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Der Stadtkurier Tambach-Dietharz
Ausgabe 4/2026
Nichtamtlicher Teil
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Bergwacht Tambach-Dietharz blickt auf einsatzreiches Jahr 2025 zurück

Ein schöner Frühlingstag führte Eddi zu einer Fahrradtour in den Thüringer Wald. Gut gelaunt machte er sich auf den Weg nach Bad Tabarz. Dort, so hatte ihm sein bester Freund erzählt, gebe es die besten Trails der Region.

Am Parkplatz der Massemühle traf er sich mit seinen Freunden. Gemeinsam fuhren sie durch die von Sonnenlicht durchfluteten Alleen aus Buchen und Fichten immer weiter in den Lauchagrund hinein. Nach einer großen Runde legten sie eine Pause am Hirschstein ein und genossen den Ausblick. Doch bei der nächsten Abfahrt wurde Konzentration gefordert.

„Jetzt müssen wir aufpassen", warnte ein Freund. Die Strecke führte hinab in Richtung Bärenbruch - und dann geschah es: ein unüberlegter Moment, ein unvorhersehbarer Fels. Eddi verlor die Kontrolle über sein Fahrrad und stürzte am oberen Abzweig des schmalen Weges. Im nächsten Augenblick spürte er einen stechenden Schmerz. Seine Freunde bemerkten den Sturz sofort und reagierten schnell. Sie wählten den Notruf. Da sie wenige Meter zuvor ein entsprechendes Schild im Wald gesehen hatten, konnten sie direkt die Bergwacht anfordern.

Dank dieses Rettungspunktes ließ sich der genaue Standort schnell bestimmen, sodass zügig Hilfe organisiert werden konnte. Kurze Zeit später ging bei den ehrenamtlichen Lebensrettern der Alarm ein. Mit der geländegängigen Fahrzeugtechnik der DRK Bergwacht Tambach-Dietharz wurde Eddi schonend gerettet und rasch in ein Krankenhaus gebracht.

Das geschilderte Einsatzszenario wurde zwar angepasst und Namen sowie Details wurden verändert, doch ähnliche Einsätze hatte die Bergwacht im Jahr 2025 mehrfach zu bewältigen. Insgesamt rückten die Einsatzkräfte zu sieben Fahrrad- und vier Wanderunfällen aus. Das Netz der Rettungsschilder wurde neben Tambach-Dietharz im vergangenen Jahr auf Bad Tabarz und den Wald am Seeberg erweitert. Im kommenden Jahr sollen auch im Raum Luisenthal, der ebenfalls zum Dienstgebiet der DRK Bergwacht Tambach-Dietharz gehört, weitere Schilder installiert werden. Im Falle eines Unfalls kann dadurch der Standort des Verunfallten schneller ermittelt und Hilfe gezielt geschickt werden.

Doch das Einsatzspektrum der Bergwacht war im vergangenen Jahr deutlich umfangreicher. Insgesamt leistete die Bereitschaft rund 6.700 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Dazu zählen Ausbildungen, Vorsorgedienste in der Hütte am Falkenstein, Jugend- und Vorstandsarbeit sowie Absicherungen bei großen Veranstaltungen. Unter anderem waren die Einsatzkräfte beim Biathlon-Weltcup, beim Rennsteiglauf, beim Enduro-Fahrradrennen in Bad Tabarz sowie beim Motocross-Enduro in Ohrdruf im Einsatz. Auch in Tambach-Dietharz sicherte die Bergwacht immer wieder verschiedene Veranstaltungen ab. Dabei sind beispielsweise das Talsperren Open Air, der 2 Talsperrenlauf sowie die Biathlonwettkämpfe am Nesselberg zu nennen.

Darüber hinaus wurde die Bergwacht im vergangenen Jahr zu Unterstützungseinsätzen des regulären Rettungsdienstes und zu einer Vermisstensuche alarmiert. Auch bei besonderen Lagen waren die Einsatzkräfte der Bergwacht gefragt. Während eines Vollbrandes einer Lackiererei war der Ort Finsterbergen zeitweise für den Rettungsdienst nicht erreichbar. In dieser Situation übernahm die DRK Bergwacht Tambach-Dietharz den Vorsorgedienst für mögliche Rettungsfälle innerhalb des Ortes. Zunehmend an Bedeutung gewinnt außerdem die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Trockenperioden im Sommer führten vermehrt zu Vegetationsbränden. Dank ihrer speziellen Einsatztechnik kann die Bergwacht Tambach-Dietharz die Feuerwehr in schwierigem, steilem Gelände unterstützen und die Einsatzkräfte bei ihren Löscharbeiten absichern.

So nahm die Bergwacht im Juni 2025 auch an einer Vollübung des Katastrophenschutzes teil. Besonderes Engagement zeigten die Kameradinnen und Kameraden außerdem beim Waldbrand im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. An drei Tagen unterstützten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte bei der Logistik und der medizinischen Absicherung im Juli bei Gösselsdorf.

Neben Einsätzen und Absicherungen engagiert sich die Bergwacht auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Beim Thüringentag war die Bereitschaft auf der Blaulichtmeile in Gotha vertreten. Besucherinnen und Besucher konnten Fragen an die Einsatzkräfte stellen, die Fahrzeugtechnik besichtigen und ihr Können an einer mobilen Kletterwand ausprobieren. Auch bei der Blaulichtmeile in Georgenthal präsentierte sich die Bergwacht mit ihrem Gerätewagen.

Die DRK Bergwacht Tambach-Dietharz blickt damit auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Ein besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Einsatzkräften, den Helferinnen und Helfern bei Blutspenden sowie allen Unterstützenden bei Absicherungen. Viele gemeinsame Stunden liegen hinter ihnen - Stunden, die ohne dieses Engagement nicht möglich gewesen wären. Nun richten wir den Blick nach vorn - ab dem 1. Mai 2026 bis zum 31. Oktober 2026 ist die Bergwacht wieder an den Wochenenden in der Hütte am Falkenstein präsent. Wanderinnen und Wanderer sind herzlich eingeladen, auf ihren Touren durch die Wälder rund um Tambach-Dietharz vorbeizuschauen - für Gespräche, Begegnungen und eine kleine Pause auf dem Weg durch den Thüringer Wald.