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Straufhain-Bote
Ausgabe 4/2026
Gemeindemitteilungen
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Zum neuen Jahr

Liebe Straufhainerinnen und Straufhainer aus Stressenhausen,

ihr seid unsere geografische Mitte und ein touristisches Pfund in unsere Gemeinde. Stressenhausen ist mit seiner sehr engagierten Dorfgemeinschaft für mich Kümmerhausen. Für alles im Ort gibt es einen, eine oder viele welche sich kümmern. Der Torsten kümmert sich ums Backhaus und schwer heben, der Gerd kümmert sich um die Kirche, Anika und ihre Mädels kümmern sich um den Spielplatz und im Heimatbund, Bodo kümmert sich um die Hutelandschaft, Thomas kümmert sich um Wald und Flur, Frank kümmert sich um die Feuerwehrjugend, Jan kümmert sich um Feuerwehr und als Gemeinderat zusammen mit Sebastian noch um viele andere Dinge, der Brauverein kümmert sich um den Durst, Strickers kümmern sich ums satt werden und der Schico kümmert sich darum, dass der Bürgermeister nicht zu viel Spaß hat. Die Dorfgemeinschaft hat über Jahre den Kulturstadel eigenverantwortlich betrieben und die genannten Namen stehen stellvertretend für die vielen helfenden Hände, welche sowas erst möglich machen. Seid sehr stolz darauf liebe Stressenhäuser, ich bin es und die Gemeinde wird euer Engagement immer unterstützen. Stressenhausen ist der erste Ort welchen die Rodach ab der Quelle durchfließt und so idyllisch sie dahinplätschert, so gefährlich kann sie leider auch sein. Das macht Stressenhausen bei anstehenden Investitionen zu meiner größten Sorgenfalte. Das erstellte Hochwasserschutzkonzept besagt, dass ein maximaler Schutz vor Überschwemmungen erst richtig gegeben ist, wenn am Oberlauf der Rodach ein Rückhalt errichtet wird, sowie alle Brücken und der Flusslauf im Ort saniert sind. Den ersten Bauabschnitt mit Brücke und Ufermauer am Brauhaus haben wir geschafft, aber es bleibt noch viel zu tun und auch wenn die Ausreichung von Fördermitteln den Takt bestimmt, bin ich doch sehr optimistisch. Der Anbau an der Feuerwehr soll in den nächsten Wochen fertig werden und wir befassen uns gerade mit einem neuen Einsatzfahrzeug. Wir haben am Kirchberg die Beleuchtung erneuert und der Weg am Friedhof soll folgen. Damit die Vereine am Festplatz eine Lagermöglichkeit bekommen, wurden 50.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Damit soll am Hapfig ein Gebäude in der Größe einer Doppelgarage errichtet werden welches die technischen Komponenten für die geplanten 3-4 Wohnmobilstellplätze beherbergt und Lagermöglichkeiten für die Vereine schafft. Für das Forsthaus wurden Fördermittel für die Dacherneuerung beantragt und die nötigen Eigenmittel im Haushalt eingestellt. Im Kulturstadel wurde die Beleuchtung erneuert und wir planen weitere Sanierungen im Verlauf des Jahres.

Liebe Straufhainerinnen und Straufhainer aus Streufdorf,

ihr seid unsere Hauptstadt, eine Stadt im Dorf, mein Wurzelballen, mein Zuhause. Als einer der ältesten Orte Südthüringens und mit ritterlicher Vergangenheit, hat Streufdorf schwer unter der deutschen Teilung und ihren unmittelbaren Folgen gelitten. 18 zwangsausgesiedelte Familien hinterließen ein riesiges Loch in einer traumatisierten Dorfgemeinschaft und es hat Jahrzehnte gebraucht, diese Wunden im Alltag zu heilen. Heute erlebe ich Streufdorf als eine Dorfgemeinschaft mit vielfältigsten Interessen und Initiativen, in der sich viele Menschen allen Alters engagieren. Natürlich herrscht auch mal Uneinigkeit untereinander, was bei der Größe nur zu selbstverständlich ist, oder es läuft mal ein paar Tage eine beleidigte Leberwurst durchs Dorf, aber die Streufdorfer sind eben auch Meister im Heilen und so hat sich bisher fast jeder Knatsch irgendwann wieder in Luft aufgelöst. Scheinbar weiß man auch an andere Stelle um die Unverwüstlichkeit der Streufdorfer, denn Streufdorf trägt zusammen mit Schönbrunn und Hildburghausen im Landkreis die Hauptlast bei den bisherigen Flüchtlingskrisen. Natürlich sind da Bedenken erlaubt und Kritik muss geübt werden wo sie angebracht ist, aber ich muss sagen, gelassener als Streufdorf konnte man damit nicht umgehen. Was nicht zu verhindern ist wird angenommen und ab da dann das Beste daraus gemacht…so haben es die Streufdorfer eben schon immer gemacht. Mit einer Infrastruktur die viele größere Ortschaften nicht bieten können, ist Streufdorf heute das wirtschaftliche Herz Straufhains und wir können sehr dankbar sein, dass uns all das gegeben ist. Unsere Gewerbegebiete und Gewerbetreibenden in Streufdorf und ganz Straufhain geben uns als Gemeinde eine Freiheit, die gerade in der heutigen Zeit nicht allen Gemeinden vergönnt ist. Dafür bin ich als Bürgermeister und Straufhainer sehr dankbar und bei meinem Handeln als Bürgermeister wird dies immer eine umsichtige Rolle spielen. Im Letzten Jahr haben wir die beiden unteren Marktstraßen und noch einige Straßenverlängerungen asphaltieren können. Als nächstes bedarf noch die Pförtleinsgasse einer ordentlichen Wasserführung und Asphaltdecke. Nächste Woche haben wir einen finalen Termin für die Verkleinerung des Wohnbaugebietes in Adelhausen, so dass wir anschließend die 6 neuen Bauplätze an den Dorfwiesen in Streufdorf genehmigt bekommen. Für Sanierungen in der Kirchenschule, die nur durch das Engagement des Heimatvereins so möglich sind, haben wir 25.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Im Kindergarten Streufdorf soll dieses Jahr in den Sanitärbereich investiert werden und wir planen die Erneuerung des Spielplatzes an den Neubauten sowie irgendwo einen Basketballkorb mit einem Halbfeld. Die Materialien für die Erneuerung der Infrastruktur auf dem Friedhof liegen bereits im Bauhof und wenn wir im Besitz des neuen Baggers sind, soll es da anschließend los gehen.

Jetzt, wo meine kleine Neujahrsansprache doch was länger geworden ist, bin ich froh, dass ich mir die Zeit dafür genommen habe. Die wenigste Zeit davon ist ja das Schreiben, sondern vielmehr das darüber nachdenken und auch wenn meine erste Amtszeit gefühlt wie im Flug verging, so war sie doch gefüllt mit einer Vielzahl an Begegnungen, Erlebnissen und Erfahrungen. Von unverzichtbar bis brauchste wirklich nicht war alles dabei und je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, man kann es viel leichter viel schlechter, aber nur viel schwerer viel besser als bei uns in Straufhain treffen.

Mit herzlichen Grüßen

Euer Bürgermeister Tino Kempf