Bürgermeister Peter Ebertsch ist voll des Lobes und des Dankes an die Baufirmen, insbesondere der Firma Fleischmann Holzbau, aus Kulmbach. In den Novembertagen, bei Minusgraden, haben die Zimmerleute durchgearbeitet, erzählt der Rathauschef und zieht buchstäblich seinen Hut und zollt Respekt für solchen Einsatz.
Wir haben noch viel Sanierungsaktivitäten vor uns, seufzt Ebertsch, aber der wichtigste Teil, ein dichtes und energetisch saniertes Dach ist das A und O und Voraussetzung für weitere Modernisierungsmaßnahmen.
Die Turn- und Festhalle wurde 1957 fertiggestellt und eingeweiht. „Seit Jahren beschäftigen sich das Ratsgremium und die Verwaltung, und ich als Bürgermeister, mit einer Verschönerung und technisch moderner ausgestatteten Halle. Untersuchungen ergaben, dass die 1.450 Quadratmeter große Dachfläche in der statischen Stabilität nicht mehr tragfähig genug war, um den heutigen Standards von Dachbelastungen zu genügen, weshalb es unabdingbar war, das Dach als ersten Bauschritt anzugehen und gründlich zu sanieren.
Außerdem ging über die Dachfläche des 1957 fertiggestellten Kulturgebäudes, das im Jahr 1992 durch einen Erweiterungsbau vergrößert wurde, viel Energie verloren. Zum Anlagenschutz der Installationen wurde der Betrieb der bestehenden Heizungsanlagen notwendig. Eine vollständige wasserseitige Anlagenentleerung war im Zustand des Baus nicht machbar. Des Weiteren wären hier weitere nicht unerhebliche Kosten auf den Markt Tettau angefallen. Bei einer kompletten Abschaltung der Heizungsanlage wäre mit erheblichen Schäden im gesamten Installationsnetz bis hin zum Kessel zu rechnen gewesen. Daher haben wir uns für einen Weiterbetrieb der Anlage entschieden“, so Bürgermeister Ebertsch. Er könnte stundenlang über die Vorbereitungen, die vielen Gespräche mit Behörden und im Ratsgremium berichten, sagt Ebertsch.
Die Turn- und Festhalle Tettau zählte seinerzeit zu einer der größten Hallen in ganz Oberfranken. Sie wird auch heute noch für kulturelle, sportliche, kirchliche und schulische Veranstaltungen genutzt. Es finden im großen Saal rund 500 Personen bequem Platz, der kleine Saal im Obergeschoss kann 80 Gäste aufnehmen. Auch für mehrere sportliche überregionale Großveranstaltungen (Wandermarathon, Radmarathon, Hallenfußballturniere) ist das Gebäude als Multifunktionshalle nützlich. Allerdings haben sportliche Veranstaltungen massiv nachgelassen, da die Sicherheitsbestimmungen im Sportbereich nicht mehr ganz den Stand der Technik entsprechen.
Mit dem im Februar 2020 zugestellten Zuwendungsbescheid über eine Million Euro Fördermittel, ging es an die Machbarkeitsstudie, die im Mai 2021 vorliegen sollte, in der auch ein Wirtschaftlichkeitsvergleich/eine Gegenüberstellung von Sanierung beziehungsweise Ersatzneubau beinhaltet sind.
Es wurde festgestellt, dass die Kosten für Sanierung wie auch für Ersatzneubau fast identisch sein werden. Zugleich wurde klar, dass der Markt Tettau nicht in der finanziellen Lage ist, eine Generalsanierung oder einen Ersatzneubau zu stemmen. Daher war auch die Förderung der Hallensanierung mit rund einer Million Euro für den Fortbestand dieser für den Markt Tettau und die Region bedeutsamen Halle unabdingbar. Ziel ist, dass nach erfolgter Sanierung neben kulturellen Nutzungen auch sportliche Aktivitäten möglich werden. Die Halle soll den örtlichen Vereinen jederzeit zugänglich sein. Aufgrund der in die Jahre gekommenen Technik und Struktur, unzureichender Barrierefreiheit, Fehlen eines weiteren Rettungsweges, muss diese an die heutigen Standards angepasst werden, soweit die Erörterung der Vorbereitungs- und Planungsarbeiten, wonach europaweite Ausschreibungen erfolgten.
In diesen Tagen konnte nun eine wichtige Maßnahme abgeschlossen werden, „wir haben ein dichtes Dach das auch energetischen und statischen Anforderungen standhält“, sagt ein glücklicher Rathauschef.
Im Detail nennt er als bisherige Bauleistungen:
Vorgezogene Abbrucharbeiten: Firma GAUS GmbH Unterwellenborn, circa 60.780 Euro. Dachdeckerarbeiten: Firma Fleischmann Holzbau Kulmbach, 329.882 Euro. Zimmerer- und Holzbauarbeiten: Firma Fleischmann Holzbau Kulmbach 692.857 Euro. Baustrom: B plus L Infra Log GmbH, Limbach, 7.904 Euro. Bautafel: Firma Fuhrmann Werbeservice, Lichtenfels, 3.148 Euro. Rohbauarbeiten: Bauunternehmung Eichhorn, Ludwigsstadt 76.160 Euro. Elektroarbeiten: Elektro Büttner, Windheim, 19.662 Euro. Trockenputzarbeiten: Firma Hofmann, Ludwigsstadt, 51.992 Euro. Die Wiederaufnahme der Arbeiten ist im neuen Jahr ab dem 12. Januar geplant.
Die Bilder zeigen: Das Dach der Turn- und Festhalle Tettau konnte dieser Tage, rechtzeitig winterfest gemacht werden. Ein Teilabschnitt der umfangreichen Sanierungsarbeiten ist damit fertiggestellt. Ab 12. Januar soll es weitergehen.
Die riesige Dachfläche machte, Innen- und Außen, aufwendige Holz- Dachdecker- und Zimmererarbeiten notwendig.