Die Carl-August Heinz Stiftung mit Sitz in Kleintettau kann ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Am 23. Dezember 2005 wurde die Stiftung von dem Kleintettauer Unternehmer Carl-August Heinz gegründet, der über viele Jahrzehnte die HEINZ-GLAS Gruppe geführt und mit seinem Team zu einem der weltweit führenden Hersteller von Parfümflakons und Kosmetikverpackungen aus Glas entwickelt hat.
Seit zwei Jahrzehnten engagiert sich die Carl-August Heinz Stiftung vorrangig in der fränkisch-thüringischen Rennsteigregion, um Bildung, Umwelt, Kultur und Sport zu fördern sowie die regionale Identität zu stärken.
Das Stiftungsvermögen ist über die Jahre auf mehrere Millionen Euro angewachsen. Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Gründung schon über 100 Projekte finanziell unterstützt oder selbst durchgeführt. Dafür sind rund 3,5 Millionen Euro in gemeinnützige Vorhaben geflossen.
Die Stiftungsarbeit erstreckt sich auf fünf zentrale Förderbereiche:
Erziehung, Volks- und Berufsbildung: Hier unterstützt die Stiftung Projekte, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bessere Bildungs- und Entwicklungschancen eröffnen. Dazu gehört die Unterstützung von Schulen aller Art und Kindergärten, insbesondere im Rahmen der Leseförderung und Medienbildung, sowie die (teilweise) Übernahme von Buskosten, um Exkursionen zu ermöglichen. In diesem Rahmen war auch die FOS am Rennsteig, aus der inzwischen die Sabel-FOS in Kronach hervorgegangen ist, ein wichtiges Projekt.
Umwelt-, Natur- und Tierschutz: Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt in der Region. Viel Geld der Stiftung floss beispielsweise in das Tropenhaus am Rennsteig, mit dem Ziel, Ökologie und Ökonomie für die Zukunft zu verbinden. Um sich ganz praktisch im Tierschutz zu engagieren, hat die Stiftung eine Drohne mit Wärmebildkamera angeschafft. Mit ihrer Hilfe können Landwirten vor der Mahd auf den Wiesen versteckte Rehkitze und andere Tiere finden.
Heimatpflege, Heimatkunde und Ortsverschönerung: Die Stiftung trägt auch dazu bei, das kulturelle Erbe und das Erscheinungsbild der Gemeinden in der Rennsteigregion zu bewahren und weiterzuentwickeln. In Kleintettau und Piesau weisen große, bei Dunkelheit beleuchtete Flakons am Ortseingang sowie Modelle alter Glashütten in der Ortsmitte darauf hin, wie eng die Dorfgeschichte mit der Geschichte der Glasmacherei verbunden ist. Die Grenzdenkmäler in Kleintettau beschreiben eindrücklich die Zeit der deutsch-deutschen Teilung und dabei erlittene persönliche Schicksale.
Dis Stiftung trat in der Vergangenheit mehrmals als Herausgeber von Büchern zur Heimat- und Dialektpflege in Erscheinung, allen voran die „Geschichten aus dem Northwald“, deren vierter Band im kommenden Jahr erstellt werden soll. Die Erlöse aus dem Verkauf der Bücher kommen dem Europäischen Flakonglasmuseum zugute.
Kunst und Kultur: Kulturelle Vielfalt und kreative Angebote sind ein wichtiger Bestandteil der Stiftungsarbeit. Das Projekt mit der größten überregionalen Strahlkraft ist dabei das Europäische Flakonglasmuseum in Kleintettau. Daneben unterstützt die Stiftung auch Musikvereine und Chöre bei der Nachwuchsförderung oder der Anschaffung von Noten. Ein in der Regionalpresse vielbeachtetes eigenes kulturelles Projekt ist der Kleintettauer Dorfschreiber, ein Stipendium für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die für drei Monate als „poets in residence“ in Kleintettau leben und arbeiten. Im Januar 2026 wird die Stipendienzeit der dritten Dorfschreiberin Katharina Schlender beginnen.
Sport: Auch der Breiten- und Nachwuchssport wird gezielt gefördert. Davon profitieren insbesondere lokale Sportvereine wie der ASV Kleintettau, der TSV Tettau und weitere Vereine. Ein aktuell laufendes Projekt ist die Installation von Outdoor-Sportgeräten auf verschiedenen Spielplätzen der Marktgemeinde Tettau. Die Fitnessgeräte sind dabei speziell auf die Bedürfnisse von Erwachsenen und Senioren abgestimmt und werten Kinderspielplätze zu Sport- und Spielplätzen für alle Generationen auf.
Stifter Carl-August Heinz möchte mit seiner Stiftung der Region, die für ihn immer eine gute Heimat war, langfristig etwas zurückgeben, und dankt in diesem Zusammenhang vielmals seinen Mitstreitern im Vorstand, Frank Hammerschmidt und Ruth Haussner, und im Kuratorium, Jeannette Heinz-Drayton, Helmut Laux, Dr. Klaus Scherr und Carletta Heinz.
Auch nach 20 Jahren versteht sich die Carl-August Heinz Stiftung als verlässlicher Partner für gemeinnützige Initiativen, Vereine und Einrichtungen in der thüringisch-fränkischen Rennsteigregion. Ihr Anspruch ist es, Projekte nachhaltig zu unterstützen, die einen positiven Beitrag für das Zusammenleben und die Lebensqualität vor Ort leisten mit Strahlkraft nach außen (durchaus auch international) - heute und für kommende Generationen.