Titel Logo
"Fahner Höhe" Kurier
Ausgabe 11/2026
Nichtamtlicher Teil der Verwaltungsgemeinschaft „Fahner Höhe und ihrer Mitgliedsgemeinden“
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Klassentreffen Abschlussjahr 1987

Ein Blick zurück und ins Heute:

Unser Klassentreffen nach fast vier Jahrzehnten

 

 

Abschlussjahrgang 1987 besucht seine alte Schule

 

 

Was prägt uns wirklich im Leben? Diese Frage stellten sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler, die im Jahr 1987 ihren Abschluss an der damaligen „Neuen Schule“ der POS Molschleben feierten, als sie sich nun bereits zu ihrem fünften Klassentreffen wiederfanden. Ein absoluter Höhepunkt des gemeinsamen Wochenendes war dabei die Besichtigung unserer ehemaligen Schule. Ein ganz besonderer Dank gilt hierbei dem Hausmeister Jörg Kubik, der so freundlich war, uns persönlich durch das Gebäude zu führen und uns diesen Einblick zu ermöglichen.

Wir hatten das große Glück, von der 1. bis zur 10. Klasse volle zehn Jahre lang in exakt derselben Gemeinschaft zusammenzubleiben. Dass wir diese lange Zeit so beständig miteinander teilen durften, empfinden wir heute rückblickend als ein absolutes Geschenk. Wir haben damals in einer Zeit und einem System gemeinsam gelernt, die es so nicht mehr gibt. Doch egal, wie man heute darüber denkt: Uns wurden in diesen 10 Jahren Werte wie tiefe Verbundenheit, gegenseitiger Respekt und echte Wertschätzung füreinander mit auf den Weg gegeben - Fundamente, die uns bis heute tragen und die dafür gesorgt haben, dass die Zeit bei unserem Wiedersehen in Sekundenschnelle weggewischt war.

Umso schöner und beeindruckender war es für uns zu sehen, dass diese Werte in den Mauern unserer alten Schule auch heute noch lebendig sind. Bei unserem Rundgang durch das Schulgebäude wurde schnell deutlich, dass hier auch in der heutigen, oft so schnelllebigen Zeit großer Wert auf Disziplin, klare Regeln und gegenseitige Wertschätzung gelegt wird. Besonders positiv fiel uns auf, wie unglaublich sauber, gepflegt und ordentlich das Schulgebäude ist - ein Zeichen dafür, dass die Schulgemeinschaft achtsam mit ihrem Umfeld umgeht. Mit großer Freude haben wir zudem die neue Turnhalle besichtigt - ein toller moderner Bau, den es zu unserer Schulzeit damals noch gar nicht gab und der die Schule enorm aufwertet. Wir hatten zur damaligen Zeit noch in einem der unteren Klassenräume Sportunterricht.

Ein ganz besonderer Moment der Nostalgie überkam uns, als wir sahen, dass es den alten Schulgarten immer noch gibt. Zu unserer Schulzeit hatten wir dort noch das eigenständige Unterrichtsfach „Schulgarten“. Wir erinnerten uns gern daran zurück, wie wir damals im Unterricht bei Herrn Scholze gelernt haben, z. B. Radieschen und Möhren anzupflanzen. Umso schöner war es zu erfahren, dass dieses grüne Bewusstsein an der Schule weiterlebt und heute durch einen jährlichen Umwelttag gefördert wird. Überhaupt wurde beim Rundgang wieder lebendig, wie sehr wir es damals genossen haben, uns auch außerhalb des Unterrichts in den verschiedenen Arbeitsgemeinschaften (AGs) einzubringen, sei es in der Tischtennis-AG, der Autorennbahn-AG oder der Mathematik-AG.

Mit großer Sorge haben wir im Rahmen unseres Besuchs allerdings auch von den Herausforderungen erfahren, dass die Schule aufgrund niedriger Schülerzahlen in der Vergangenheit schon einige Male kurz vor der Schließung stand. Wir sehen diese Entwicklung mit tiefem Bedauern. Für uns steht fest: Schulen müssen im ländlichen Raum unbedingt erhalten bleiben. Unser Land muss nachhaltig in Bildung investieren, anstatt die Infrastruktur für unsere Kinder zurückzuentwickeln. Schulen sind das Herzstück einer Gemeinde und der Ort, an dem die Zukunft unserer Gesellschaft geformt wird.

Für uns, den Abschlussjahrgang 1987, war dieser Besuch eine wunderbare Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Wir sind dankbar für die Wurzeln, die wir hier schlagen durften, und hoffen von Herzen, dass dieser wertvolle Ort des Lernens und der Gemeinschaft noch für viele nachfolgende Generationen bestehen bleibt. Ein herzliches Dankeschön geht an die Schulleitung und das gesamte Team, die es uns ermöglicht haben die Schule an einem Wochenende zu besichtigen sowie nochmals an den Hausmeister Jörg Kubitz für seinen großartigen Einsatz vor Ort.

Bericht verfasst von:

Michael Rosenthal

im Namen des Abschlussjahrgangs 1987