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Amtsblatt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen
Ausgabe 9/2019
Nichtamtlicher Teil
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Der Fachdienst Ausländer- und Personenstandswesen informiert

Integrationskonzept: Erste Projekte werden bereits umgesetzt

Mittlerweile leben mehr als 4.000 Menschen mit Migrationshintergrund im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Menschen, die häufig erst noch richtig in der Region ankommen müssen. Denn Integration funktioniert nur miteinander und nicht nebeneinander. Dafür braucht es passende institutionelle Angebote und Menschen, die genau das im Alltag leben wollen. Integration kann nur gelingen, wenn die gesamte Gesellschaft anpackt: Verwaltungen, Verbände, Vereine, ehrenamtlich Engagierte und nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger - mit und ohne Migrationshintergrund.

Am 13. Mai 2019 hat der Kreistag als Grundlage für diesen Prozess einstimmig das Integrationskonzept beschlossen. Das Projekt startete bereits 2016, als zunächst die Bewältigung der Flüchtlingskrise im Fokus stand - nun konzentriert sich das Integrationsmanagement des Landkreises in erster Linie auf die Entwicklung nachhaltiger strategischer Strukturen.

Ziel des Konzepts ist es, die Situation der hier lebenden Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und das Zusammenleben dieser sowie auch der hauptamtlich und ehrenamtlich Tätigen zu verbessern. Das vorliegende Konzept soll bis Ende 2020 Bestand haben. Es ist allerdings einer ständigen Entwicklung unterworfen und bedarf einer fortwährenden Anpassung und Prüfung. Die aufgeführten Ziele sollen auch nach Fertigstellung weiter ausgebaut und den Gegebenheiten angepasst werden.

Einige der im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen werden bereits umgesetzt. So finden beispielsweise regelmäßig Erstorientierungskurse für Neuankommende statt. Ebenso wird derzeit eine Übersicht erstellt, welche Angeboten für Migranten es in unserem Landkreis gibt und wie diese derzeit genutzt werden. Zur Veröffentlichung solcher Angebotsübersichten und weiterer hilfreicher Informationen, entsteht bereits eine neue Website für das Integrationsnetzwerk des Landkreises.

Für weitere Projekte werden noch Mitstreiter gesucht. Dazu wird es im September ein Treffen des Netzwerkes für Integration geben, um für die kommenden Monate Verantwortlichkeiten festzulegen, Arbeitsgruppen zu bilden und neue Herausforderungen anzunehmen.

Die wesentlichen gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Integrationskonzepts werden durch Förderprogramme, Gesetze und Verordnungen des Bundes und des Landes Thüringen vorgegeben, die tatsächliche Ausgestaltung vor Ort ist jedoch Aufgabe der Kommunen. Für die Umsetzung des Konzepts und eine damit gelingende gesellschaftliche Teilhabe ist die Zusammenarbeit aller Akteure und Beteiligten im Landkreis erforderlich. Daher sind alle, die an der Entstehung und Entwicklung des Konzepts beteiligt waren und sich weiterhin interessieren, aufgerufen, den Prozess der Umsetzung zu begleiten und zu unterstützen.

Die aktuelle Version des Integrationskonzepts des Landkreises steht zum Download bereit unter: www.lra-sm.de -> „Sicherheit, Verkehr und Ordnung -> „Ausländer- und Personenstandswesen“ -> „Integrationsmanager“

Hintergrund: Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager (ThILIK)

Durch die „Thüringer Initiative für lokales Integrationsmanagement in den Kommunen“ (ThILIK) wurde für alle Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte durch den Freistaat Thüringen die Möglichkeit geschaffen, sogenannte Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager einzustellen. ThILIK – nutzt Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF), innerhalb welchem Kommunen im Rahmen des Integrationsmanagements eigene Strategien zu einer zielgerichteten Umsetzung zu gesellschaftlichen Teilhabe entwickeln.

Ihre Aufgaben umfassen u.a.:

  • Mitwirkung bei der Erstellung eines kommunalen Integrationskonzeptes
  • Aufbau und Pflege verbindlicher Integrationsstrukturen mit den regionalen Akteuren, insbesondere den beteiligten öffentlichen Dienststellen
  • Intensivierung der regionalen Netzwerkarbeit mit allen Akteuren der Flüchtlingsaufnahme und Flüchtlingsintegration
  • Koordination örtlicher Ehrenamtsstrukturen, von Projekten, Veranstaltungen und Maßnahmen
  • Mitwirkung bei regionaler Öffentlichkeitsarbeit zur Information von Flüchtlingen und der einheimischen Bevölkerung