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Amtsblatt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen
Ausgabe 13/2025
Nichtamtlicher Teil
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Informationen

Rund 120 Fachkräfte – bestehend aus Pädiatern, Zahnärzten, Psychologen, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Sozialpädagogen, Erziehern, Lehrern sowie Polizei und Justiz – kamen am 26. November 2025 im Saal des Landratsamtes zusammen. Eingeladen hatte das Team Kinderschutz des Landratsamtes Schmalkalden-Meiningen, das mit der Veranstaltung erneut ein wichtiges Signal für verbindliche Kooperation und Standards im Kinderschutz setzte.

Nach einleitenden Grußworten von Vize-Landrätin Susanne Reich verfolgten die Teilnehmenden mit großem fachlichen Interesse den Vortrag von Prof. Dr. Felicitas Eckold von der Thüringer Ambulanz für Kinderschutz. Die Referentin beleuchtete aktuelle Erkenntnisse zur Differenzierung von Unfalls- und Misshandlungsverletzungen von Kindern und zeigte auf, wie essenziell eine präzise Diagnostik und strukturierte Dokumentation für die Einschätzung des Gefährdungsrisikos sind. Auch umfassten ihre Ausführungen die statistische Entwicklung der Kindeswohlgefährdungen insbesondere der körperlichen Misshandlung. Anhand von vielen Fallbeispielen hob Dr. Eckold die Wichtigkeit eines interdisziplinären Teams bestehend aus Rechtsmedizinern, Kindergynäkologen und Ärzten der verschiedensten Fachrichtungen sowie die sozialpädagogische Sicht des Jugendamtes hervor. Die Teilnehmer folgten dem fundierten Vortrag gespannt, waren teilweise aber auch erschüttert über die Misshandlungen, denen die Minderjährigen ausgesetzt waren. In der anschließenden Pause blieb Zeit zum Verarbeiten, zum Austausch und für Diskussionen. Die Zehntklässler der Regelschule „Am Kiliansberg“ boten den Gästen Kaffee und selbstgebackenen Kuchen an mit dem ehrenwerten Ziel, ihr Konto für die Abschlussfeier aufzubessern.

Im weiteren Tagungsverlauf erläuterte Dr. Christoph Ehrsam als Chefarzt der Kinderklinik in Meiningen den Aufbau der Kinderschutzgruppe des Helios Klinikums und mittels Fallbeispielen zeigte er Schwierigkeiten in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit der Polizei sowie den Jugendämtern im Einzugsbereich auf. Ihm schloss sich Kathrin Rudolf mit der Vorstellung der medizinischen Koordinierungsstelle des Kinderschutzbundes in Thüringen an. Dessen Ziel ist es, die Kooperation zwischen den medizinischen Institutionen und den Jugendämtern zu intensivieren.

Das Team Kinderschutz bedankt sich abschließend bei den Referenten und bei den Gästen für die zahlreiche Teilnahme und blickt gespannt auf kommendes Jahr, in dem die nunmehr vierte gemeinsame Veranstaltung mit der Kinderklinik Meiningen geplant ist.