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Amtsblatt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen
Ausgabe 9/2019
Nichtamtlicher Teil
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Informationen aus den Kreiswerken

Seit mittlerweile einem Jahr leitet die Medizinerin Alexandra Finn (Mitte) die Zentrale Notaufnahme des Elisabeth Klinikums Schmalkalden. Dabei vertraut sie auf ihr Schwesternteam.

Notaufnahme neu organisiert

Seit einem Jahr leitet Dr. Alexandra Finn die Zentrale Notaufnahme des Elisabeth Klinikums Schmalkalden. In den vergangenen Monaten wurde die Arbeit an die neuesten Regelungen der klinischen Akut- und Notfallmedizin angepasst.

„Die tägliche Arbeit in einer Notaufnahme ist eine Mannschaftsleistung“, sagt Dr. Alexandra Finn. Seit mittlerweile einem Jahr ist sie die Leiterin der Zentralen Notaufnahme des Elisabeth Klinikums Schmalkalden und führt ein Team von elf Mitarbeitenden an. Daneben arbeitet die Medizinerin mit den Fachärzten des kommunalen Krankenhauses zusammen, um beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Bluthochdruck, Probleme mit dem Verdauungstrakt oder auch Knochenbrüche zu versorgen. „Selbst die Palliativmediziner werden zeitweise für Patienten der Notaufnahme gebraucht“, betont Alexandra Finn. In der Notaufnahme des Elisabeth Klinikums werden pro Monat rund 1000 Patienten ambulant behandelt. Drei von vier Patienten sind so krank, dass sie stationär aufgenommen werden.

Um sie optimal und den höchsten medizinischen Standards entsprechend zu behandeln, wurde die Zentrale Notaufnahme in den vergangenen zwölf Monaten umstrukturiert und an neue gesetzliche Anforderungen angepasst. „Eine Aufgabe war es, die Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und der Zentralen Notaufnahme für eine optimale Rettungskette auszubauen. Jeder muss wissen, was der andere kann und sich auf ihn verlassen können.“, sagt Alexandra Finn. Dafür wurde zu Beginn des Jahres eine Weiterbildungsserie für Notärzte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten ins Leben gerufen. Im September soll die nächste und damit dritte Schulung stattfinden.

Auch in der Zentralen Notaufnahme selbst wurden etliche Strukturen verändert. Fortan werden die Patienten nach dem sogenannten Manchester-Triage-System aufgenommen. „Dabei ist nicht der Zeitpunkt des Eintreffens in der Notaufnahme entscheidend, sondern die Schwere der Erkrankung. Ein gerade eingelieferter Patient mit Atemnot hat Vorrang gegenüber einem Patienten, der seit Monaten an Rückenschmerzen leidet“, erklärt Alexandra Finn. Das neue System soll helfen, die Patienten noch besser und schneller versorgen zu können und lange Wartezeiten vermeiden.

Damit reagiert das Elisabeth Klinikum Schmalkalden auf einen allgemeinen Trend in deutschen Notaufnahmen. „Die Anzahl der Patienten, die die Notaufnahme aufsuchen, steigt, nicht aber die Schwere der Erkrankungen“, hat Alexandra Finn beobachtet. Als einen Grund dafür macht sie den Rückgang der Hausarztpraxen verantwortlich. „Dass Patienten wegen Husten, Schnupfen oder Heiserkeit in die Notaufnahme kommen, ist die Ausnahme. Sie haben in den allermeisten Fällen einen dringenden Grund“, sagt sie.

Neben der technischen Ausstattung der Notaufnahme, die durch eine neue Schnittbilddiagnostik aufgewertet wurde, müssen sich Ärzte und Pfleger weiterbilden. „Es reicht nicht mehr aus, Notarzt oder Krankenschwester zu sein. Heute sind klinische Akut- und Notfallmediziner und Notfallpfleger gefragt“, sagt Alexandra Finn. Ein Teil des Personals drückt aktuell die Schulbank. Um die gelernte Theorie zu verinnerlichen, werden sie darüber hinaus bundesweit in Krankenhäusern eingesetzt. „Thüringen selbst habe noch keine Ausbildungsstätte“, so Finn.

Spannend seien für die Ärztin Patienten, die vermeintlich nicht zusammenhängende Symptome aufweisen. „Für mich ist es ein Anreiz, im Ausschlussverfahren eine Verdachtsdiagnose zu formulieren und eine Herausforderung, im interdisziplinären Arbeiten, den besten Behandlungsweg für den Patienten mit den Fachabteilungen des Hauses einzuschlagen“, sagt sie. Ins Schwitzen gerate sie gelegentlich bei ihren Einsätzen als Notärztin außerhalb des Elisabeth Klinikums. „Manchmal entwickelt sich ein vermeintlicher Routineeinsatz zu einem Notfall. Vor dem Unvorhersehbaren habe ich Respekt“, sagt sie.