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Amtsblatt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen
Ausgabe 12/2024
Nichtamtlicher Teil
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Informationen

Brigitte Langner (Mitte) vom Trägerverein berichtet Landrätin Peggy Greiser (l.) und Bürgermeister Torsten Widder von den Erweiterungsplänen für das Kinder- und Jugenddorf „Regenbogen“.

Erweiterung der Inobhutnahmestelle im Kinder- und Jugenddorf Regenbogen:

Mehr Raum für Schutz und Geborgenheit

Zehn Plätze für Kinder in Not - und oft dennoch kein Platz mehr frei. Die Inobhutnahmestelle des Kinder- und Jugenddorfs Regenbogen stößt immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen. Mit einem ehrgeizigen Erweiterungsprojekt will der Trägerverein jetzt dringend benötigte Verbesserungen schaffen. Davon überzeugte sich kürzlich Landrätin Peggy Greiser gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Zella-Mehlis, Torsten Widder. Empfangen wurden die Gäste von Brigitte Langner, der Vorsitzenden des Trägervereins, die die Gelegenheit nutzte, das dringende und zukunftsweisende Projekt vorzustellen.

Die Inobhutnahmestelle bietet Kindern und Jugendlichen in akuten Krisensituationen Schutz und Beratung. Neben der psychischen und sozialen Unterstützung soll den jungen Menschen ein sicherer Rückzugsort geboten werden, um neue Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Derzeit verfügt die Einrichtung über zehn Plätze, die auf zwei Häuser verteilt sind. Dies bringt organisatorische Herausforderungen mit sich, wie Anne Truckenbrodt, Leiterin des stationären Bereichs, deutlich machte: „Die momentane räumliche Enge belastet nicht nur die Abläufe, sondern auch das Wohlbefinden der Kinder.“

Mehr Raum für mehr Wohlbefinden

Um diese Situation zu verbessern, ist ein Anbau an das Haupthaus geplant, der auch unterkellert werden soll. Besondere Berücksichtigung finden dabei geschlechterspezifische Sanitäranlagen, die den Bedürfnissen der Kinder besser gerecht werden sollen. Der Bauplan, vorgestellt von Roland Hey vom bpi - Bauplanungs- und Ingenieurbüro Zella-Mehlis, sieht vor, den Bauantrag noch im Dezember 2024 einzureichen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 900.000 Euro.

Die Finanzierung des Projekts stellt den Trägerverein jedoch vor große Herausforderungen. Trotz intensiver Bemühungen konnten bislang keine Fördermittel akquiriert werden, weshalb der Verein gezwungen ist, einen Kredit aufzunehmen. Bürgermeister Widder würdigte die unermüdliche Arbeit des Vereins und erklärte: „Kein Kind sollte ein solches Schicksal erleben müssen. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, bestmögliche Bedingungen zu schaffen, um seelische Wunden zu heilen.“

Die Notwendigkeit der Erweiterung wird durch die hohe Nachfrage untermauert. Bereits jetzt muss der Verein Anfragen aus anderen Landkreisen ablehnen, da keine freien Kapazitäten verfügbar sind.

Landrätin Peggy Greiser zeigte sich beeindruckt von der bisherigen Arbeit und dem Engagement des Trägervereins: „Wir können stolz sein auf die Leistungen des Vereins und werden ihn nach Kräften weiterhin unterstützen.“

Mit der geplanten Erweiterung der Inobhutnahmestelle wird das Kinder- und Jugenddorf Regenbogen einen weiteren bedeutenden Schritt hin zu einer verbesserten Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Krisensituationen machen.