Gemeinsam mit Pflegedienstleiter Heiko Ledermann (re.), Personalleiterin Corina Bodner (2.v.li.) und der leitenden Oberärztin Dr. Susanne Höhn (li.) sucht der Geschäftsführer des Elisabeth Klinikums Thomas Fickel nach einem Ausweg aus der schwierigen Personalsituation, die zur Zeit die Wiedereröffnung der Palliativstation des kommunalen Krankenhauses verzögert.
Die geplante Wiedereröffnung der Palliativstation im Schmalkalder Elisabeth Klinikum, welche ursprünglich bereits für das 4. Quartal des vergangenen Jahres geplant war, verzögert sich aufgrund akuten Fachkräftemangels. Die Renovierungsarbeiten neigen sich dem Ende zu, doch die Geschäftsführung steht noch immer vor der Herausforderung, qualifiziertes Pflegepersonal zu finden, um die dringend benötigte stationäre Palliativbetreuung wieder anbieten zu können.
Geschäftsführer Thomas Fickel äußerte sich besorgt über die aktuelle Personalsituation: "Zur Zeit benötigen wir mindestens drei Pflegefachkräfte in Vollzeit, nach Möglichkeit bereits mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation. Neben der Fertigstellung der Station investieren wir zurzeit in die Suche nach geeigneten Pflegefachkräften die größten Anstrengungen. Haben wir die schwierige Personalsituation erst überwunden, steht der zeitnahen Wiedereröffnung unserer Palliativstation kaum noch etwas im Wege." Um potenzielle Pflegefachkräfte von einem Arbeitsverhältnis in Schmalkalden zu überzeugen, böte das Klinikum Wechselprämien von 5.000 Euro, attraktive Monatsgehälter, betriebliches Gesundheitsmanagement, Wunschdienstpläne und Altersvorsorge und vieles mehr. Die familiäre Atmosphäre im Haus und im Team spräche darüber hinaus für das kommunale Krankenhaus als Arbeitgeber, so Thomas Fickel.
Die Leitende Oberärztin Dr. Susanne Höhn, Fachärztin für Anästhesie, Chirurgie und Palliativmedizin, beschreibt die Situation wie folgt: „Der Bedarf an palliativmedizinischer Betreuung ist enorm und allein die Nachfrage aus den Patientenreihen im eigenen Haus würde die zur Verfügung stehenden sieben Betten bei einer Wiedereröffnung wohl beinahe umgehend auslasten. Während der Schließung der Palliativstation konnten wir glücklicherweise das vertrauensvolle Verhältnis zu den umliegenden SAPV-Stützpunkten (Anm. SAPV = Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) weiterhin aufrechterhalten. Die Kolleginnen und Kollegen schildern uns aber immer wieder die Notlage, wenn es um die stationäre Unterbringung schwerstkranker Patienten geht, deren Pflege zu Hause einfach nicht mehr zu bewältigen ist.“ Denn auch die Palliativstationen in den umliegenden Krankenhäusern in Meiningen, Bad Salzungen oder Suhl meldeten lange Wartelisten für eine professionelle stationäre Betreuung, so Dr. Susanne Höhn. Die Nachfrage nach der Wiedereröffnung der Palliativstation im Schmalkalder Elisabeth Klinikum sei dementsprechend hoch, sowohl von Seiten der SAPV-Stützpunkte als auch von vielen Hausärzten, deren Patienten teilweise dringend auf eine solche Einrichtung angewiesen seien.
Gemeinsam mit Personalleiterin Corina Bodner und Pflegedienstleiter Heiko Ledermann sucht Geschäftsführer Thomas Fickel daher händeringend nach Unterstützung. Anzeigenkampagnen in der Lokalpresse sowie auf den gängigsten Social-Media-Kanälen wurden geschaltet, um qualifizierte Fachkräfte für die Arbeit im Schmalkalder Lokalversorger zu gewinnen. Thomas Fickel betont: "Eigentlich könnten wir zeitnah eröffnen. Wir wissen um den dringenden Bedarf dieser Station für unsere Patientinnen und Patienten. Jedoch müssen wir die professionelle Betreuung rund um die Uhr vorab zwingend sicherstellen."
Laut dem Thüringer Krankenhausspiegel standen für die Region Südwestthüringen im Jahr 2020 insgesamt 78 Palliativ-Betten zur Verfügung. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) prognostiziert auch für das Jahr 2023 einen steigenden Bedarf an Palliativversorgung und attestiert den deutschen Krankenhäusern eine palliativmedizinische Unterversorgung. Lediglich 17% aller Kliniken böten eine Palliativstation für erwachsene Patientinnen und Patienten an.
Die Geschäftsführung und die Personal- sowie Pflegedienstleitung des Schmalkalder Krankenhauses setzen daher alles daran, diesem Umstand entgegenzuwirken und die dringend benötigten Fachkräfte zu gewinnen. Interessierte Pflegefachkräfte sind herzlich eingeladen, sich über die Karrieremöglichkeiten im Schmalkalder Elisabeth Klinikum zu informieren und das Palliativteam zu verstärken.