Titel Logo
"Fahner Höhe" Kurier
Ausgabe 9/2026
Nichtamtlicher Teil der Verwaltungsgemeinschaft „Fahner Höhe und ihrer Mitgliedsgemeinden“
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Eine Korrektur zum Beitrag: Die Mahn- und Gedenkstätte in der Fahner Höhe bei Tonna

Der Burgtonnaer Ortschronist Otto Keil (1923 - 2007)

Oberstleutnant Josef Ritter von Gadolla (1897 - 1954)

Vom Turm der ehemaligen Burgtonnaer Cäcilienkirche hisste der Burgtonnaer Einwohner Otto Margraf die weiße Fahne.

Ich bekam mehrere Anfragen, denn in unserem letzten Amtsblatt ist ein Fehler passiert. Im Text ist der Burgtonnaer Ortschronisten richtig mit Otto Keil benannt aber unter seinem Foto wurde er leider fälschlich: Heinz Keil genannt.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges in unserer Heimatregion

Der Kampfkommandant der Stadt Gotha Oberstleutnant Josef Ritter von Gadolla bemerkte dass große amerikanische Bomberverbände ihren Einsatz über seiner damaligen Heimatstadt planten. Er wollte Gotha vor der Zerstörung bewahren. Daher lies auf den Türmen weiße Fahnen hissen. Er fuhr außerdem damit einer weißen Fahne den amerikanischen Truppen entgegen. Aber leider wurde er von SS-Männern abgefangen und standrechtlich erschossen. Seine letzten Worte waren: -Damit Gotha weiterleben kann - musste ich sterben-. Der für Gotha geplante Bombereinsatz flog weiter nach Nordhausen und zerstörte diese Stadt vollständig! Aus Richtung Gotha und von Eisenach her rückte Anfang April 1945 die 3. US-Armee in unsere Heimatregion vor. Ganz im Gegensatz zu vereinzelten kleineren Restteilen der Deutschen Wehrmacht waren diese US-Verbände waffentechnisch gut ausgerüstet und auch personell weit überlegen. Schmerzliche Betroffenheit sowie auch traurige Nachdenklichkeit erfährt man beim Lesen historischer Berichte und Aufzeichnungen, wie z. B. von Erna Ritter aus Dachwig, Prof. Dr. Norbert Tiedt aus Dachwig, Alfred Otto Braun aus Döllstädt, Lothar Heß aus Gierstädt, Richard Lerp aus Gierstädt und Otto Keil aus Burgtonna. Vom 6. April bis 10. April 1945 forderte der Kampf um die Fahner Höhe 60 Menschenleben. In einem kurzen Beitrag, wie diesem, kann man diese grauenvollen Episoden nicht darzustellen. Nur einige wenige Ereignisse sollen ganz kurz genannt werden.

Mit Tieffliegern, Brandbomben und mit Panzern wurden 28 Anwesen in Dachwig plötzlich völlig zerstört. Durch Artilleriebeschuss und mit Tieffliegern wurden starke Gebäudeschäden in Döllstädt, Großfahner und Herbsleben hervorgerufen. In Gierstädt starben 8 Deutsche und mehrere Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Unweit der Windmühle bei Kleinfahner fand man 6 gefallene, junge deutsche Soldaten die schon die Heimaturlaubsscheine bei sich trugen. In der Witterdaer Flur fielen 15 deutsche Soldaten und ein amerikanischer Offizier. Am 9. April 1945 sollten 15 junge, deutsche Soldaten, die nur mit einem Maschinengewehr und Handfeuerwaffen ausgerüstet waren die gut ausgerüstete 3. US-Armee aufhalten. Dabei starben insgesamt 8 junge, deutsche Soldaten. In dieser Zeit wurden außerdem mehrere Flugzeuge in unserer Region abgeschossen, die Zahl der Todesopfer ist davon unbekannt. Diese leidvolle Epoche unserer Heimatgeschichte sollte man als Mahnung für eine friedliche Zukunft verstehen!

Arnd Pfeifer