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"Fahner Höhe" Kurier
Ausgabe 18/2026
Nichtamtlicher Teil der Verwaltungsgemeinschaft „Fahner Höhe und ihrer Mitgliedsgemeinden“
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„Altes Gräfliche Schloss“ zu Tonna

Am Donnerstag, dem 17. September 2026, findet um 18.00 Uhr in der Evangelischen Pfarrkirche St. Petrus & Paulus in Gräfentonna, ein Vortrag zur Geschichte und Baugeschichte zum Schloss durch den Bauhistorikers Udo Hopf statt. Herr Hopf ist ein überregional, bekannter Thüringer Historiker und Bauhistoriker. Er hat um die Jahrtausendwende intensiv und auch vor Ort zur Baugeschichte des „Alten Gräflichen Schlosses“ zu Tonna geforscht. Seine Forschungsergebnisse erschienen in einem zwanzig seitigen Aufsatz im Gothaischen Museums-Jahrbuch 2001. Im Text beschreibt Herr Hopf, dass im 16. Jahrhundert, der schrittweisen Umbau der mittelalterlichen gotischen Burg, zu einem Schloss der Frührenaissance erfolgte. Er wertet u.a. historische Grundrisspläne aus und dokumentiert den prägenden Saalbau, das sogenannte „Hohe Haus“.

Zur Geschichte des Schlosses, einige kurze Auszüge aus der Bau- und Kunstgeschichte Heft X. Amtsgerichtsbezirk Tonna von Prof. Dr. P. Lehfeldt aus dem Jahre 1891: „Kettenburg, dass alte Schloss der Grafen von Gleichen, schon zu Anfang des 1200 Jahrhunderts (früher, als die Wanderslebener Gleiche) von Mitgliedern der Gleichenschen Familie bewohnt.“ Die Grafen zu Tonna und Gleichen wurden 1120 vom Mainzer Erzbischof als Vögte der Stadt Erfurt eingesetzt und übten dieses wichtige Amt bis ins Jahr 1290 aus. Während des Krieges im Jahre 1375 zwischen dem Thüringer Landgraf und dem Erzbistum Mainz war die Burg wichtig, sie wurde belagert von Kaiser Karl IV., wurde eingenommen und schwer beschädigt. Im Jahre 1450 wurde die Burg von Friedrich dem Sanftmütigen und Erfurter Bürgern belagert, aber nicht eingenommen. Während des Bauernkrieges wurde die Burg, am Sonntag, dem 30. April 1525 vom Salzaer-Wangenheimer-Gleichen Haufen belagert, geöffnet und größere Mengen Nahrungsmittel geplündert. Im 30-jährigen Krieg kam es wiederholt zu Verwüstungen. Ab dem Jahre 1606 wurde das Schloss als Witwensitz festgelegt. Aufgrund eines Erbvertrages kam das Schloss in den 1630-ziger Jahren an den Schenken Christian Freiherr von Tautenberg, Frauenprießnitz und Niedertrebra. 1640 kam die Herrschaft Tonna ebenfalls durch Erbvertrag an Graf Phillip Theodor von Waldeck-Pyrmont. Am 4. Oktober 1677 kaufte Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha und Altenburg die Herrschaft Tonna. In der Folgezeit kam es zu unterschiedlichsten Nutzungen des alten Schlosses, unter anderem als Wohnsitz, Getreidelager und Wollspinnerei. Im Jahre 1834 tauchte erstmals der Name Kettenburg als Bezeichnung auf. Ab 1861 bis 1991 wurde das Schloss als Strafanstalt genutzt.

Nach der Fertigstellung der neuen Strafanstalt in Gräfentonna1991, begann für die nun Leerstehende Anlage, ein weiteres trauriges Kapitel, mehrmals kam es zu Eigentümerwechseln, immer verbunden mit neuen Hoffnungen für das Alte Schloss. Die aber immer wieder in weitere Enttäuschungen mündeten. Der Schlossverein gründete sich im Jahre 2020 und bemühte sich durch unterschiedlichste Aktionen zum Erhalt der Schlossanlage beizutragen. Große Erfolge waren ihm nicht vergönnt. Der derzeitige bauliche Zustand der Schlossanlage ist sehr bedauerlich und nur durch gemeinsames Handeln der Bürger, der politischen Gemeinde und den Thüringer Institutionen könnte Abhilfe geschaffen werden. Dieser Beitrag soll als Einladung zur Teilnahme am Vortrag anregen und anderseits, dass Geschichtsbewusstsein bei den Menschen unserer Region wecken. Die Rettung der Burg-, Schlossanlage und ehemaligen Strafvollzugsanstalt kann nur als gemeinsame Aufgabe für viele Menschen gelöst werden.

Dietmar Kästner

Verwendete Quellen: O.g. Lehfeldt, Hopf und Internetseite Schlossverein