Im Zeichen des Brotes - Thomas und Daniel Marr (v.re.) im Gespräch mit Landrätin Peggy Greiser und Seniorchef Hans-Jürgen (2. v.li.) über die Tradition des Familienbetriebes und die veränderten Kundenwünsche.
Am Dienstag, den 20. Januar, besuchten Landrätin Peggy Greiser, Bürgermeister Markus Böttcher und Kathleen Straßenmeyer von der Wirtschaftsförderung die traditionsreiche Bäckerei und Konditorei Marr in Steinbach-Hallenberg. In dem Familienbetrieb wird bis heute handwerklich gearbeitet, etwa bei der Zubereitung von Kuchenfüllungen oder beim Kochen des Mohns im Emailletopf.
Die Bäckerei wird in vierter Generation von den Brüdern Thomas und Daniel Marr geführt. Während Thomas mit seiner Familie in Steinbach-Hallenberg lebt, ist Daniel mit seiner Familie in Viernau ansässig, wo im Jahr 2000 eine weitere Filiale im Gewerbegebiet eröffnet wurde. Dort wurde im vergangenen Jahr eine Photovoltaikanlage installiert, mit der nahezu der gesamte Strombedarf der Filiale gedeckt werden kann.
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Sortiment deutlich verändert. Während früher vor allem Mischbrote hergestellt wurden, liegt der Schwerpunkt heute auf Spezialbroten und vielfältigen Backwaren. Um auf verändertes Kaufverhalten zu reagieren, setzt die Bäckerei verstärkt auf regionale Kooperationen. So werden Eier aus Exdorf bezogen und gleichzeitig dort die Marr-Brote verkauft. Zudem beliefert die Bäckerei freitags die Winne Mühle in Breitungen mit ihren Broten, Brötchen und Gebäck sowie noch weitere Kooperationspartner in der Region.
Seniorchef Hans-Jürgen Marr begleitete den Besuch und äußerte seine Freude darüber, dass beide Söhne den Betrieb übernommen haben. Auch die nächste Generation ist bereits eingebunden: Daniels Sohn hilft regelmäßig samstags in der Backstube mit.
Um eine sichere Rohstoffversorgung zu gewährleisten, arbeitet die Bäckerei mit drei Einkaufsgenossenschaften zusammen. Wöchentlich werden rund 750 kg Weizenmehl und 500 kg Roggenmehl verarbeitet. Ein besonderes Merkmal des Betriebs ist der über 100 Jahre alte Sauerteig, der maßgeblich zur Qualität und Haltbarkeit der Brote beiträgt. Ergänzt wird das Angebot durch Holzbacköfen im Innenhof, in denen unter anderem donnerstags Rippchen zubereitet werden.
Zum Abschluss durften die Gäste die handwerklichen Kreationen verkosten: das Mar(r)onibrot mit 50 % Maronenmehl, die Hallenburgkruste mit Treber aus der Bierproduktion und ein saftiges Roggenbrot. Jede Spezialität ein Zeichen für die Verbindung von Tradition, Handwerk, Nachhaltigkeit und Familiengeist.
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