Die Kommunalwahlen Anfang März 2026 rücken näher. Nicht zuletzt wohl deshalb bedankten sich am Montagabend in der Jahresabschlusssitzung des Marktgemeinderats Tettau zwar die Fraktionssprecher des Bündnisses für Tettau (BfT) und „Zukunft Markt Tettau“ (ZMT/SPD) für die meist konstruktive Zusammenarbeit, doch Kritik gab es von beiden Seiten.
Ein Thema, das seit Jahren in nahezu allen Sitzungen aufschlägt, ist die Kleinschwimmhalle und eine damit verbundene Bürgerbefragung. Nun fasste das Gremium mit 8:7 Stimmen den Beschluss, derzeit Abstand von dieser zu nehmen, da sämtliche Faktoren aktuell dagegensprechen.
Zuvor ging der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses Carl-August Heinz (BfT) auf die aktuelle Sachlage ein. Er sprach von jährlichen Unterhaltskosten in Höhe von rund 100.000 Euro. Der Fraktionssprecher des BfT, Michael Müller, wies darauf hin, dass selbst bei einer Investition in Höhe von 500.000 Euro es seitens des Gesundheitsamtes keine Garantie gebe, das Schwimmbad zu nutzen. Im Gremium sei man sich einig gewesen, das Schwimmbad „nicht mehr aufzusperren und letztendlich zu begraben“. Deshalb mache eine Bürgerbefragung auch keinen Sinn.
„Begraben wollen wir das Schwimmbad nicht, sondern wir schieben es erst einmal auf“, so seine SPD/ZMT-Fraktionsvorsitzende Anika Kappelt. Aktuell sei mit einer Sanierung zu viel Geld verbunden. Sie schlug vor, in der nächsten Amtsperiode Planungen für verschiedene Nutzungs- und Sanierungsoptionen aufzunehmen. Wenn Ergebnisse vorhanden sind, sollte man die Bürgerbefragung durchführen. Auch Maximilian Queck (SPD/ZMT) forderte: „Wir brauchen einen Plan, was mit dem Schwimmbad passiert“. Willi Güntsch (SPD/ZMT) betonte, dass es ihm vor allem darum gehe, dass die heimischen Kinder vor Ort schwimmen lernen.
Für Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) ist klar, dass derzeit der Markt Investitionskosten für das Schwimmbad in Höhe von rund fünf Millionen nicht stemmen könnte. Er wies darauf hin, dass die Grundschüler in Tettau das Steinbacher Schwimmbad nutzen. „Sie fühlen sich in Steinbach glücklich“. Und: „Wo ist das Problem, es ist egal ob die Kinder in Windheim oder in Tettau in den Bus einsteigen!“ Zudem stellte Ebertsch klar, dass - um Fördermittel zu bekommen - die Kleinschwimmhalle als Lehrschwimmbecken ausgewiesen werden müsste. Voraussetzung dafür sei, dass mindestens 40 Schulklassen das Schwimmbad nutzen würden. Ein weiterer Aspekt sei, dass es an Badeaufsichten fehlen würde.
Am Ende der Sitzung bedankte sich Anika Kappelt im Namen der SPD/ZMT-Fraktion für „das meist gute Miteinander“. Man habe sachlich miteinander diskutieren können. Allerdings sei es für ihre „Opposition“ mühselig, dass viele Ideen und Vorschläge „hinten runterfallen“. Sie sprach vom Weihnachtsmarkt, der am vergangenen Freitag stattfand. Die Geschäftsleute haben sich viele Mühen gemacht. Die Nominierung der Kandidaten und Bürgermeister für die BfT-Liste hätte nicht an diesem Abend stattfinden sollen. Sie dankte allen, die ihr Bestes für den Markt Tettau geben.
Den Vorwurf wollte Michael Müller (BfT) nicht stehen lassen. Man sei vor Beginn der Sitzung und danach bei der Dorfweihnacht gewesen. „Wir haben weder die Veranstaltung gestört noch eine Gegenveranstaltung dargeboten!“.
Er sei überrascht gewesen, dass die Dorfweihnacht an einem Freitag stattfand, so Bürgermeister Peter Ebertsch. Er dankte allen Beteiligten. Und er wies darauf hin, dass Bürger aus dem Landkreis mehrmals ihre Verwunderung geäußert haben, dass die SPD/ZMT einen Weihnachtsmarkt für ihre Wahlwerbung nutzte. „Es ist eine Dreistigkeit, ein solches Event für Wahlwerbung zu nutzen“.
Weiterhin kritisierte er den „Investigativ Journalismus“ auf den Social Medien. Entgegen deren Behauptungen sei die Verschuldung seit seinem Amtsantritt trotz Investitionen in Höhe von 23 Millionen Euro nicht gestiegen, sondern gesunken. Beispielsweise lag die Pro-Kopf-Verschulung im Jahre 2013 bei 2.162,63 Euro, Ende des Jahres 2024 bei 2080,19 Euro. Weiterhin stellte er klar, dass er die Heizung in der Tettauer Festhalle trotz Sanierung auf Minimalbetrieb laufen lassen müsse, damit die Leitungen nicht eingefrieren. Zudem teilte er mit, dass die Baumaßnahmen „Am Teich“ und „Im Gründle“ fertiggestellt wurden. Ab Mitte Dezember können die Bürger auch den Bürgerstrom in Höhe von 22,96 Cent pro Kilowatt und einer Grundgebühr von 17,80 Euro pro Monat nutzen. Auch teilte er mit, dass die CPC-Germania in Tettau eine zweite Gesellschaft für den Betrieb ihrer Windkraftanlagen angemeldet hat. Und er schloss: „Wir machen im Gremium viel Gutes gemeinsam, wir sind ein kollegiales Organ und keine Partei.“
Bericht: Veronika Schadeck