Titel Logo
Amtsblatt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen
Ausgabe 12/2023
Nichtamtlicher Teil
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Unternehmensbesuche: Landrätin bei Tausendsassa und zwei Gründerinnen in Zella-Mehls zu Gast

„Caros Hofladen“ bietet vor allem möglichst unverpackte Waren aus der Region an. Landrätin Peggy Greiser (l.) und Bürgermeister Richard Rossel (r.) überzeugten sich bei Inhaberin Carolin Brunngräber (Mitte) vom nachhaltigen Konzept Ihres Unverpackt-Ladens.

Neben der CNC-Fertigung und der Anfertigung/dem Vertrieb von SRB-Skirollern fertigt die Arno Barthelmes Zella-Mehlis GmbH seit über 135 Jahren medizinische Instrumente wie diagnostische Stimmgabeln, Stethoskope, Reflexhämmer uvm. unter dem Markennamen ZellaMed.

Für Landrätin Peggy Greiser sind Unternehmensbesuche ein wichtiger Schlüssel für ein erfolgreiches Miteinander zwischen Kreisbehörde und Wirtschaft. Gleichzeitig sind die Stippvisiten nicht nur eine hervorragende Möglichkeit, hinter die Kulissen von Unternehmen zu blicken und die Wirtschaftslandschaft ausgiebig zu erkunden, sie bieten auch eine große Chance, um noch mehr über die Bedürfnisse, Herausforderungen und Potenziale der Unternehmen zu erfahren. „Dieser regen Austausch trägt dazu bei, dass der Landkreis nicht nur ein wirtschaftsfreundliches Umfeld schafft, sondern auch die Innovationskraft und den Unternehmergeist fördert“, erklärt Greiser. Im Rahmen ihrer Unternehmensbesuche am 14. November 2023 besuchte die Landrätin gemeinsam mit Kreis-Wirtschaftsförderin Ulrike Steinmetz und dem Bürgermeister der Stadt Zella-Mehlis, Richard Rossel drei ganz unterschiedliche Firmen in der Ruppberg-Stadt.

Firma Arno Barthelmes - Beindruckende Vielfalt und Flexibilität

Zunächst schaute die Landrätin bei der Firma Arno Barthelmes vorbei. Tradition und Innovation stehen hier auf beeindruckende Weise im Einklang. Das familiengeführten Unternehmen in 4. Generation aus Zella-Mehlis kann auf eine fast 140-jährige Erfahrung in der Herstellung qualitativ hochwertiger Thüringer Präzisionsbauteile zurückblicken. Die Kunden kommen aus den Bereichen Medizin-, Licht- und Lasertechnik, Maschinen- und Anlagenbau, Automobilbau sowie dem Berg- und Kesselbau. Zu der Barthelmes-Gruppe gehören neben den Unternehmen für Metallverarbeitung auch sie SRB Ski-Roller Barthelmes, ZellaMed, ZellaClen und die Barthelmes Stimmgabeln, die in der Schule zum Einsatz kommen aber auch für medizinisch-therapeutische Zwecke eingesetzt werden.

Seit vielen Jahren brilliert Arno Barthelmes, der das Unternehmen mit seiner Schwester Ute Barthelmes führt, durch seine Leistungsvielfalt und Flexibilität. Die Führung durch die Produktion, begleitet von Frank Schmidt, Geschäftsführer von Ski Roller Barthelmes (SRB GmbH), verdeutlichte nicht nur die Vielfalt der Produkte, sondern auch den Einsatz im internationalen Leistungssport - darunter auch Spezial-Trainingsgeräten für paralympische Sportler. Hierbei wurden Spezial-Trainingsgeräte für Athleten wie Andrea Eskau vorgestellt, die insgesamt acht Goldmedaillen bei paralympischen Spielen gewonnen hat.

Auch die Schwester Ute Barthelmes nutzt jede Gelegenheit, um die Skiroller einem breiten Publikum vorzustellen - egal ob Laiensportwettkämpfe oder private Urlaube. In diesem Zusammenhang wurde über die Einsatzmöglichkeiten für die Tourismusförderung in Thüringen gesprochen. Die Landrätin, die auch Präsidentin des Regionalverbunds Thüringer Wald ist, möchte entsprechende Kontakte zwischen touristischen Akteuren und dem Unternehmen herstellen.

Der Name Barthelmes ist in vielen Bereichen, nicht nur Leistungs- und Parasport eine echte Größe. Landrätin Peggy Greiser (Mitte) warf einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmensgruppe, die Arno Bathelmes (im Hintergrund) leitet.

Caros Hofladen - Nachhaltigkeit und regionale Vielfalt

Im Anschluss besuchte die Landrätin Caros Hofladen in Zella-Mehlis, einen Unverpackt-Laden, der durch den Landkreis mit dem Existenzgründerzuschuss gefördert wurde. Inhaberin Carolin Brunngräber präsentierte ihr Konzept, das bewusstes, unverpacktes und regionales Einkaufen ermöglicht.

Der Laden ist der erste Unverpackt Laden in der Region, in dem fast alles ohne Plastik auskommt. Artikel wie Mehl, Bohnen, Reis, Gries, Nudeln und mehr können mengenmäßig so eingekauft werden, wie es benötigt wird - daher ist der Laden sowohl für Singles als auch für Familien, ein guter Anlaufpunkt. Der Fokus liegt auf regionalen Produkten von Anbietern aus Thüringen und der Rhön. Der Käse kommt beispielsweise aus Belrieth, Milchprodukte und Wurst von Rhönland, Öl aus der Ölmühle Wernshausen, auch das Obst und Gemüse stammt von regionalen Anbietern.

Selbstgemachte Suppen und Kuchen ergänzen das Angebot. Carolin Brunngräber schreibt Nachhaltigkeit auch bei Reinigungsmitteln groß. Auch diese können bei ihr für den kleinen Bedarf aus Großbehältern abgefüllt werden. Die Landrätin zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt des Angebots und versprach, den Laden regelmäßig zu besuchen.

Gärtnerei Blumen Marr - individuelle Beratung, breites Sortiment und hohe Qualität

Der dritte Besuch des Tages führte die Landrätin zur Gärtnerei Blumen Marr, wo Corinna Marr ebenfalls vom Landkreis eine Gründungsförderung erhielt. Im Januar hat sie sich mit der Gärtnerei selbständig gemacht, die sie von ihrem Vater in 3. Generation übernommen hat, Die Gärtnerei, seit 1903 in Familienbesitz, bietet ein breites Sortiment von Blumen über Pflanzen bis zu Geschenkartikeln wie Schokolade, Sekt oder kleine Bücher. Den Gründungszuschuss investierte Corinna Marr unter anderem in ein Touch-Screen-Kassensystem und Folienzelte. Weitere Investitionen, wie eine PV-Anlage mit Einbindung in die Heizungsanlage, sind geplant. Die Gärtnerei mit Blumenladen verfügt über eine Fläche von insgesamt zwei Hektar. Die Inhaberin hob die Bedeutung individueller Beratung und den Qualitätsanspruch und Servicegedanken ihres Unternehmens hervor und überzeugte auch die Landrätin damit.

Peggy Greiser wollte mit dem Besuch der beiden Gründerinnen auch öffentlich verstärkt auf die Gründungslandschaft im Landkreis hinweisen, Start-ups und regionale Einkaufsmöglichkeiten in den Fokus rücken.