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Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Straußfurt
Ausgabe 6/2026
Gemeinde Straußfurt "Straußfurter Heimatklänge"
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Sommer- und Rosenmond

...So wurde der Juni früher genannt. Rosenmond deshalb, weil die Hundsrose im Juni blüht und stark duftet. Die Landwirte wünschen sich den Juni warm und nass. Auch unsere Vorfahren wussten: „Wenn`s im Juni warm und nass, gibt`s viel Korn und noch mehr Gras“. Aber sie wussten auch, „Bleibt der Juni kühl, wird es dem Bauern schwül.“ Bei kräftigem Regen am 11. des Monats freuten sich die Winzer. Denn bei diesem Wetter „schwimmen die Trauben ins Fass.“

Warmer Regen ist so wichtig für die Getreideernte. Gespannt hielten die Bauern danach Ausschau. Untrügliches Zeichen dafür soll der Finkenschlag sein, denn Finkengesang kündigt Regen an. Den 15. Juni (Heiliger Veit) wünschen sich die Bauern trocken und die Nachtigall sollte lieber nicht singen, sonst drohen schlechte Ernteergebnisse. Verheerend ist Regen am 27. Juni. An diesem Siebenschläfertag bedeutet er nach dem Volksglauben sieben Wochen Regen. Allerdings teilen dies die Meteorologen nicht ganz. Deshalb sollte man sich der Wetterregel anschließen: „Nur vor Johanni (24. Juni) bitt um Regen, später kommt er ungelegen.“

Auf heiße Sommertage sollte man sich freuen, wenn die ersten Junitage sonnig und warm sind. Viele Fledermäuse künden einen heißen Sommer an.

Am 21. Juni erreicht die Sonne ihre größte Mittagshöhe des gesamten Jahres, es ist der Tag der Sommersonnenwende. Die Sonne gelangt in ihre nördlichste Position. Sie berührt den nördlichen Wendekreis am Himmel, den Wendekreis des Krebses. Mit der Sommersonnenwende beginnt der astronomische Sommer. Nun werden aber auch die Tage wieder kürzer. In vielen Thüringer Sagen ist die Sonnenwende ein wichtiger Anhaltspunkt. Der Tag galt bei den Menschen als Besinnung und Hoffnung auf eine gute Ernte. An manchen Orten gibt es noch Sonnenwendfeuer. Nach altem Brauch werfen die Menschen einen Blumenkranz in die Flammen, verbunden mit persönlichen Wünschen.

Am 4. Juni feiern die Katholiken Fronleichnam, das bedeutet so viel wie „Fest des Leibes und Blutes Christi.“ Hier erinnern die Christen an die Gegenwart Jesu. In Prozessionen tragen Geistliche Monstranzen mit der als Leib Christi verehrten Hostie durch die Straßen.

Schon seit Jahrhunderten ist der Johannistag am 24. Juni ein wichtiger Tag, weil sich in der Johannisnacht seltsame Dinge zutragen sollen. Man glaubte, weil die Sonne am höchsten steht, besitze sie dann auch die größte Kraft, den Feuerzauber zu verwirklichen. Ausdruck dessen zeigt der Brauch, über das Johannisfeuer zu springen, in der Hoffnung auf Kraft und Gesundheit.

Aus der Chronik:

1882

Der Juni war stürmisch. In der Nacht vom 18. war ein starker Frost, der die Kartoffeln im Tiefland gänzlich zerstörte, infolgedessen die Ernte nur eine spärliche war, der Ztr. kostete 3 M.

1892

Der Juni brachte Dürre und Unfruchtbarkeit, bis zum Ende ohne Regen. Am 12. Juni, nachts 1 Uhr brach in dem Stalle des Ökonomen und Posthalters Fleischhauer Feuer aus. Es verbrannten der Viehstall nebst Wagenschuppen und das Wohnhaus Nr. 7.

1902

Der Juni war von Anfang an sehr heiß, 30°C. Darauf kühl und starker Regen bis zum 16. Vom 17. an bis zum Schluss herrschte fortwährend große Hitze bis 36°C des mittags in der Sonne.

1912

Der Juni war vom 1. bis 18. gut und schön, danach gab es einige Tage Gewitter mit Regen und es blieb veränderlich.

Lothar Dillenberger

Ortschronist