Landrätin Peggy Greiser und Landrat Thomas Habermann besiegelten am 20. April im Beisein von Fraktionsvorsitzenden beider Kreistage die Partnerschaft der beiden Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Rhön-Grabfeld.
manche Verbindungen entstehen auf dem Papier. Andere wachsen über Jahre - leise, verlässlich und getragen von gemeinsamen Projekten und Begegnungen. Die Partnerschaft zwischen unserem Landkreis und dem Landkreis Rhön-Grabfeld gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Und genau deshalb ist die nun erfolgte feierliche Besiegelung weit mehr als ein formaler Akt. Sie ist ein sichtbares Zeichen für das, was längst gelebt wird - und ein Versprechen für das, was noch vor uns liegt.
Unsere Landkreise sind beide besonders geprägt durch die Geschichte. Die ehemalige innerdeutsche Grenze verlief mitten durch die Rhön, trennte Menschen, Familien und Lebenswege. Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 eröffnete sich die Chance, wieder zusammenzuführen, was zusammengehört. Diese Chance haben unsere Landkreise genutzt - Schritt für Schritt, Projekt für Projekt, Begegnung für Begegnung.
Heute, mehr als drei Jahrzehnte später, können wir sagen: Aus Nachbarschaft ist Partnerschaft geworden. Aus einzelnen Kontakten ist ein starkes Netzwerk entstanden. Und aus gemeinsamen Ideen sind konkrete Projekte gewachsen.
Diese Partnerschaft lebt bereits - im Sport, wenn sich Kinder und Jugendliche bei unserem gemeinsamen Grundschulfußballturnier begegnen. Sie lebt in der Kultur, wenn Angebote über Landkreis- und Landesgrenzen hinweg wahrgenommen werden. Und sie lebt im Tourismus, wo wir gemeinsam mit der Rhön GmbH unsere einzigartige Region vermarkten und weiterentwickeln.
Ein besonderes verbindendes Element ist dabei das Biosphärenreservat Rhön. Seit über 30 Jahren steht es für eine Zusammenarbeit, die Grenzen überwindet und den Blick auf das Gemeinsame richtet: den Schutz unserer Natur, die nachhaltige Entwicklung unserer Heimat und die Verantwortung für kommende Generationen.
Doch wir wollen uns nicht auf dem Erreichten ausruhen. Eine Partnerschaft entfaltet ihren Wert erst dann voll, wenn sie aktiv gestaltet wird. Genau hier setzen unsere gemeinsamen Überlegungen an. Wir möchten die Geschichte unserer Region neu erlebbar machen - etwa durch eine digitale Erlebnisroute entlang der ehemaligen Grenze. Orte, die einst trennten, sollen künftig verbinden. Moderne Formate können dabei helfen, Geschichte gerade für junge Menschen greifbar und spannend zu vermitteln.
Wir wollen Begegnungen schaffen - im Sport, in der Kultur, in der Bildung. Geplant sind gemeinsame Wettbewerbe, kulturelle Austauschformate und vor allem verstärkte Angebote für Kinder und Jugendliche. Denn sie sind es, die diese Partnerschaft in die Zukunft tragen werden. Wenn junge Menschen aus beiden Landkreisen sich kennenlernen, gemeinsam lernen, lachen und Projekte gestalten, dann entsteht genau das, was wir uns wünschen: ein echtes Wir-Gefühl.
Gleichzeitig denken wir die Partnerschaft generationenübergreifend. Auch für Erwachsene und Seniorinnen und Senioren sollen neue Formate entstehen - von gemeinsamen Studienfahrten bis hin zu thematischen Begegnungen. Denn Austausch kennt kein Alter.
Nicht zuletzt wollen wir unsere Zusammenarbeit auch strukturell stärken. Feste Ansprechpartner und ein regelmäßiger Austausch werden dazu beitragen, dass aus guten Ideen verlässliche Projekte werden.
Diese Partnerschaft ist dabei kein Selbstzweck. Sie dient einem klaren Ziel: die Lebensqualität in unserer Region weiter zu verbessern. Gemeinsam können wir mehr erreichen.
Ich bin überzeugt: Wenn wir diese Partnerschaft mit Leben füllen, wird sie nicht nur unsere beiden Landkreise enger verbinden, sondern für eine gemeinsame Zukunft in der Rhön einen hohen Mehrwert hervorbringen.
Ihre Peggy Greiser
Landrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen