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"Fahner Höhe" Kurier
Ausgabe 12/2026
Nichtamtlicher Teil der Verwaltungsgemeinschaft „Fahner Höhe und ihrer Mitgliedsgemeinden“
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Dr. Friedrich Sickler wurde 1773 in Gräfentonna geboren

Seine Mutter war die Tochter des Haushofmeisters L. K. Wagemann, der am Gräfentonnaer Hof des Prinzen Wilhelm von Sachsen-Gotha-Altenburg tätig war. Daher wurde er auch im ehemaligen Neuen Gräfentonnaer Schloss geboren. Sein Vater Johann Volkmar Sickler, war Pfarrer in Kleinfahner. Er gab seinem Sohn von frühester Kindheit an privaten Unterricht. Bekanntlich ist Johann Volkmar Sickler Begründer des wissenschaftlichen Obstanbaues an der Fahnerschen Höhe, denn ab 1791 pflanzte er dort die ersten Süßkirschenbäume und veredelte andere Anbausorten. Er gab darüber ein 22-bändiges Werk heraus dessen Titel war: „ Der Deutsche Obstgärtner “. Die Forschungsarbeiten seines Vaters prägten den Lebensweg Friedrich Sicklers. Er besuchte das Gothaer Gymnasium und konnte es vorfristig beenden, danach studierte er in Jena und promovierte als Doktor der Philosophie. Er studierte auch in Göttingen und war mehrere Jahre in Paris. Seine glücklichsten Jahre verlebte er als Gefährte und Mitarbeiter des Wilhelm von Humboldt. Mit ihm forschte er mehrere Jahre in Italien. Seit ihrer gemeinsamen Studienzeit verband Beide eine lebenslange Freundschaft. Die Ideen der Aufklärung und das neuhumanistische Bildungsideal verbanden Humboldt und Sickler sowie auch die gemeinsamen Interessen an ihren Forschungen. Diese progressiven Ideen und das damit verbundene Engagement verband Sickler außerdem mit Goethe, Schiller sowie auch mit den beiden Brüdern von Humboldt. Sie hielten einen engen Kontakt bis ins hohe Alter. Wilhelm von Humboldt wurde in den preußischen Staatsdienst berufen und gründete die nach ihm benannte Berliner Universität.

Dr. Friedrich Sickler gründete das Gymnasiums in Hildburghausen und wurde dessen Direktor sowie auch Schulrat. Er lehrte dort nicht nur mehrere europäische Sprachen, sondern auch die Geschichte des klassischen Altertums. Außerdem gab er mehrere bedeutende Werke heraus, wie z. B.: über die Ägyptologie, das alte Rom, die Erforschung von Herkulanum und Pompej und auch einen Atlas über fossile Gesteinsfunde in Mitteldeutschland. Dr. Friedrich Sickler starb 1836 in Hildburghausen, wo er auch begraben wurde. Er soll an seine Freunde schrieb einst geschrieben haben : „ Die Schatzhüter des Menschengeschlechtes sind die Bücher. Das Beste was je gedacht und ersonnen wurde, bewahren sie von einer Epoche in die andere und verkündigen, was einst auf Erden lebendig war “.

Arnd Pfeifer

Das einstige Neue Gräfentonnaer Schloss. Hier wurde 1773 der Wissenschaftler Dr. Friedrich Sickler geboren