstützt.

Auf vier Moderationswänden waren die Entwürfe der Ziele und Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern dargestellt. Nun begann die Diskussion unter konkreten Fragestellungen. Die Teilnehmer blickten dabei aus Ihrer Sicht als Betroffene auf die Entwürfe, aber auch unter Gesichtspunkten wie gesetzlichen Grundlagen, Vorschriften und Finanzierungsmöglichkeiten.

Die Ergebnisse konnten von jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer gleich auf der Moderationswand festgehalten werden. In einem gemeinsamen Rundgang wurden die Arbeitsergebnisse präsentiert und diskutiert. Abschließend hatten die Anwesenden die Möglichkeit, die für sich drei wichtigsten Ziele und Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern zu priorisieren sowie die drei Ziele und Maßnahmen zu markieren, die aus ihrer Sicht leicht umsetzbar sind.

„Wir brauchen auch weiterhin Ihre Unterstützung!“

Zum Abschluss der Dialogkonferenz gab die Behindertenbeauftragte noch einen Ausblick auf die geplante Fertigstellung des Plans. „Mit der Fertigstellung des Kommunalen Aktionsplans beginnt die eigentliche Arbeit an der Umsetzung der UN-BRK. Wir brauchen auch weiterhin Ihre Unterstützung und Begleitung“, sagte Tamara Wedel und lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, im Expertenbeirat zur Umsetzung des Kommunalen Aktionsplans mitzuarbeiten. Der Expertenbeirat wird sich demnächst mit dem Ziel gründen, die Umsetzung und Evaluation des Kommunalen Aktionsplans zu begleiten und ein Netzwerk zum Erfahrungsaustausch zu fördern.

Interessierte können sich hierzu direkt bei Tamara Wedel, Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, unter der Rufnummer 03693/485-8290 oder per E-Mail an t.wedel@lra-sm.de melden.