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Mitteilungsblatt Gemeinde Wallerfangen
Ausgabe 34/2026
Mitteilungen der Verwaltung
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Verein für Heimatforschung Wallerfangen e. V.

Der historische Natur- und Wildpark auf dem Limberg

Es ist faszinierend, wie konsequent das kollektive Gedächtnis manche der erstaunlichsten Kapitel unserer Heimatgeschichte einfach ignoriert – so wie die folgenden Beispiele zeigen. Wir blicken zurück auf die Zeiten kurz nach der Französischen Revolution. Nach dem unrühmlichen Ende des Klosters auf dem Limberg fielen seine Ruinen und das sich daran anschließende Gelände in die Hände verschiedener Besitzer. Von denen wurde es wiederum an andere verkauft. Schließlich zeigte auch Fabrikgründer Nicolas Villeroy Interesse am Limberg. Nach und nach erwarben er und sein Sohn Louis alle dortigen Grundstücke auf der Wallerfanger Seite. Kurz vor der Jahrhundertwende 1900 gehörte der Familie Villeroy sogar der komplette Limberg samt der Itzbacher Heßmühle und dem Großteil des Oberlimberger Bannes.

Nach dem Tode der Gräfin Guilleminot, Witwe von Louis Villeroy, fiel der herrschaftliche Landsitz Hoflimberg dem Alfred Villeroy zu. Es war jedoch dessen Sohn Ernest Villeroy (1843–1908), Herr auf Schloss Villeroy, der gestalterisch in die Natur des vorderen Limbergs eingriff. Er schuf dort eine Parkanlage, die seinerzeit zu den schönsten des Saarlandes zählte. Seiner großen Leidenschaft folgend, trug er ab den 1870er Jahren etwa 45 Nadelholzarten aus allen Teilen der Erde zusammen, um sie westlich von Hoflimberg anzupflanzen. Bei diesen Bäumen handelte es sich nach dem Chronisten Guido Müller um Libanon-Zedern, seltene Arten der Douglasie und Mammutbäume (Foto). Dieser Bestand trotzte über viele Jahrzehnte den Stürmen auf dem exponierten Limbergrücken. Lange nach dem Tod von Ernest Villeroy widmeten sich rund 50 Dendrologen diesen Bäumen. Die wissenschaftliche Erfassung erfolgte im Jahr 1937 unter der Leitung von Hans von Papen-Köningen (1873–1944). Der preußische Staatsforstmeister war der erstgeborene Sohn der Familie und ein älterer Bruder des ehemaligen Reichskanzlers Franz von Papen.

Wenige Jahre vor dem Jahrhundertwechsel 1900 avancierte der Park samt seiner Umgebung zum Schauplatz eines sonderbaren Geschehens. Dessen Ausgang war sogar von feiner Ironie geprägt.

Teile der Familie, die sich der Naturliebe verpflichtet sahen, richteten in dem Parkgelände und in Ostteilen des Limbergs mit großem Aufwand einen Wildpark ein. Genauer gesagt waren es die Brüder Gerhard und Urban Fabvier, deren Mutter Leonie Villeroy (Fabvier) eine Schwester von Ernest Villeroy war. Von ihrem Großvater Alfred Villeroy hatten die beiden Gutsbesitzer zuvor die Itzbacher Seite des Limbergs geerbt. Nach den Angaben von Guido Müller erstreckte sich der Wildpark vom Nordosthang des Limbergs bis Oberlimberg über den „großen Herrgott“ und die Hessmühle bis an die Gemarkung Itzbach. Nach einer beispiellos großflächigen Eingatterung ließ man 35 Hirsche aus Ungarn herbeischaffen, um sie auf dem Limberg auszuwildern. Das ehrgeizige Projekt war leider nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt; dem Wildpark war eine Lebensspanne von kaum zehn Jahren vergönnt. Ein Teil der ungarischen Hirsche wählte eigenmächtig die Freiheit durch Flucht, während der verbliebene Bestand unfreiwillig den Plänen lokaler Wilderer zum Opfer fiel. Die Brüder Fabvier verkauften ihr Erbe schließlich 1930 an einen Dr. Rudolf Klein, Jurist und ehemaliger Landrat von Colmar. Damit ging der riesige Besitz samt dem Jagdschloss Hessmühle an eine Familie leidenschaftlicher Jäger und Forstwirte über. Dessen heutiger Nachfahre Michael Klein vom Forstgut Hessmühle war Leiter des Landesbetriebes Saarforst und gehört zu den größten privaten Waldeigentümern im Saarland. Auch war er langjähriger Vorsitzender des saarländischen Waldbesitzerverbandes. In dieser Funktion galt er als wichtiges Bindeglied zwischen Privatwaldbesitzern und der Landespolitik.

Text und Foto: Rainer Darimont, Tel: 62843

Verein für Heimatforschung Wallerfangen e. V.