In einer eindrucksvollen Zeitreise wurde die Geschichte des Heimathofs lebendig dargestellt. Mitglieder der Laienspielgruppe „Spiellust“ schlüpften in verschiedene Rollen aus vergangenen Epochen und machten die Entwicklung des Gebäudes sowie die Schicksale seiner Bewohner für die Besucher erlebbar.
Burgvogt und Museumsleiterin Tanja König während des Festprogramms
Mit einer besonderen Festveranstaltung wurden am 5. Juni 2026 gleich zwei bedeutende Jubiläen in Steinbach-Hallenberg gefeiert: der 200. Geburtstag des historischen Heimathofs sowie das 30-jährige Bestehen des Metallhandwerksmuseums.
Zahlreiche Gäste, darunter Vertreter aus Politik, Vereinen und Bürgerschaft, kamen zusammen, um die Geschichte dieses besonderen Ortes zu würdigen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Entwicklung des Dreiseitenhofes, dessen Geschichte im Jahr 1826 mit dem Schmied Johannes Pfannschmidt begann. Mit seiner Familie errichtete er hier Wohnhaus, Werkstatt und Scheune und legte damit den Grundstein für einen Ort, der über Generationen hinweg das Leben vieler Menschen prägte.
Museumsleiterin Tanja König erinnerte in ihrer Festrede daran, dass historische Gebäude weit mehr seien als nur Mauern und Dächer. Sie erzählten von Menschen, Hoffnungen, Erfolgen, aber auch von schweren Zeiten und Verlusten. So wurde unter anderem an die Familie Bühner erinnert, die über viele Jahre eine Schmiedewerkstatt im Heimathof betrieb.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Entstehung des Metallhandwerksmuseums. Nachdem die Stadt Steinbach-Hallenberg den Heimathof 1987 erworben hatte, engagierten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger für dessen Erhalt und die Einrichtung eines Museums. Mit großem ehrenamtlichem Einsatz wurden historische Gegenstände gesammelt, restauriert und ausgestellt.
Im Jahr 1996 konnte das Metallhandwerksmuseum feierlich eröffnet werden. Seitdem wurde das Areal kontinuierlich erweitert und weiterentwickelt. Im Sommer 1997 wurde die Restaurierung und Umgestaltung des Wohnhauses abgeschlossen. Die Tourist-Information fand dort ihre neue Heimat. Gleichzeitig entstand im Obergeschoss mit der Ausstellung „Bäuerlicher Nebenerwerb“ ein weiterer wichtiger Museumsbereich. 1999 kam die historische Nagelschmiede hinzu, 2005 wurde die Korkenzieherwerkstatt auf das Gelände umgesetzt. Mit der Feilenhauerei Häfner erhielt das Museum im Jahr 2017 eine weitere bedeutende Werkstatt. In den Jahren 2021 und 2022 wurde schließlich die neue Dauerausstellung „Typisch Staimich“ eröffnet, die durch zusätzliche Grundstücksankäufe der Stadt ermöglicht werden konnte.
Besondere Anerkennung erhielt die langjährige Museumsleiterin Veronika Jung, die das Museum über viele Jahre maßgeblich geprägt hat. Unter ihrer Leitung entstanden zahlreiche Projekte, darunter die Jungschmiede-AG sowie das internationale Schmiedetreffen, das bis heute Besucher und Teilnehmer aus nah und fern nach Steinbach-Hallenberg zieht. Tanja König erinnerte in ihrer Rede auch an das Wirken ihrer Vorgängerin: „Ich hatte nicht die Gelegenheit, Veronika Jung persönlich kennenzulernen. Aber wenn man hier arbeitet, wenn man durch diese Räume geht und sich mit diesem Haus beschäftigt, dann spürt man ihr Herzblut, ihre Energie und ihre Leidenschaft. Dieses Museum atmet ihre Ideen.“ Die Worte wurden von den Gästen mit langanhaltendem Applaus gewürdigt.
Die erste Sonderausstellung des Museums widmete sich damals den Arbeiten von Fritz und Falk Nothnagel aus Altersbach. Seitdem hat sich der Heimathof stetig weiterentwickelt und ist heute weit mehr als ein Museum. Er ist ein Ort der Begegnung, des kulturellen Austauschs und der gelebten Heimatgeschichte.
Musikalisch umrahmt wurde die Jubiläumsfeier vom Volksmusikverein „Waldesrausch“. Für einen besonderen Moment sorgten zudem die Bäckerbrüder Marr, die - wie bereits zur Museumseröffnung vor 30 Jahren - einen gebackenen Schlüssel überreichten.
Zum Abschluss dankte Museumsleiterin Tanja König allen Menschen, die sich über Jahrzehnte hinweg für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Heimathofs engagiert haben. „Der Heimathof wurde nicht einfach restauriert. Er wurde mit Herzblut wiederbelebt “, betonte sie. Viele Ehrenamtliche, Unterstützer, Mitarbeiter und Förderer hätten unzählige Stunden Arbeit, Kraft und Leidenschaft investiert. Gemeinsam sei es gelungen, nicht nur ein Museum zu schaffen, sondern einen lebendigen Treffpunkt für Kultur, Geschichte und Gemeinschaft.
Die Veranstaltung machte eindrucksvoll deutlich, welche Bedeutung der Heimathof und das Metallhandwerksmuseum für die Bewahrung regionaler Geschichte und die kulturelle Identität Steinbach-Hallenbergs haben. Beide Einrichtungen stehen bis heute für gelebte Heimatgeschichte, Handwerkstradition und bürgerschaftliches Engagement.
Pressestelle