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Amtsblatt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen
Ausgabe 5/2026
Nichtamtlicher Teil
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Vom Busbetrieb bis zum Metallbauer:

Bei einem gemeinsamen Rundgang durch das Produktionsgebäude gewährt Geschäftsführer Michael Thorwarth Landrätin Peggy Greiser einen umfassenden Einblick in die Fertigung des Schmalkalder Metallspezialisten.

Die rote Telefonzelle im Eingangsbereich, vor der Petra und Volker Gröschel gemeinsam mit Landrätin Peggy Greiser (v.l.n.r.) posieren, steht sinnbildlich für nur eines der vielen Reiseziele, die von den Bussen des Omnibusbetriebes für Tagesausflüge und Mehrtagesreisen angesteuert werden.

Bürgermeister Markus Böttcher, die beiden Geschäftsführer Marco und Stefan Schneider sowie Ronny Knoll vom Thüringer Wintersportzentrum und Landrätin Peggy Greiser (v.l.n.r.) testen den Fotorahmen, den das Steinbach-Hallenberger Unternehmen MaTec für die Oberhofer Sportstätten entwickelt hat.

Toschi's Station

Landrätin besucht Familienunternehmen im Landkreis

Der 15. April 2026 war im Terminkalender von Landrätin Peggy Greiser fest für ihre turnusmäßigen Unternehmensbesuche reserviert. Gemeinsam mit Janine Töpfer, Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung im Landratsamt, besuchte die Kreischefin an diesem Tag branchenübergreifend vier völlig unterschiedliche Unternehmen der Region, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen zu sprechen sowie konkreten Unterstützungsbedarf zu erfragen.

Toschis Station Zella-Mehlis

Der Tag startete bei Toschis Station in Zella-Mehlis. Das Wirtshaus mit Motel und Bowlingbahn wurde im Jahr 1998 eröffnet und wird von Geschäftsführer Christopher Tosch als Familienbetrieb in mittlerweile fünfter Generation geleitet.

90 Gäste finden in der urigen Gaststätte Platz. Hinzu kommen noch einmal 100 Sitzplätze im Saal, die Toschis Station zu einem gefragten Veranstaltungsort für Tagungen, Hochzeiten, Familien- und Firmenevents machen. In der Woche kehren viele Mitarbeiter der umliegenden Unternehmen in ihrer Mittagspause bei Toschis ein. Zwölf Festangestellte, darunter sechs Köche und sechs Aushilfen, beschäftigt der Inhaber. Aktuell bildet er außerdem im ersten Lehrjahr einen Flüchtling aus Afghanistan zum Koch aus.

Einen weiteren wesentlichen Bestandteil des Geschäftes bilden Übernachtungen. Sowohl von Handwerkern und Dienstreisenden als auch von Gästen der im Haus stattfindenden Veranstaltungen und Feiern sowie Besuchern der Region werden die 23 Doppelzimmer gern gebucht. Während des Biathlon-Weltcups hat sich das Motel als nahegelegene Übernachtungsmöglichkeit unweit von Oberhof längst etabliert. Perspektivisch möchte Geschäftsführer Christopher Tosch die vorhandenen Kapazitäten um weitere Betten sowie Familienzimmer erweitern und das Motel zunehmend barrierefrei gestalten. Landrätin Peggy Greiser gab am Rande ihres Besuches wichtige Hinweise für den Planungsprozess und sicherte hierbei auch ihre Unterstützung zu.

Ein 24-Stunden-WC im Außenbereich und 42 Schnellladesäulen verschiedener Anbieter für Elektroautos machen Toschis Station zudem zu einer gefragten Adresse bei Pendlern, welche die moderne Infrastruktur in unmittelbarer Nähe zur Autobahn sehr zu schätzen wissen.

Auch in Sachen Energieeffizienz investiert das Unternehmen in moderne Technik. Die PV-Anlage auf dem Dach des Motels hatte sich bereits nach zwei Jahren amortisiert. Seit ihrer Inbetriebnahme werden monatlich bis zu 1.700 Euro an Energiekosten eingespart – eine beachtliche Summe, die spürbar zur finanziellen Entlastung des Gastronomiebetriebes beiträgt.

 

 

Omnibusbetrieb Heinz Gröschel Zella-Mehlis

Ihren nächsten Halt machte Landrätin Peggy Greiser beim ebenfalls in Zella-Mehlis beheimateten Omnibusbetrieb Heinz Gröschel. Diesem Unternehmensbesuch schloss sich Estelle Gutberlet von der Stabstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Zella-Mehlis an.

Mit seinen derzeit 30 Mitarbeitern ist das Familienunternehmen für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen ein beständiger Partner im Linienbusbetrieb. Zehn Linien bedienen die Busse des seit 1928 bestehenden Traditionsunternehmens, das von Geschäftsführer Volker Gröschel und Ehefrau Petra in dritter Generation gelenkt wird. Einen Namen gemacht hat sich der Omnibusbetrieb nicht zuletzt durch das Geschäftsfeld Gröschel Reisen, das Tagesfahrten und Mehrtagesreisen zu verschiedenen Reisezielen innerhalb Deutschlands und Europas anbietet. Nostalgie verbreiten die Oldtimer-Busse der Flotte, die insbesondere Fahrzeugliebhaber begeistern und für Familienfeiern wie Firmenausflüge gemietet werden können.

Neben den aktuell hohen Kraftstoffpreisen hat das Unternehmen mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen. So sei es zunehmend schwieriger, Fachkräfte zu finden und zu halten. Aber auch die stetig neuen Anforderungen durch den Linienbusbetrieb bereiten dem Geschäftsführer Kopfzerbrechen. Um an der nächsten Ausschreibung teilnehmen zu können, müssen alle 13 Busse umgerüstet werden und mit modernsten Zählgeräten ausgestattet sein. Eine Investition, die das kleine Unternehmen vor große Herausforderungen stelle. Eine finanzielle Frage sei auch die Umstellung auf E-Busse, die das Unternehmen bislang noch nicht begonnen habe. Zwar bestehe hier die Möglichkeit, Fördermittel in Anspruch zu nehmen, wusste auch Landrätin Peggy Greiser zu berichten – doch der Bürokratieaufwand sei zu hoch. Ein weiterer Knackpunkt sei die notwendige Ladeinfrastruktur, welche erst geschaffen werden müsse. Hier brauche es den Schulterschluss mit der Stadt Zella-Mehlis, der Meininger Busbetriebs GmbH und dem örtlichen Versorger.

 

 

MaTec GmbH Steinbach-Hallenberg

Der Firma MaTec GmbH mit Sitz in Steinbach-Hallenberg widmete die Landrätin ihren dritten Unternehmensbesuch an diesem Tag. Treffpunkt war dabei bewusst nicht der Firmensitz, sondern das Thüringer Wintersportzentrum in Oberhof – ein Ort, an dem die Arbeit des Unternehmens in besonderem Maße sichtbar wird.

Neben den beiden Geschäftsführern Marco und Stefan Schneider nahmen auch Bürgermeister Markus Böttcher, Kathleen Straßenmeyer von der Wirtschaftsförderung der Stadt Steinbach-Hallenberg sowie Ronny Knoll, Leiter Öffentlichkeitsarbeit des Thüringer Wintersportzentrums, an dem Austausch teil.

Die Firma MaTec, die aktuell zwölf Mitarbeiter beschäftigt, wurde nach der Wende von Bernd Schneider gegründet und wird heute erfolgreich von der nächsten Generation weitergeführt. Das Unternehmen hat sich auf individuelle Beschilderungs- und Werbelösungen spezialisiert und ist weit über die Region hinaus tätig.

Im Fokus des Treffens stand insbesondere die umfangreiche Arbeit von MaTec in Oberhof. Zahlreiche Beschilderungen und Werbeanlagen im Bereich der Sportstätten tragen die Handschrift des Unternehmens. Von großflächigen Schriftzügen über touristische Leitsysteme bis hin zu individuell gefertigten Informations- und Werbeanlagen reicht das Leistungsspektrum. Viele dieser Elemente sind flexibel montiert und können so je nach Veranstaltung angepasst werden. Aber auch Werbeanlagen für z.B. den Düsseldorfer Flughafen, Fahrzeugbeschriftungen oder Frästeile im privaten Bereich werden bei der Firma MaTec gefertigt.

Landrätin Greiser betonte die Bedeutung solcher Unternehmen für die Region: Neben sogenannten „Hidden Champions“ gehe es ihr auch darum, innovative Nischenbetriebe sichtbar zu machen. Gleichzeitig unterstrich sie die Relevanz, bei öffentlichen Investitionen möglichst auf regionale Anbieter zurückzugreifen.

Die enge Zusammenarbeit mit dem Thüringer Wintersportzentrum wurde von allen Beteiligten als sehr positiv hervorgehoben. Kurze Wege, direkte Abstimmungen und ein vertrauensvoller Austausch hätten maßgeblich zum Erfolg der Projekte beigetragen. Gerade bei Großveranstaltungen wie Weltcups sei Flexibilität und Zuverlässigkeit entscheidend – Anforderungen, die MaTec stets erfüllt habe.

 

 

A.G. Thowarth Metallwarenfabrik GmbH Schmalkalden

Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch bei der A.G. Thowarth Metallwarenfabrik GmbH, die ihren Sitz in Schmalkalden hat und seit 2021 auch über einen Standort in Wernshausen verfügt, wo nunmehr der Produktversand abgewickelt wird. Bürgermeister Thomas Kaminski und Wirtschaftsförderin Christiane Handy schlossen sich dem Besuch der Landrätin an.

Das Familienunternehmen wurde 1876 gegründet und feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Michael Thorwarth und sein Bruder Andreas Tanz führen die Tradition in nunmehr sechster Generation fort. Das Unternehmen stellt serientaugliche Hülsen und Tiefziehteile aus Metall her, die bei der sogenannten Zugdruckumformung entstehen.

Der Metallspezialist beschäftigt derzeit 28 Mitarbeiter. Die Teile finden weltweit Abnehmer, werden aber auch in der Region vermarktet. Egal ob im Bereich Sanitär, in der Automobilbranche, der Medizintechnik oder im Holzbereich – die Metallteile finden in unterschiedlichsten Sektoren Verwendung. Das Unternehmen beschäftigt Fachkräfte, die sowohl als Maschineneinrichter als auch in der Werkzeugherstellung eingesetzt werden können. Dies garantiert eine hohe Flexibilität in der Produktion und bei Mitarbeiterausfällen.

Eine auf dem Dach des Produktionsgebäudes installierte PV-Anlage liefert bereits seit 20 Jahren wertvolle Energie aus der Sonne und soll perspektivisch modernisiert werden. Inwieweit zusätzliche Maßnahmen zur Energiegewinnung umgesetzt werden, sei in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage gut zu überlegen, so die Geschäftsführer. Auch sie nehmen von der Beantragung durch Fördermittel Abstand, weil die Antragsverfahren zu umfangreich seien.

Ein weiteres Gesprächsthema war der Glasfaserausbau. Das Unternehmen wurde bisher noch nicht mit Glasfaser erschlossen, würde eine höhere Bandbreite aber begrüßen. Die Landrätin verwies in diesem Zusammenhang auf ein kommendes Förderverfahren, im Zuge dessen diejenigen Haushalte und Unternehmen erschlossen werden, die bisher noch keinen Glasfaseranschluss haben.