Um ihre Vierbeiner vor lästigen Bremsen zu schützen, greifen Pferdehalter häufig auf Bremsenfallen zurück. Naturschützer raten jedoch davon ab.
Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Schmalkalden-Meiningen bittet alle Weidetierhalter des Landkreises darum, auf den Einsatz von Bremsenfallen zu verzichten. Untersuchungsergebnisse hätten gezeigt, dass derartige Fallen nur in sehr geringem Maße dazu beitragen, Weidetiere vor lästigen Bremsenbissen zu schützen. Stattdessen habe ihr Einsatz das Sterben nahezu aller fliegenden Insektenarten zur Folge, darunter auch streng geschützte Arten wie Wildbienen, Hummeln und Wespen. Wo eigentlich Tiergesundheit und –pflege das Ziel sein sollen, seien vielmehr Belange des Naturschutzes berührt. Zudem könne nicht ausgeschlossen werden, dass dieses wahllose und umfassende Insektensterben auch seltene Vogelarten indirekt gefährde. Der Rückgang der Insektenpopulation habe inzwischen alarmierende Ausmaße erreicht. Das mit dem Einsatz von Bremsenfallen einhergehende unkontrollierte Fangen und Töten unterschiedlichster Insektenarten sei mit ihrem Schutz und den verschiedenen Bemühungen zur Stärkung der lokalen Insektenpopulationen nicht vereinbar, warnt die Naturschutzbehörde – und verweist dabei auf das Bundesnaturschutzgesetz.
Demnach sei es verboten, wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten sowie ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Die Bundesartenschutzverordnung wiederum untersage es, wildlebenden Tieren besonders geschützter Arten mit Fallen nachzustellen, sie mit Fallen anzulocken, zu fangen oder zu töten, sofern mit diesen Fallen Tiere in größeren Mengen oder wahllos gefangen oder getötet werden können. Allgemeine Ausnahmen greifen nicht. Der Einsatz von Bremsenfallen verstoße folglich gegen geltendes Recht.
Da sie als sogenanntes landwirtschaftliches Zubehör eingestuft werden, unterliegen Bremsenfallen in Thüringen bislang keiner Genehmigungspflicht. Die Untere Naturschutzbehörde appelliert jedoch an alle Halter von Weidetieren in der Region, entlang ihrer Pferdekoppeln und Rinderweiden künftig auf Bremsenfallen zu verzichten.