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Straufhain-Bote
Ausgabe 2/2026
Gemeindemitteilungen
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Gemeindemitteilungen

Liebe Straufhainerinnen, Liebe Straufhainer,

ich habe mir um ein paar Worte für das neue Jahr und meine zweite Amtszeit viele Gedanken gemacht, aber was soll man schreiben, wenn sich die Welt um einen herum gefühlt immer schneller und in eine oft abenteuerliche Richtung dreht? Wo soll man anfangen und wo dann aufhören? Ein Text ist endlich, aber die Menge an Aufregern in Deutschland und der Welt ist es gefühlt oft nicht.

Ist es denn überhaupt klug, sich an etwas abzuarbeiten, dass man nicht nachhaltig beeinflussen kann? Nein, das ist es nicht und deshalb werde ich heute nur über unser Straufhain schreiben. Hier kann ich daran arbeiten, das Straufhain die heile und verlässliche Welt ist, nach der wir uns alle sehnen. Das habe ich jetzt eine Wahlperiode lang im Rahmen unserer Möglichkeiten versucht.

Hätte ich vor der Wahl 2019 gewusst, dass zur bestehenden Flüchtlingskrise noch Corona, Waldsterben, Ukrainekrieg, Energiekriese, Finanzkrise und eine in Teilen völlig unfähige Bundesregierung hinzukommen und alle nahezu gleichzeitig darauf warten, überwunden zu werden, ich wäre am Tag der Wahlanmeldung entweder im Bett geblieben oder ich hätte mich im Wahlkampf völlig unmöglich angestellt. Sich als Bürgermeister im Ehrenamt und mit meiner Firma im Haupterwerb durch den ganzen Käse durchzuarbeiten, war an vielen Tagen wirklich nicht leicht. Wenn ich jetzt so über die vergangenen 6 Jahre nachdenke, dann bin ich mit mir im Reinen. Straufhain ist gut durch die letzten sechs Jahre gekommen und dafür bin ich unserem Gemeinderat und allen Beteiligten in Verwaltung, Ehrenamt und Dorfgemeinschaft, als auch unseren Gewerbetreibenden wirklich sehr dankbar. Vielen Dank! Wir waren mutig und es ist Vieles von dem gelungen, dass ich mir zu Beginn vorgenommen habe, aber so Manches leider noch nicht und mittlerweile ist mir auch völlig klar, als Bürgermeister hast du nie fertig. Es ist an manchen Tagen wie in der Wüste kehren, aber der Erfolg gibt dann auch viel zurück und es lehrt mich geduldig zu sein. Für Jemanden, dessen Geduldsfaden oft die Konsistenz einer Salzstange hat, eine doch recht brauchbare Lektion. Im Vergleich zu vor sechs Jahren, haben wir jetzt fast 2,5 Millionen in der Rücklage und das brauchen wir auch. Für weitere Investitionen in unseren Komfort, unsere Zukunft und für noch härtere Zeiten, denn diese werden ganz sicher auch auf unseren Gemeindehaushalt zukommen…aber wir sind nicht unvorbereitet.

Das eine ist der geschäftsmäßige Teil aber der mit Abstand schönste Teil meines Ehrenamtes ist die Arbeit mit Euch Straufhainern. Bevor ich Bürgermeister wurde, wusste ich so vieles über meine eigene Heimat nicht. Heute, nach über 6 Jahren, weiß ich noch immer so vieles nicht und doch habe ich fast jeden Tag etwas Neues erlebt und gelernt. Plätze und Orte welche ich bisher nicht kannte, Bräuche von denen ich nichts wusste, Zeitgeschichte die mir bisher verborgen war…gezeigt und erklärt von Menschen, deren Bekanntschaft ich heute sehr schätze und nicht mehr missen möchte. Jeder unserer neun Orte ist etwas Besonderes für mich und im Folgenden möchte ich auf jeden kurz im Einzelnen eingehen.

Liebe Straufhainerinnen und Straufhainer aus Sophiental, Ihr seid unser kleinster Gemeindeteil und unser nördliches Tor. Ich genieße es, in der Dämmerung von Hibu Richtung Straufhain zu fahren. Wenn es in Hibu am Abend bereits etwas duster ist und man über den Stadtberg fährt, dann fährt man ins Licht und oft noch direkt in die Sonne. Eine völlig alltägliche Sache mit einer wunderbaren Symbolik. In Sophiental beginnt Straufhain und so soll es für mich auch immer sein. Das seit Ewigkeiten bestehende Problem der Löschwasserversorgung haben wir nach wenigen Monaten dauerhaft gelöst gehabt und beim Thema Verkehr arbeiten wir weiter an einer Verbesserung.

Liebe Straufhainerinnen und Straufhainer aus Massenhausen, ihr seid unser fast verborgenes Schätzchen. Ich habe schon mit einigen Straufhainern gesprochen welche noch nie in Massenhausen waren. Zu DDR-Zeiten des Gestüts beraubt, fast geschliffen und nach der Wende behutsam wiederbelebt, ist Massenhausen ein leises Idyll in einer lauten Welt. Es macht mich sehr stolz zu sehen, wie ihr euch geschlossen der rein materiellen Gier unseres Nachbarn entgegenstellt und um die Unversehrtheit unserer Natur und Heimat kämpft. Ich stehe immer hinter euch. Dieses Jahr wollen wir die Brunnenstuben und den Löschteich reinigen.

Liebe Straufhainerinnen und Straufhainer aus Adelhausen, ihr seid unser östliches Tor und unser erstes echtes Loch im eisernen Vorhang. Nach der Wende solltet Ihr mit über 50 Neubauplätzen das einzige Baugebiet Straufhains werden. Ich habe keine Ahnung, wie man damals auf derlei Überlegung kam, aber wir korrigieren dies und beenden was 30 Jahre lang auch nie richtig angefangen wurde. In diesem Frühjahr soll die Verkleinerung und letzte Erschließung mit dem dritten Bauabschnitt inklusive Zufahrtstraße abgeschlossen werden. Adelhausen mit seiner St Marien Kirche ist ein wunderschönes Dorf und der Schulweg passt jetzt auch bald dazu. Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr die Sanierung des Backofens im Backhaus umsetzen und uns der Waage annehmen können. Mit seinem Gewerbegebiet ist Adelhausen ein wichtiger Baustein für das materielle Wohlergehen unserer Gemeinde und auch dafür habt ganz herzlichen Dank liebe Adelhäuser.

Liebe Straufhainerinnen und Straufhainer aus Seidingstadt, ihr seid unser südliches Tor und ein historisches Pfund in unserer Gemeinde. Zu DDR-Zeiten wurde historische Bausubstanz im Grenzgebiet nur auf einen Unterschlupf reduziert und entsprechend behandelt. Das Geburtsschloss einer späteren Königin hatte damals keinen Wert und so wurde Seidingstadt, ähnlich wie auch Massenhausen, eines Teils seiner Identität beraubt. Ohne diese Orte schwindet mit den Jahrzehnten leider auch der Bezug dazu. Zusammen mit einer unglaublich engagierten Dorfgemeinschaft und vielen Beteiligten aus nah und fern versuchen wir dies zu heilen und es gelingt uns - langsam zwar aber stetig und ich freue mich, dass Prinzessin Therese endlich wieder ein Thema ist. Seidingstadt bekommt nun die Aufmerksamkeit, welche ihm so lange genommen war und als Bürgermeister kann mich das nur glücklich machen. Nächstes Jahr wollen wir weiter am Schlosspark arbeiten und die Heizung im Obergeschoss des Bürgerhauses erneuern.

Aus Platzgründen muss der zweite Teil leider in die Märzausgabe geschoben werden.