Titel Logo
"Fahner Höhe" Kurier
Ausgabe 15/2026
Nichtamtlicher Teil der Verwaltungsgemeinschaft „Fahner Höhe und ihrer Mitgliedsgemeinden“
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Besondere Persönlichkeiten aus der Burgtonnaer Vergangenheit

Grab des ehemaligen Burgtonnaer Bürgermeister Emil Kummert und seiner Frau.

Tante Lenchen Mayfarth, die vor ihrem Haus steht.

Am Anfang der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts herrschte die Weltwirtschaftskrise. Dadurch machte sich die Geldabwertung auch in der Gemeindekasse in Burgtonna bemerkbar, denn diese war leer und der Ort dadurch verschuldet.

Als 1922 Emil Kummert zum Bürgermeister von Burgtonna gewählt wurde begann dadurch eine segensreiche Zeit für seine Heimatgemeinde. Denn durch ihn wurde Burgtonna zu einer der wohlhabendsten Gemeinden im Lande. Unter seiner Anleitung wurde sogar das örtliche Schwimmbad gebaut.

Die ehemaligen drei Glocken der Burgtonnaer Kirche wurden 1917 für den Ersten Weltkrieg eingeschmolzen, wie es damals leider generell üblich war. Man bestellte daher drei neue Glocken. Das Geld was man dafür gesammelt hatte war durch die Inflation verfallen. Bürgermeister Emil Kummert spendete und bezahlte den Preis für die drei neuen Glocken. Ihre Inschrift lauteten: Glaube, Hoffnung, Liebe.

Aber nach den Regierungswahlen 1933 wurde nun das sogenannte Gleichschaltungsgesetz beschlossen. Damit wurden alle freiheitlich, demokratisch gewählten Personen aus den Ämtern entfernt und so auch der Bürgermeister Emil Kummert. Im heimatlichen Burgtonner Gemeindeprotokoll steht an dieser Stelle: „ Undank ist der Welt Lohn “.

Die Gemeinde Burgtonna ehrte ihn und seine Frau nach ihren Ableben mit dem auf dem Foto abgebildeten großen Grabdenkmal, welches sich hinter der Ruine ehemaligen Cäcilienkirche und auch neben der neuen Christuskirche in befindet. Hier ist auch darüber sein Portrait abgebildet.

Auf dem zweiten beigefügten Foto ist das Haus des Bürgermeisters Kummert und seine ebenfalls sehr beliebte Tochter zu sehen. Sie wurde von allen älteren und jüngeren Burgtonnaern sowie auch zahlreichen Gräfentonnaern das: liebte Tante Lenchen Mayfahrt genannt. Sie hatte sich immer erfolglos eigene Kinder gewünscht. Daher bescherte sie zahllosen Mädchen und Jungen eine unbeschwerte, schöne Zeit. Sie arbeitete deswegen nicht nur im örtlichen Kindergarten, sondern empfand besondere Freude wenn wir beispielsweise als Kinder oft mit Freunden hungrig aus dem Burgtonnaer Schwimmbad oder auch nur zu Besuch zu ihr kamen. Es war ihr stets eine besondere Freude und uns alle mit Brot, Butter, Wurst und Käse sowie Milch stets kostenlos zu bewirten.

Sie und ihr Mann sowie ihre Eltern bewirtschafteten gemeinsam einen großen, stattlichen Bauernhof. Dahinter war ihr weitflächiger Garten mit mehreren Obstbäumen und zahlreichen Beerensträuchern. Hier konnten wir uns ebenfalls bedienen. Die Kinder aus Burgtonna und Gräfentonna waren ihr immer willkommen, denn sie und ihre Familie waren stets freigiebig und kinderlieb. Dadurch bekam sie auch zu ihrem Geburtstag, der am 1. Mai war, immer besonders viele, wunderschöne Blumen und zahlreiche, herrliche Glückwünsche!

Arnd Pfeifer