Wir verbringen rund ein Drittel unseres Lebens im Schlaf. Ohne die (normalerweise nächtliche) Erholungsphase ist ein gesundes Leben nicht möglich.
Während des Schlafs erholt sich unser Körper und das Gehirn verarbeitet die Eindrücke des Tages.
Der Bewusstseinszustand ist im Schlaf verändert, aber der Schlafende ist im Gegensatz zur Narkose weckbar.
Unsere innere Uhr regelt den Schlaf-Wach-Rhythmus, beeinflusst von Tageslicht bzw. Dunkelheit und von der Zeitdauer seit dem Aufwachen.
Die innere Uhr wird dementsprechend gestört bei Schichtarbeit und bei Fernreisen mit Wechsel der Zeitzone (Jetlag).
An der Einleitung des Schlafs sind verschiedene Hirnregionen beteiligt. Mittels bestimmter Botenstoffe (z. B. Melatonin) wird die Aufmerksamkeit herunterreguliert, das Schlafbedürfnis steigt und die Muskulatur erschlafft.
Auch der Schlafverlauf wird vom Gehirn reguliert. Unser Schlaf läuft in verschiedenen Phasen und Zyklen ab.
In jedem Schlafzyklus findet sich ein Wechsel von Tiefschlafphasen, von Phasen eines oberflächlicheren Schlafs und von Phasen des sogenannten „REM-Schlafs“ (Traumschlaf). Ein solcher Schlafzyklus dauert ca. 100 Minuten. Der Mensch durchläuft normalerweise pro Nacht 4-5 Schlafzyklen, wobei diese Zyklen immer schneller aufeinanderfolgen, bis wir schließlich aufwachen.
Am wichtigsten sind die ersten beiden Schlafzyklen.
In den REM-Phasen ist unsere Muskulatur maximal erschlafft, während unsere Augen sich sehr schnell bewegen. (daher der Name „schnelle Augenbewegung = Rapid-Eye-Movement). Auch das vegetative Nervensystem ist in den REM-Phasen aktiviert.
Die REM-Phasen dauern zu Beginn des Schlafs nur ca. 5 Minuten und verlängern sich im Verlauf der Nacht zunehmend. Gegen Ende des Schlafs dauern sie 20 bis 30 Minuten. Insgesamt dauert der REM-Schlaf bei Erwachsenen ca. 100 Minuten. Bei Säuglingen findet sich fast ausschließlich REM-Schlaf. Das zeigt, dass der REM-Schlaf bedeutend ist für die Hirnreifung bzw. für die Verarbeitung von tagsüber Gelerntem und Erlebtem.
Wir träumen nicht nur in den REM-Phasen, sondern in allen Schlafphasen; in den REM-Phasen sind die Träume konkreter und emotionaler.
Die Schlafphasen lassen sich im Schlaflabor durch Ableitung der Hirnströme (EEG) gut darstellen.
Das Schlafbedürfnis variiert von Mensch zu Mensch und schwankt zwischen ca. 6 und 10 Stunden bei Erwachsenen. Kinder benötigen mehr Schlaf; die Schlafdauer variiert zwischen 18 Stunden bei Säuglingen und 9-10 Stunden bei Jugendlichen.
Bei älteren Menschen ist das Schlafbedürfnis meist reduziert.
Schlafmangel führt zu Konzentrationsstörungen und Leistungsabfall.
Schlafentzug beeinträchtigt das Immunsystem und den Stoffwechsel.