Am 09. April 1945 starben sieben junge Soldaten bei Tonna. Hier 3 Bilder von Gerhard Lissy, Wolfgang Milsberger, Lothar Ritter
Im Jahr 1953 wurde die Mahn- und Gedenkstätte in der Fahner Höhe bei Tonna feierlich übergeben
Der frühere Burgtonnaer Ortschronist Heinz Keil erkundete genau die historischen Ereignisse und pflegte die Grabstätte
Auf dem Abtsberg der höchsten Erhebung unseres heimatlichen Waldgebietes steht ein schlichter Gedenkstein auf diesem befindet sich eine Tafel mit mehreren Namen.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges kamen hier am 9. April 1945 sieben erst 17- bis 18-jährige deutsche Soldaten ums Leben. Sie stammten aus verschiedenen Teilen Deutschlands und besuchten gemeinsam eine Militärschule um sich dort zu Fähnrichen ausbilden zu lassen.
Im Kampf um die Fahner Höhe sollten damals 15 junge Soldaten die zahlenmäßig weit überlegene und gut ausgerüstete amerikanische Armee des General Patton aufhalten. Diese deutschen Soldaten kamen am Vortag mit einem Opel-Blitz-Wehrmachts-LKW von Gotha her. Durch den Beschuss von Tieffliegern brannte dieser völlig aus, nur das Maschinengewehr konnten sie noch retten. Dieses hatten sie in einen Handwagen getan und mitgenommen.
Nach einem kurzen, heftigen Gefecht mussten sieben Soldaten diesen sinnlosen Befehl mit ihrem Leben bezahlen. Die restlichen Soldaten wurden dann gefangengenommen und ein Schwerverletzter starb noch auf dem Transport nach Burgtonna.
Bei der Beerdigung der Toten wurden die aufgefundenen Soldbücher und Erkennungsmarken zur Ermittlung der Gefallenen verwendet. Leider kam es dabei zu einer ungewollten Verwechslung und denn man hatte den Namen des Überlebenden Alfons Güttler auf dem Soldatengrab gesetzt aber den Namen des Gefallenen Lothar Dittrich nicht benannt. Anfangs hatte man sieben Holzkreuze mit Stahlhelmen darauf und Namenschildern an der Grabstätte angebracht. Im Jahr 1953 erhielt der Gräfentonnaer Steinmetzmeister Gerhard Pflanz (1928-2013) den Auftrag einen würdigen Gedenkstein für das Soldatengrab zu gestalten und anzubringen. Doch vorher stellte man zum Glück den namentlichen Irrtum fest, sodass Lothar Dittrich mit benannt wurde. Die Andacht zur Einweihung diese Grabstätte mit dem neuen Gedenkstein hielt der damalige Thüringer Landesbischof Moritz Mitzenheim.
Auf der Gedenktafel wurden die Namen aller hier in der Fahner Höhe Gefallener genannt sind: ALFRED-ULRICH SAAL; PAUL SCHETTLER; GERHARD LISSY; LOTHAR DITTRICH; LOTHAR RITTER; HARTWIG BAUMANN; CLAUS-JÜRGEN VOGT.
Bei dem Feuergefecht wurde WOLFGANG MOLSBERGER schwer verletzt. Er wurde zusammen mit sechs weiteren Kameraden, die unverletzt blieben mit US-Jeeps nach Burgtonna gefahren. Dort leider verstarb dort nun ganz plötzlich WOLFGANG MOLSBERGER. Er wurde nicht in der Fahner Höhe bei seinen anderen gefallenen Kameraden beigesetzt, sondern zusammen mit 353 Soldaten in Hötzelsroda-Dürrerhof bei Eisenach.
Besonders lobenswert bei der Erkundung und Aufklärung dieser schrecklichen Ereignisse wirkte viele Jahre immer der Burgtonnaer Ortschronist Otto Keil (1923-2007). Er pflegte in seiner Lebenszeit stets mit besonderer Ehrfurcht und Nachdenklichkeit auch diese Gedenkstätte.
Arnd Pfeifer