Der Bluthochdruck oder mit dem Fachausdruck Hypertonie bezeichnet, ist in den Industrieländern eines der häufigsten Krankheitsbilder.
Beim Bluthochdruck ist der Blutdruck in den Arterien chronisch erhöht. Nach Definition der WHO gilt ein systolischer (oberer) Blutdruck von mindestens 140 mm Hg oder ein diastolischer (unterer) Blutdruck von mindestens 90 mm Hg als Hypertonie.
Bei 10–50 % der Gesamtbevölkerung besteht ein erhöhter Blutdruck, wobei die Häufigkeit mit dem Alter deutlich ansteigt. Über 20 % der Mitteleuropäer haben einen stark erhöhten systolischen Blutdruck von über 160 mm Hg, bei den über 80-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 30 %.
Die arterielle Hypertonie tritt jedoch auch bei Jüngeren auf. In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen ist der Druck in den Gefäßen bei etwa jeder zehnten Frau und etwa jedem vierten Mann zu hoch.
Bluthochdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall und für die dadurch verursachten Todesfälle und muss daher unbedingt behandelt werden!
Bei der überwiegenden Zahl der Erkrankungen kann keine eindeutige Ursache ausgemacht werden. Man spricht in diesem Fall von einer primären oder essentiellen Hypertonie. Kann hingegen eine zugrunde liegende Erkrankung identifiziert werden, bezeichnet man die Hypertonie als sekundär.
Nur bei ca. 10 % der Hypertoniker findet man eine behandelbare Ursache der (sekundären) Hypertonie, wie z. B. Nierenerkrankungen, Gefäßveränderungen oder Störungen im Hormonsystem.
Bei den restlichen 90 % der Hochdruckpatienten tragen verschiedene Faktoren zur Entstehung bei, die noch nicht alle endgültig geklärt sind. Eine genetische Veranlagung, ein hoher Salzkonsum, Stress, Übergewicht und Veränderungen im Blutzucker- bzw. Insulinstoffwechsel sind auf jeden Fall mitbeteiligt.
Dementsprechend besteht die Therapie aus einer medikamentösen Senkung des Bluthochdrucks und aus einer Beeinflussung der Risikofaktoren.
Daher wird jedem Hochdruckpatienten geraten, sich regelmäßig zu bewegen (Ausdauersport), sein Gewicht zu reduzieren, wenn Übergewicht vorliegt, seinen Salzkonsum zu reduzieren und Stress zu vermeiden.
In einigen Fällen reichen diese Maßnahmen aus, um den Blutdruck auf die gewünschten Werte zu reduzieren. Meistens müssen allerdings zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente genommen werden.
Als optimal gilt ein Blutdruck von unter 120/80; ein normaler Blutdruck liegt auf jeden Fall unter 140/90.
Eine Gelegenheitsblutdruckmessung kann bereits erste Hinweise auf eine Hypertonie liefern. Genauer sind wiederholte Blutdruckmessungen zu unterschiedlichen Tageszeiten und Bedingungen, z. B. in Form einer 24-Stunden-Blutdruckmessung oder einem Belastungs-EKG.
Daneben müssen mögliche Ursachen für einen sogenannten sekundären Bluthochdruck mit speziellen Untersuchungen (z. B. Labor, Ultraschall) ausgeschlossen werden.
Wichtig ist, dass der Betroffene die vom Arzt verordneten Blutdrucksenker regelmäßig einnimmt; diese Tabletten haben keine „heilende Wirkung“, sondern wirken nur, solange man sie einnimmt. Außerdem ist es erforderlich, die Blutdruckeinstellung von Zeit zu Zeit zu überprüfen.
Man schätzt, dass nur die Hälfte der Hypertoniker etwas von ihrer Erkrankung weiß und dass von denen, die um ihre Krankheit wissen, nur die Hälfte Medikamente einnimmt. Von den Patienten, die regelmäßig Medikamente nehmen, hat wiederum nur die Hälfte normale Blutdruckwerte.
Da ein unbehandelter oder unzureichend behandelter Bluthochdruck das Risiko für Herzinfarkte und vor allem Schlaganfälle deutlich erhöht, sollte man sich der Gefahr unbedingt bewusst sein!
Ein erhöhter Blutdruck ist wie eine Zeitbombe für unser Herz-Kreislaufsystem. Umgekehrt sind unsere modernen blutdrucksenkenden Medikamente gut wirksam und gut verträglich.
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